Unter dem Motto „Keine Angst vor Hornissen!“ lädt der Bund Naturschutz in Bayern e.V., Kreisgruppe Deggendorf, am Samstag, den 21.8.2010 um 15:00 Uhr zu einer Exkursion unter der Leitung von Manfred Glashauser ein. Treffpunkt ist an der Alten Donau bei Niederalteich, am Parkplatz (Holzhäuschen) etwa in der Mitte der Scheibenstraße zwischen Seebach und Niederalteich. Von dort geht es weiter in Fahrgemeinschaften. Die Exkursion, die auch für Kinder ab 8 Jahre geeignet ist, wird etwa zwei bis drei Stunden dauern.
Die Hornisse ist die größte in Mitteleuropa lebende Wespenart. Die Arbeiterinnen werden bis zu 23 mm groß, die Königin sogar bis 35 mm. Viele Menschen begegnen diesen faszinierenden Tieren aus Unkenntnis über deren Lebensweise mit Angst und Panik. Ziel der Veranstaltung ist, den Teilnehmern die Lebensweise der Hornissen nahe zubringen und zu vermitteln, wie mit diesen Tieren umzugehen ist. Der Hornissenexperte Manfred Glashauser zeigt Hornissen an ihrem Nest, er erläutert dabei Wissenswertes über das Verhalten der Hornissen und über ihre Rolle im Ökosystem.
Die Veranstaltung ist kostenlos (Spenden sind willkommen) und findet bei jedem Wetter statt. Um Anmeldung wird gebeten unter Tel. 09901-6450 oder 0175-6130410. Festes Schuhwerk und Wanderkleidung werden empfohlen.
Im Streit um die Varianten für die Ortsumfahrung Plattling meldet sich nun auch der Bund Naturschutz zu Wort. Der Vorsitzende der Deggendorfer Kreisgruppe, Georg Kestel, verwahrt sich gegen den Eindruck, der Einsatz des Verbandes für das Isarmündungsgebiet käme überraschend und der BN hätte der weiträumigen Umgehung mit Brückenneubau (Variante D) früher bereits zugestimmt: „Wir haben in allen unseren Stellungnahmen stets darauf verwiesen, dass die Variante A die naturverträglichste Variante ist. Und wir haben immer schon kritisiert, dass diese Variante zu Unrecht zu den Akten gelegt und im Planfeststellungsverfahren nicht mehr weiter untersucht wurde.“
Die Variante A nutzt die bestehende Isarbrücke, führt am linken Isardeich entlang bis zum Südzuckergelände und schwenkt dort zur Deggendorfer Straße ab. Die Variante D dagegen würde die Isar etwa einen Kilometer flussabwärts der bestehenden Brücke innerhalb des europäischen Natura-2000 Schutzgebietes mit einer weiteren, etwa 600 m langen Brücke durchschneiden. Die Straßenbaubehörde machte gegen die Variante A geltend, dass durch die Eisenbahnunterquerung Querschnittsfläche und Rückhaltevolumen für den Hochwasserabfluss verloren gehen würden. Diese Effekte seien nach Meinung der Behörde nicht ohne erhebliche Beeinträchtigungen ausgleichbar.
„Die Gegenargumente der Straßenbaubehörde halten einer kritischen Überprüfung nicht stand. Der verloren gehende Abflussquerschnitt könnte ohne Probleme durch Vertiefungen unter den übrigen Brückenfeldern der Eisenbahnbrücke wieder gewonnen werden. Derartige Absenkungen täten dem Hochwasserabfluss insgesamt gut und würden, wenn sie richtig gemacht sind, sogar ökologisch wertvolle Altwasserstandorte neu schaffen“, meint Kestel weiter. „Völlig abwegig ist, dass der Retentionsraumverlust angeblich nicht ausgeglichen werden könnte. Auch für die Variante D muss ein derartiger Verlust ausgeglichen werden, und die Straßenbaubehörde zeigt selbst, wie das geht: mit Abgrabungen im Isarmündungsgebiet, die an den richtigen Stellen nicht nur keinen Schaden anrichten, sondern sogar ein ökologischer Gewinn sein können“, so Kestel.
Der Deggendorfer BN-Vorsitzende verweist darauf, dass beispielsweise im Jahr 2009 an der Isarmündung das Ufer gezielt um ein Volumen von etwa 20 – 30.000 m³ abgesenkt worden sei, um den Übertritt und den Abfluss von Hochwasser in die Aue zu verbessern. „Das hat damals unsere ausdrückliche Zustimmung gefunden, weil damit die auetypischen Verhältnisse erheblich verbessert werden. Diese Abgrabung entspricht im Volumen fast dem, was für die Ortsumgehungsvariante A zu leisten wäre.“ Der BN sieht noch größeres Potenzial für verträgliche Abgrabungen. „Im Zuge der Isarrenaturierung ist ja schon seit Jahrzehnten geplant, im Isarmündungsgebiet teilweise verlandete Altwasserzüge über punktuelle Abgrabungen wieder miteinander zu verbinden, so dass sie bei Hochwasser besser durchströmt werden. Das verbessert die ökologische Dynamik und senkt, wie mittlerweile sogar rechnerisch nachgewiesen wurde, die Hochwasserspiegellagen auch in der Donau“, verweist Kestel u.a. auf den Pflege- und Entwicklungsplan von 1994 für die Isarmündung. „Die Flächen stehen zudem in öffentlichem Eigentum und sollten somit unmittelbar verfügbar sein. Einer ökologisch vorteilhaften Verbesserung der Hochwassersituation werden sich ja weder Bund noch Freistaat ernsthaft in den Weg stellen.“ Auch mit Abgrabungen für die geplanten „weichen Ufer“ der Isar wäre nach Ansicht des BN der Retentionsraumverlust für die Umgehungsvariante A sinnvoll ausgleichbar.
Dies alles hätte nach Meinung des Bundes Naturschutz bei der Entwicklung und Bewertung der Planfeststellungsvarianten für die Variante A untersucht werden müssen. „Wenn die Variante A dagegen, wie hier, ohne wirklich stichhaltige Begründung in einem frühen Planungsstand ausgeschieden wurde, dann ist diese Entscheidung sachlich falsch und rechtlich nicht haltbar. Denn wenn ein Natura-2000-Gebiet wie die Isarmündung betroffen ist, muss nach dem Naturschutzgesetz zwingend die verträglichste Lösung gesucht und weiter verfolgt werden, und das ist unstrittig die Variante A.“ Kestel regt deshalb an, das Planfeststellungsverfahren doch noch um die Variante A zu erweitern. „Auch die Variante B, die östlich des Südzuckergeländes an die Deggendorfer Straße anschließt, wäre als Kompromiss noch denkbar.“ Kestel betont aber auch die Bereitschaft des BN, in ein Klageverfahren zu gehen: „Das Isarmündungsgebiet ist zusammen mit der Donau und den sich isaraufwärts anschließenden Gebieten das wichtigste Auengebiet in Süddeutschland, so dass wir es in diesem Fall auch auf ein Gerichtsverfahren ankommen lassen werden. Das Versäumnis liegt ganz klar bei der Straßenbaubehörde, die die Variante A zu Unrecht zu früh zu den Akten gelegt hat.“
Der BN kritisiert weiter, dass es im Straßenbau offensichtlich nicht mehr darum gehe, sinnvolle und auch kostengünstige Lösungen zu suchen. Im Gegenteil scheine es mehr und mehr Mode zu werden, möglichst viel öffentliche Gelder für die jeweilige Maximallösung auszugeben, meint Kestel. „Wenn die Plattlinger einem eigenen Gymnasium nicht näher kommen, dann liegt das auch daran, dass die Politik nach wie vor ohne Hemmungen Millionensummen in Straßenneubauprojekten versenkt. Aber auch Steuergelder können nur einmal ausgegeben werden. Mit der Variante D betoniert sich Plattling bildlich gesprochen sein Gymnasium in die Ortsumfahrung ein.“
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Zwischen den Brückenpfeilern könnte der für Isar-Hochwässer verloren gehende Abflussquerschnitt durch Geländeabsenkungen (rot markiert) wieder gewonnen werden. (Bild: Kestel) |
Innerhalb der dunklen Bänder im Pflege und Entwicklungsplan für das Isarmündungsgebiet ist die Verbindung und Wiederherstellung von früheren Altwasserzügen vorgesehen – hier könnte der Verlust von Rückhaltevolumen ökologisch vorteilhaft und mit Nutzen für einen verbesserten Hochwasserabfluss ausgeglichen werden. (Plan: Planungsbüro Schaller, 1994, Farbe ergänzt) |
Für das Team des BN-Umweltbildungsschiffes TAKATUKA suchen wir Begleitpersonen, die insbesondere jeweils in den letzten zwei Juliwochen und in den drei Septemberwochen nach Schulbeginn Zeit und Lust haben, Kinder zwischen 6 und 12 Jahren zu „Donaupiraten“ auszubilden und ihnen dabei die Natur unserer Donauauen näher zu bringen. Freude am Umgang mit Kindern und Interesse an der Natur der frei fließenden Donau sind Voraussetzung. Pädagogische Vorkenntnisse und Basiswissen in Biologie und Kenntnisse der ökologischen Zusammenhänge der Donau und ihrer Aue sind von Vorteil, aber nicht Bedingung.
Vor den ersten Terminen erfolgt eine Einarbeitung, die Veranstaltungen werden in der Regel zusammen mit dem Projektleiter Norbert Bieber oder einem anderen erfahrenen Umweltpädagogen durchgeführt. Erstmals gibt es bereits in dieser Saison (Montag, der 20.09. und Mittwoch der 22.09.2010) die Möglichkeit, als Projektbegleiter mitzufahren.
Projektbegleiter erhalten für ein Honorar. Nähere Informationen zur Takatuka finden Sie hier, Informationen zu den Fahrten und Skriptbestellung zur Vorbereitung bei Norbert Bieber, Tel: 0991/343405.
Die geplante Schifffahrt am Sonntag, den 8. August 2010 von Deggendorf nach Vilshofen und zurück musste wegen Hochwasser ausfallen. Für 2010 kann leider kein Ersatztermin mehr organisiert werden, die nächste Schifffahrt ist für den 31. Juli 2011 geplant.
Ab einem definierten „höchsten schiffbaren Wasserstand“ (HSW, am Pegel Hofkirchen z.B. 480 cm) wird die Schifffahrt auf der Donau (wie auch auf anderen Flüssen) aus Sicherheitsgründen eingestellt. Dies macht, zusammen mit Sperrungen wegen Vereisung der gestauten Donauabschnitte und vor allem des RMD-Kanals die Wasserstraße als Verkehrsträger „unkalkulierbar“. So mussten 2006, 2009 und 2010 jeweils etwa einen Monat die Schiffe wegen Vereisung im Hafen bleiben. Die österreichische via donau (das Pendant zur Wasser- und Schifffahrtsverwaltung in Deutschland) kommt daher in ihrem Jahresbericht 2009 (S. 15) zu dem Schluss, „dass der Main-Donau-Kanal die größte Einschränkung hinsichtlich der Verfügbarkeit darstellt.“ Auf Niedrigwasser (das es auch z.B. in der Wachau, östlich von Wien bis zur Mündung ins Schwarze Meer, an der Elbe und am Mittelrhein zwischen Mainmündung und Koblenz gibt) kann die Binnenschifffahrt mit Leichterungen reagieren: ein Teil der Gütermenge wird dabei z.B. auf einen beigekoppelten Kahn um- oder in einem Hafen ausgeladen.
Wegen Niedrigwasser wurde die Donauschifffahrt, anders als dies z.B. Erwin Huber (CSU) und andere wiederholt behaupten, in den letzten Jahrzehnten niemals gesperrt.
Zur Verbesserung der Situation der Binnenschifffahrt innerhalb der Logistik-Vorgänge plädiert der Bund Naturschutz daher für eine Verbesserung der Häfen als trimodale Umlade- und Knotenpunkte und für einen Ausbau der donauparallelen Bahnstrecke. Nur dann kann im Sperrungsfall wegen Hochwasser, Eisgang oder Schleusenreparaturen vor allem für zeitkritische Transporte wie Containerware ein schnelles Ausweichen auf die Bahn als alternative Route sichergestellt werden, so dass z.B. „just-in-time“-Termine eingehalten werden können.
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Auch die Kultur- und Erlebnisschifffahrt des Bundes Naturschutz musste wegen Hochwasser vor Anker bleiben. (Bild: Kestel) |
Schiffsstau am Hafen Deggendorf nach Einstellung der Schifffahrt am 7. August 2010 wegen Hochwasser. (Bild: Kestel) |
Im Streit um das geplante Gewerbegebiet Schiltorn (Bauvorhaben Zizler) meldet sich nun auch die Kreisgruppe Deggendorf des Bundes Naturschutz (BN) zu Wort. Der BN hält die geplante Ausweisung für rechtswidrig.
„Wir haben während der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans Ende Mai eine Stellungnahme abgegeben. Darin haben wir unmissverständlich darauf hingewiesen, dass ein Widerspruch zwischen der Planung und der übergeordneten Regionalplanung besteht. Im Regionalplan ist an der fraglichen Stelle ein „Trenngrün“ dargestellt, außerdem ein landschaftliches Vorbehaltsgebiet“, fasst Georg Kestel, der Vorsitzende der Kreisgruppe, die wichtigsten Punkte aus der Stellungnahme des BN zusammen. „Das Baugesetzbuch ist in diesem Fall völlig eindeutig: die Gemeinde hat sich ohne wenn und aber an die Regionalplanung anzupassen, für ein Ab- oder gar „Wegwägen“ der Vorgaben der Regionalplanung besteht kein Spielraum.“ Über diese Vorgabe helfe auch nicht hinweg, wenn die Baugebietsplanung im Bezug auf das Trenngrün und die landschaftliche Vorbehaltsfläche so tue, als würde es ausreichen, eine Sichtbeziehung von Pankofen nach Osten freizuhalten.
„Wir haben in unserer Stellungnahme explizit davor gewarnt, die Planung weiter zu verfolgen. Nach unserer Ansicht könnte die Stadt sogar schadenersatzpflichtig werden, wenn z.B. eine Klage eines Anwohners zur Aufhebung des Bebauungsplans führt, die Firma Zizler aber schon in Baumaßnahmen investiert hat.“
Der Bund Naturschutz betont, dass das Trenngrün im fraglichen Bereich auch von der Sache her völlig unverzichtbar sei. „Der Grünzug ist ja schon mit dem BayWa-Gewerbegebiet bis an die Grenze des Zulässigen reduziert worden. Das Trenngrün ist notwendig, um in diesem Bereich ein völlig ungegliedertes Zusammenwachsen von Gewerbe-, Wohn- und Dorfflächen zu einem einzigen „Siedungsbrei“ zu verhindern.“ Es sei völlig unverständlich, dass hier zusätzlich Fläche in einem so ungeeigneten Bereich in Anspruch genommen werden solle, wenn doch in der unmittelbaren Umgebung jede Menge geeignete und fertig erschlossene Gewerbeflächen vorhanden seien.
Die Stellungnahme des BN Deggendorf zur Baugebietsplanung Schiltorn können Sie hier downloaden [pdf, 170 KB].
Faltblatt
zum Umweltbildungs-Projekt „Schatzkiste Donau“ [pdf-Datei,
2,5 MB]
Die Teilnehmer erarbeiten sich im direkten Kontakt mit der Natur ihre Erkenntnisse selbst, begreifen damit die ökologischen Zusammenhänge der frei fließenden Donau und erkennen dabei die Schönheit und den unschätzbaren Wert der Auenlandschaft mit all ihren Tieren, Pflanzen und Lebensräumen. So wird ein Ausflug mit der „Schatzkiste Donau“ zum identitätsstiftenden Erlebnis und die frei fließende Donau bleibt den Teilnehmern als wahre „Schatzkiste“ voller seltener Tier- und Pflanzenarten in Erinnerung.
Das Angebot eignet sich für Schulklassen und für Kinder- und Jugendgruppen. Für das Umweltbildungsprogramm Schatzkiste Donau stehen insgesamt neun verschiedene Donaustrände zwischen Straubing und Vilshofen zur Auswahl.
Einige Termine im Jahr 2010 sind noch verfügbar. Bei Interesse wenden Sie sich an unsere Geschäftsstelle (in der Regel vormittags besetzt zwischen 9:00 Uhr und 12:00 Uhr), Amanstraße 21, 94469 Deggendorf, Tel.: 0991 – 32555; e-mail: bund-naturschutz@degnet.de
Ein Faltblatt mit allen näheren Angaben zur „Schatzkiste Donau“ können Sie hier herunterladen [pdf-Datei, 2,5 MB].
Trotz nassem Wetter machten sich am 13. Mai über 1200 Menschen nach Niederalteich zum mittlerweile 9. Donaufest auf, um für die Erhaltung der frei fließenden Donau zu demonstrieren. Wegen des angekündigten ergiebigen Regens fand die Kundgebung im Festzelt am Anger statt. Regen Zuspruch fanden auch die angebotenen Exkursionen, die Stände und Aktionen am Anger und natürlich das ausverkaufte Konzert der Biermösl Blosn am Abend.
Die Aufstellung und die Bewirtschaftung des Zeltes hatte wie in den Jahren zuvor in bewährter Weise die Spielvereinigung Niederalteich übernommen.
In den Grußworten bestärkten Altabt Emanuel Jungclaussen, Bürgermeister Josef Thalhammer und Hermann Thiebes (Deutscher Kanuverband) den Widerstand gegen den Ausbau und den Auftrag zum Erhalt der „Unendlichkeit der Lebensfülle“ (Altabt Jungclaussen). Johannes Schnell (Landesfischereiverband Bayern), Ludwig Sothmann (Landesbund für Vogelschutz) und Hubert Weiger (Bund Naturschutz) unterstrichen die ungebrochene Einigkeit der vielen verschiedenen Verbände und Initiativen im Einsatz für die Donau. Die Naturschutzvertreter machten ebenso einmütig auch deutlich, dass die Rhein-Main-Donau (RMD) AG (bzw. die Tochtergesellschaft RMD Wasserstraßen GmbH) wegen der vorliegenden Interessenkollision aus den aktuellen Untersuchungen zum Ausbau ausscheiden müsse. Die RMD AG ist Inhaberin eines Konzessionsrechts bis zum Jahr 2050 zur kostenlosen Stromgewinnung an allen im Zuge des Wasserstraßenausbaus errichteten Bauwerken an der Donau; dieses Recht lässt sich aber nur mit der Staustufenvariante C 2,80 ausnutzen, eine „neutrale“ Gutachtenerstellung und Beratung der Politik ist unter diesen Bedingungen nicht zu erwarten.
Unterstützung im Einsatz für die Donau erhielten die Verbände auch von MdB Horst Meierhofer (FDP), der für die überparteiliche Parlamentarische Gruppe „Frei fließende Flüsse“ ein Grußwort sprach.
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Wie jedes Jahr ein Publikumsmagnet, vor allem für Kinder: ein einjähriges Bibermädchen (Bild: Kestel) |
Ankunft der Bootsdemo des Deutschen Kanuverbandes in Niederalteich (Bild: Kestel) |
Volles Zelt für die frei fließende Donau bei der Kundgebung am nachmittag und abends beim Konzert der Biermösl Blosn (Bild: Kestel) |
Plakat zum Donaufest am 13. Mai 2010 in Niederalteich |
Die freien Wähler im Landkreis Deggendorf verabschiedeten am 18. Mai in Hengersberg anlässlich eines Besuches des Landes- und Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler im Bayerischen Landtag, Hubert Aiwanger, eine Resolution für den Erhalt der frei fließenden Donau. Vor der Verabschiedung hatten die Lokalpolitiker Aiwanger vor Ort an der Donau informiert (insbesondere auch über die Notwendigkeit eines schnellen und vom Ausauvorhaben abgekoppelten Hochwasserschutzes), der Vorsitzende der Kreisgruppe Deggendorf und Donauexperte des BN, Georg Kestel, informierte anschließend im vollen Saal des Peterwirts in Hendersberg über die Bedeutung der Donau als europäische Lebensachse, die Ausbaupläne, die Gefährdung der lebendigen Donau insbesondere durch die Stau-Variante C/C2,80 sowie die fehlende verkehrliche Effizienz und Wirksamkeit der Ausbaupläne.
Die Resolution der Freien Wähler für den Erhalt der frei fließenden Donau können Sie hier nachlesen [externer Link]
Die Vorsitzenden der
Parlamentarischen Gruppe wollen sich verstärkt um frei fließende
Flüsse wie die Donau kümmern: Der Regensburger FDP-Abgeordnete
Horst Meierhofer (1. von links), Dr. Anton Hofreiter (Bündnis 90 /
Die Grünen, 2. v.r.) und Heinz Paula (SPD, 3.v.r.). Nicht im Bild
sind die Vorsitzenden Josef Göppel (CSU) und Eva Bulling-Schröter
(Die Linke). (Bild: Jonas Hiermer)
„Wir sind froh, dass wir mit dieser Gruppe weiterhin einen direkten Ansprechpartner in Berlin haben“, freut sich Georg Kestel, Vorsitzender der Deggendorfer Kreisgruppe des Bundes Naturschutz in Berlin. In der Vollversammlung der Gruppe bestand für Vertreter von Wirtschafts- und Naturschutzverbänden Gelegenheit, Vorschläge und Anregungen für die Arbeit der Parlamentarier vorzutragen. „Wir begrüßen es sehr, dass sich die Parlamentarier auch dem Skandal zuwenden wollen, dass der Bundestag mit den jetzt anlaufenden, nur angeblich 'variantenneutralen' Untersuchungen ausgetrickst wurde. Mittlerweile ist ja für jeden sichtbar, dass die Rhein-Main-Donau AG (RMD) nach wie vor unbeirrt an der Staustufenlösung C 2,80 weiterplant, als gäbe es den Bundestagsbeschluss von 2002 nicht. Der Beschluss schließt aber eigentlich die Verwendung von Bundesmitteln für das Stauprojekt definitiv aus.“
Weitergegeben haben die Naturschützern auch ihre Bedenken, dass in den Untersuchungen die RMD nicht nur als „Ingenieurbüro“ auftritt, sondern gleichzeitig die Bauherrenfunktion wahrnehmen soll. „Das gibt es noch nicht mal in Bananenrepubliken, dass sich ein Staat wie die Bundesrepublik Deutschland vollständig durch eine Tochterfirma der e-on AG vertreten lässt“, regt sich Hubert Ammer aus Niederalteich auf, der für den BN ebenfalls an der Vollversammlung der Gruppe teilnahm. „Die RMD würde wirtschaftlich vom Stau profitieren. Wenn die Rollenverteilung nicht anders wird, wird es für die Planungen und die Untersuchungen keine Akzeptanz in der betroffenen Region geben,“ prognosiziert Ammer.
Unterstützung aus Berlin erhoffen sich die Deggendorfer nicht nur in ihrem Einsatz gegen Staustufenpläne, sondern auch für verschiedene Projektideen zur nachhaltigen Entwicklung der Donau-Region. Ein wichtiger Punkt sei auch für den BN der Verkehr, betont Kestel. „Wir reden im Fall der Donau bisher ausschließlich über ein Bauprojekt, das letztlich auf Vorstellungen aus dem vorletzten Jahrhundert zurückgeht. Damals hat man sich mit Hilfe einer Kanalisierung und mit billiger Kohle in Bayern ein zweites Ruhrgebiet erträumt. Die Anforderungen der Wirtschaft an Verkehr und Logistik haben sich in den letzten Jahrzehnten aber doch recht grundlegend gewandelt. Das muss endlich in einem qualifizierten Verkehrskonzept auch für die Wasserstraße aufgearbeitet werden.“ Die Projektvorschläge des BN hierzu, die außerdem noch die ökologische Verbesserung der gesamten bayerischen Donau, die Verbesserung des internationalen Erfahrungsaustausches und Umweltbildungsprojekte über Grenzen hinweg zum Ziel haben, hat der Verband auch an die „EU-Strategie für die Donauregion“ gemeldet.
Vertreter von BN, LBV
und WWF überreichten in Wien dem Präsidenten der
Donau-Schutzkommission Mitja Bricelj eine Petition für den Erhalt
der frei fließenden Donau. V.l.n.r. Christian Stiersdorfer (LBV),
Dieter Scherf (BN), Jürgen Becker (Staatssekretär im
Bundesumweltministerium Deutschland), Hubert Weiger (BN), Mitja
Bricelj, Irene Lucius (WWF) und Georg Kestel (BN).Bild: Katharina
Stögmüller
Aus Deutschland sind der Vorsitzende des BUND, Prof. Dr. Hubert Weiger, Dieter Scherf vom Landesvorstand des Bundes Naturschutz, der Donauexperte des Bundes Naturschutz Georg Kestel und Dr. Christian Stierstorfer vom Landesbund für Vogelschutz nach Wien gekommen. Zusammen mit Vertretern des WWF aus Deutschland, Österreich, Ungarn und weiteren Donauanrainerstaaten überreichten sie dem Präsidenten der Ministerrunde, dem Slowenischen Staatssekretär Mitja Bricelj, eine von über 100.000 Bürgern der Donauregion unterschriebene Petition zum Schutz der Donau.
Der Donau-Bewirtschaftungsplan wurde entsprechend der Vorgabe der europäischen Wasserrahmenrichtlinie, der EU-Gesetzgebung zum Erreichen des „guten ökologischen Zustands“ von Gewässern, aufgestellt. Im Donau-Bewirtschaftungsplan werden alle Umwelteinwirkungen erfasst und bewertet, seine Zielsetzungen reichen weiter als nur die Wasserqualität zu verbessern. Der Plan stellt als eine Hauptbelastung die Beeinträchtigung der natürlichen Dynamik in Fluss und Aue durch Staustufen für Wasserkraftanlagen und Einbauten für die Schifffahrt fest. Zur Wiederherstellung des „guten ökologischen Zustands“ sollen zukünftige Beeinträchtigungen verhindert und bestehende negative Einflüsse zurückgebaut, reduziert oder zumindest soweit wie möglich ausgeglichen werden.
Natur- und Umweltschutzverbände wollen darauf dringen, dass der Plan im Sinne der Wasser-Rahmenrichtlinie und entsprechend seiner Zielsetzung kompromisslos umgesetzt wird. Sie befürchten, dass mit Baumaßnahmen, vorgeblich für eine Ausweitung der Frachtschifffahrt, diese Zielsetzungen untergraben werden. Viele der geplanten Baumaßnahmen mit potentiell schädlichen Auswirkungen auf das Flusssystem und die für den Menschen wichtigen „Dienstleistungen“ der Natur werden im Donaubewirtschaftungsplan bisher nicht erfasst. Zum Beispiel bedrohen Flussausbaupläne zur Optimierung für die Schifffahrt die Trinkwasservorräte Ungarns, ähnliche Projekte in der unteren Donau könnten die stark gefährdeten Stör-Populationen an den Rand der Ausrottung bringen. Im Abschnitt zwischen Straubing und Vilshofen würde ein Ausbau der Wasserstraße mit Staustufe und Kanal die letzte große frei fließende Donaustrecke in Deutschland mit gravierenden Folgen für die biologische Vielfalt und den Wasserhaushalt in der Region zerstören. „Angesichts der Erkenntnisse und Einsichten, die zur Wasser-Rahmenrichtlinie und zum Donau-Bewirtschaftungsplan geführt haben sind Überlegungen, den Donaustrom vollständig zur Wasserautobahn umzubauen, der reine Anachronismus“ sagt Prof. Dr. Hubert Weiger, der Vorsitzende des Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland, BUND. Dieter Scherf vom Landesvorstand des Bundes Naturschutz in Bayern ergänzt: „Moderne Binnenschifffahrt muss sich auf die tatsächliche Rolle und Bedeutung der Flüsse in der Landschaft, wie sie in der Europäischen Wasser-Rahmenrichtlinie definiert ist, einstellen. Tut sie das nicht, stellt sie sich selbst in Frage.“ Georg Kestel, der Donauexperte des BN und BUND aus Deggendorf stellt fest: „Über 100.000 Bürger des Donauraumes haben unseren Appell unterschrieben, Schiffe dem Fluss, nicht den Fluss immer größeren Schiffen anzupassen.“ Und Dr. Christian Stierstorfer vom Landesbund für Vogelschutz appelliert „die Donau als ein ökologisches Rückgrat Europas mit dem Donau-Bewirtschaftungsplan nachhaltig zu schützen und zu stärken“.
In einer Informationsveranstaltung für den Wirtschaftsbeirat der CSU hat laut Presseberichten der Vorstandsvorsitzende der RMD AG, Dr. Rudolf Schleich, dargestellt, dass ohne jeden Ausbau („Null-Variante“) innerhalb der nächsten 25 Jahre eine Eintiefung von einem halben Meter drohen würde – mit entsprechend negativen Konsequenzen „für Grundwasser, Landwirtschaft, flussnahe Siedlungen und Auen“.
Hierzu muss allerdings auch festgestellt werden, dass die Eintiefung in der frei fließenden Donau vor allem durch die Staustufe Straubing verursacht wird, die den Nachtransport von Kies und Sand von oben verhindert; dieses Problem ließe sich unter anderem durch eine ausreichende Geschiebezugabe lösen, zu leisten wäre dies durch den Verursacher - wie dies z.B. unterhalb der Staustufe Freudenau in Wien und unterhalb Iffezheim am Rhein geschieht.
Vor allem aber würde die Variante C 2,80 bedeuten, dass zwischen Straubing und Metten und zwischen Winzer und Vilshofen innerhalb kürzester Zeit noch sehr viel mehr als „ein halber Meter“ aus der Sohle herausgebaggert werden müsste. Die Variante C 2,80 hätte deshalb noch sehr viel verheerendere Konsequenzen für Grundwasser, Landwirtschaft, flussnahe Siedlungen und Auen.
Die Dimension der Baggerungen in der Variante C 2,80 können Sie anhand der von der RMD für das Raumordnungsverfahren erstellten Längsschnitte (s.u.) nachvollziehen. Die gelb markierten Flächen markieren die geplanten Baggerungen, die gepunkteten, grauen Längslinien markieren einen Höhenunterschied von jeweils 5 Metern.
Eine Erosionsabschätzung für die nächsten Jahrzehnte hat die RMD bisher nur für die Variante A vorgenommen: nur in diesem Längsschnitt finden sich für einen entsprechenden „Endzustand“ die jeweiligen Mittelwasser- (grün strichliert) und Niedrigwasserlinien (grün durchgezogen). Bei einer analogen Abschätzung für die Variante C 2,80 würde sich zeigen, dass die Wasserspiegel noch sehr viel stärker nach unten absacken würden. Damit würde sich z.B. die Grundwassersituation noch entsprechend weiter verschlechtern. Unter anderem das Bundesamt für Naturschutz bezeichnet in seiner Stellungnahme zum Raumordnungsverfahren deshalb die Variante C 2,80 als „ersten Bauabschnitt“ der Variante D2: zur „Neutralisierung“ der (selbst verursachten !) Erosionsschäden würden nachträglich noch die Staustufen Waltendorf und Vileshofen / Pleining gebaut werden.
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Längsschnitt Variante A (RMD 2004 / Raumordnungsverfahren) [pdf-Datei, 763 KB] |
Längsschnitt Variante C 2,80 (RMD 2004 / Raumordnungsverfahren) [pdf-Datei, 745 KB] |
Die RMD erweckt in der Regel den Eindruck, dass sie an der Staustufe Aicha kein Kraftwerk errichten wolle, unter anderem deshalb, weil dies aufgrund der geringen Fallhöhe nicht wirtschaftlich wäre. Die RMD sagt im Bezug auf ihre Kraftwerkspläne jedoch wohl nicht die ganze Wahrheit: das Kraftwerk zur Staustufe Aicha war bisher nie am Stauwehr (also im Lauf der Donau), sondern stets (seit 1966) im Durchstichskanal vorgesehen. Hier wäre die Fallhöhe erheblich höher. Konsequenz wäre allerdings, dass die angebliche „Renaturierung“ der Mühlhamer Schleife Makulatur würde: Da der Großteil des Abflusses durch die Turbinen gelenkt würde, würden nur wenige m³/s in der Schleife verbleiben. Die Schleife würde letztlich nicht renaturiert, sondern ruiniert. Die RMD AG (heute privatisiert und im Eigentum der Energieversorger E-on, LEW und EnBW) darf aufgrund des wirtschaftlichen Interesses an der Ausnutzung der Wasserkraft bei den Untersuchungen zum Donauausbau daher keine maßgeblichen Aufträge übernehmen.
Eine Zusammenstellung zu diesem Thema können Sie hier herunterladen [pdf-Datei, 1,8 MB]
Wie jedes Jahr haben wir ein vielfältiges Programm an Exkursionen, Vorträgen und Wanderungen zu interessanten Orten und Themen des Naturschutzes zusammengestellt. Mitglieder erhalten dieses Programm zusammen mit der Einladung zur Jahres-Hauptversammlung zugeschickt.
Das Jahresprogrammm können Sie hier als Datei herunterladen [pdf, 900 kB] bzw. hier als Webseite laden.
Wieder einmal wirft das bayerische Hafenforum dem Bund Naturschutz unsachliche Informationen zum geplanten Ausbau der Wasserstraße vor und unterstellt, dass uns der Respekt vor der Öffentlichkeit fehlen würde (Donau-Anzeiger vom 23.01.2010). In einem Leserbrief reagiert der Vorsitzende des BN Deggendorf, Georg Kestel.
Dexl behauptet, dass die in einer Veranstaltung mit der SPD angegebenen Zahlen zur Entlastung der Autobahn falsch seien. Dabei sind die Daten eindeutig: Laut landesplanerischer Beurteilung der Regierung von Niederbayern wird bis zum Jahr 2015 für die Variante C ein Verlagerungspotenzial für das Binnenschiff von insgesamt 4,92 Mio Tonnen/Jahr gesehen, davon sollen 20 % vom LKW kommen, mithin 0,984 (S. 67; der Rest, also 3,9 Mio Tonnen kämen somit von der deutlich umweltfreundlicheren Bahn !). Für die Variante D2 werden insgesamt 6,6 Mio Tonnen Verlagerungspotenzial angegeben, hiervon sollen bis zu 20 % vom LKW kommen können (S. 43), also 1,32 Mio Tonnen pro Jahr. Für die Variante C 2,80 werden keine expliziten Werte angegeben, aus den Berechnungen zur CO2-Bilanz lassen sich jedoch die von uns angegebenen 1,2 Mio Tonnen/Jahr hochrechnen. Dies entspricht 3287 Tonnen / Tag und bei etwa 25 Tonnen pro LKW etwa 130 LKW pro Tag. Bei einer Ladung von im Schnitt etwa 900 Tonnen pro Binnenschiff entspricht dies in etwa den von Kestel genannten 3,7 Schiffen pro Tag.
Die von Dexl ebenfalls angezweifelte Angabe zum durchschnittlichen Tiefgang eines Containerschiffes stammt aus der im Jahr 2000 veröffentlichten Studie „Terminalkonzept für den kombinierten Güterverkehr der Binnenschiffahrt“, die im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums erstellt wurde. Hier ermittelten die Autoren von PlanCo und HaCon die durchschnittliche Containerauslastung des Seehafen-Hinterlandverkehrs nach Westen (ca. 37 % des zulässigen Gesamtgewichts) und folgern daraus: „Überträgt man diesen Wert auf die Verkehre der Main-Donau-Relationen erreicht ein Großmotorgüterschiff einen Tiefgang von rund 1,70 m.“ (S. 13)
Die Landesplanerische Beurteilung der Regierung von Niederbayern finden Sie hier [externer Link]
Die Studie „Terminalkonzept für den kombinierten Güterverkehr der Binnenschiffahrt“ (PlanCo 2000) finden Sie hier [pdf, 9,2 MB]
Die Terminvergabe für die Sommersaison 2010 beginnt unmittelbar nach den Weihnachtsferien, also am Donnerstag, den 7.1.2010 um 9:00 Uhr.
Wir können die Fahrten, weil die Insel den größten Teil des Jahres unter Schutz steht, erst ab Mitte Juli 2010 bis ca. Ende September / Anfang Oktober durchführen, die Termine sind daher leider beschränkt.
Anmeldungen sind am 7. Januar nur per Telefon möglich (nicht per e-mail !). Erfahrungsgemäß ist an diesem Tag oft belegt, aber da unsere Mitarbeiterin alleine in der Geschäftsstelle ist, können wir die Terminvergabe nur nach dem Zufallsprinzip organisieren - haben Sie bitte Geduld, wir drücken die Daumen, dass Sie durchkommen !
Falls es mit Ihrer Anmeldung für die Takatuka nicht klappen sollte: Wir bieten ab dem Jahr 2010 zusätzlich ein ähnliches Umweltbildungsprogramm mit dem Titel "Schatzkiste Donau" an, dieses Programm kann in einer längeren Zeitspanne im Jahr stattfinden – hier müsste dann auf alle Fälle ein Termin zu bekommen sein!
Näheres zur Takatuka finden Sie hier.
Überaus gut besucht war auch der 18. internationale Donaukongress in Niederalteich am 5. und 6. Dezember. Die Vorträge am 5. Dezember unterstrichen einmal mehr die Bedeutung des frei fließenden, nicht durch Staustufen verbauten Flusses als zentrale Naturachse durch Europa. Prof. Dr. Hubert Weiger, BN Landesvorsitzender, referierte eingangs über den aktuellen Stand der politischen Diskussion. Weiger stellte heraus, dass nach wie vor eine „große Koalition“ in Bayern wie auch im Bund gegen einen Staustufenbau in der Donau bestehe – bis auf die Unionsfraktion lehnten alle anderen Fraktionen die Staustufenlösung ab. Sorge bereiteten dem Bund Naturschutz die aktuellen Entwicklungen bezüglich der sogenannten „EU-Studie“, die derzeit anlaufen soll. „Nicht nur, dass mit der RMD Wasserstraßen GmbH ein Unternehmen zum `Träger des Verfahrens' erklärt werden soll, das eigene wirtschaftliche Vorteile aus der Staustufenlösung ziehen würde; die RMD hat sogar bereits erste Ausschreibungen in Gang gesetzt, obwohl die sogenannte Monitoringgruppe, in der alle Interessengruppen die Untersuchungen maßgeblich begleiten sollen, noch kein einziges Mal zusammengetreten ist.“ Weiger sah auf diese Weise die Akzeptanz für das ganze weitere Verfahren massiv gefährdet.
Der Landschaftsarchitekt und Deggendorfer BN-Kreisvorsitzende, Georg Kestel, berichtete über die internationalen Zielsetzungen für die Entwicklung der Donaulandschaften und eine flussverträgliche Binnenschifffahrt. „Die Herausforderungen der Zukunft, wie Klimawandel, Schutz der natürlichen Ressourcen und der Erhalt der biologischen Vielfalt machen es notwendig, gerade intakte Flüsse und Auen zu erhalten. Denn sie sind unsere Zentren der Biodiversität, sie dämpfen die Folgen des Klimawandels auf unsere Gewässer und sichern das Grundwasser für unsere Trinkwasserversorgung.“ Kestel benannte eine Reihe von wichtigen Umweltqualitätszielen für die Sicherung von Fluss und Aue, wie z.B. den Erhalt der Durchgängigkeit in Längs- und Querrichtung, den Erhalt der Dynamik mit Hoch- und Niedrigwasser und die Sicherung der Umlagerung von Kies und Sand durch den Fluss. „In der zusammenfassenden Bewertung wird deutlich, dass die Ausbauvariante A noch deutlich optimiert werden muss und auch noch optimiert werden kann, dass aber mit der Stauvariante C 2,80 die Umweltziele in keiner Weise einzuhalten sind. Binnenschifffahrt mit der Variante C 2,80 ist nicht `umweltfreundlich'.“
Prof. Dr. Emil Dister vom Aueninstitut in Rastat bestätigte in seinem Beitrag die Bedeutung von intakten Auen als "hot-spots" der biologischen Vielfalt. Grund sei, dass in Auen auf engem Raum besonders vielfältige und sich zudem ständig wandelnde Ökosysteme vorliegen würden.
Johannes Schnell, Artenschutzreferent des Landesfischereiverbandes, stellte hierzu für die Fischarten in der Donau die entsprechenden Details vor. „Die Donau ist für die Fischfauna von überragender Bedeutung, die Strecke zwischen Straubing und Vilshofen stützt auch noch die Bestände im anschließenden Stauraum oberhalb von Kachlet bei Passau. Ein Querriegel, wie ihn eine Staustufe bei Aicha darstellen würde, hätte damit negative Auswirkungen auch weit über die unmittelbar betroffene Strecke hinaus.“ Besonderen Applaus bekam Schnell für sein abschließendes Zitat aus der Bayernhymne – der Satz „Gott erhalte unsere Fluren“ müsse sich auch auf die frei fließende Donau beziehen.
Balázs Tóth, in der Leitung des Duna-Ipoly-Natiuonalparks am Donauknie zuständig für hydrobiologische Fragen, berichtete von der Donau in Ungarn. Auch er setzte seinen Schwerpunkt bei der Fischwelt. Aus seinem Vortrag wurde deutlich, dass auch intensive Flussregulierungsmaßnahmen, wie sie in Ungarn praktisch für die gesamte Strecke geplant (und umstritten) sind, erhebliche Auswirkungen auf die Fischwelt haben können. Bei der Vorstellung der ungarischen Ausbauplanung musste Toth feststellen, dass in Ungarn die Donau zwar fast vollständig europäisches Natura 2000 – Schutzgebiet ist, dass die hieraus resultierenden Verfahrenserfordernisse aber bisher vielfach nicht berücksichtigt werden.
Wolf Drechsel vom Büro für Verkehrsplanung in Nürnberg, der in einem Gutachten die verkehrlichen Auswirkungen einer Staustufenkanalisierung untersucht hat, erläuterte seine Untersuchungsergebnisse. Danach führen vor allem die langen Umwege, die mit der Wasserstraße in Kauf genommen werden müssen, auf den für Niederbayern relevanten Verbindungen über den Main dazu, dass das Binnenschiff in seiner Energie- und Schadstoffbilanz deutlich schlechter abschneidet als die Bahn. Gleichzeitig sei selbst bei einem maximalen Ausbau nach Variante D2 (drei Staustufen), gerechnet mit den Zahlen des Ifo-Institutes, nur ein minimaler Entlastungseffekt auf der Autobahn A3 von lediglich 25 bis 30 LKW pro Tag (von aktuell über 7000 LKW/Tag !) zu erwarten.
Der 18. Internationale Donaukongress hat wie die Kongress zuvor eine Resolution verabschiedet.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 18. Internationalen Donaukongresses fordern von den Verantwortlichen der Europäischen Kommission, der Deutschen Bundesregierung und der Regierung des Freistaats Bayern sowie in den Parlamenten,
alles zu unternehmen, den letzten größeren Freiflussabschnitt der Donau in Bayern wie auch alle übrigen naturnahen Abschnitte bis zum Schwarzen Meer zu erhalten, zu sichern und wo möglich entsprechend den Anforderungen der Europäischen Wasser-Rahmenrichtlinie zu verbessern,
die vorgesehenen und von der EU mit 16,5 Millionen Euro bezuschussten vertieften Untersuchungen ausschließlich diesem Ziel zu widmen,
privatwirtschaftlichen Interessen der Bau- und Energiewirtschaft zu Lasten der Natur- und Kulturlandschaft und auf Kosten der Donauanwohner nicht nachzugeben, deshalb der e.on-Tochter Rhein-Main-Donau AG (RMD) keine steuernden Funktionen in den vertieften Untersuchungen zuzugestehen,
alle Pläne der Staustufenkanalisierung des letzten Freiflussabschnitts der Donau in Bayern endgültig zurückzuweisen,
dem Wert der Donauregion zwischen Gäuboden und Bayerischem Wald mit ihrer Vielzahl bedeutender Kulturgüter und ihrer Dichte vielfältiger Naturlebensräume Rechnung zu tragen und den Weg zur Anerkennung als Welterbe der Natur und Kultur zu ebnen.
Den vollen Text der Resolution können Sie hier als Datei [pdf, 40 KB] herunterladen.
Das oben erwähnte Gutachten (erstellt im Auftrag der Grünen im Bay. Landtag) zur fehlenden Verkehrsentlastung durch durch den Ausbau der Wasserstraße Donau und die höhere Umweltbelastung durch die Binnenschifffahrt finden Sie hier [pdf, 1,4 MB]
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Referenten, Moderatoren, Ehrengäste: (v.l.n.r.): Prof. E. Dister, R. Mergner, Altabt Emanuel Jungclaussen, Prof. H. Weiger, D. Scherf, J. Schnell, G. Kestel, B. Toth (Bild: H. Summer) |
Podiumsdiskussion mit Abgeordneten des Dt. Bundestages (v.l.n.r.): Barthl Kalb (CSU), Horst Meierhofer (FDP), Dr. Anton Hofreiter (Bündnis 90 / Die Grünen), Christian Schneider (Moderation), Florian Pronold (SPD), Eva Bulling-Schröter (Die Linken), Prof. Dr. Hubert Weiger (Bund Naturschutz) |
Nach wie vor stösst die frei fließende Donau und der Donaukongress auf großes Interesse. |
Naturschutztreffen in
Rousse (Bulgarien) an der Unteren Donau.
Die vollständige Pressemitteilung hierzu finden Sie hier.
Eine Kurzfassung des Positionspapiers (englisch) können Sie hier [pdf, 100 kB] herunterladen.
Die Langfassung (englisch) finden Sie hier als pdf-Datei [750 kB].
Fahrwassertiefen
an Donau und Mittelrhein im hydrologischen Jahr 2009 (Daten:
www.elwis.de)
Ansicht
der Grafik
als pdf-Datei
Die Frage der Fahrwassertiefen im gesamten Verlauf der Rhein-Main-Donau – Wasserstraße ist von Relevanz, weil unsere Donau sicherlich nicht tiefer ausgebaut werden muss, als andere Abschnitte. Dass unsere Donau angeblich wegen Niedrigwasser „das halbe Jahr gesperrt“ werden müsse, ist dabei keine Behauptung von Naturschutzseite. Wohl aber verbreiten einige CSU-Politiker wie Erwin Huber, Manfred Weber, Peter Erl und Christian Bernreiter diese Behauptung immer wieder. Vermutlich wurde das auch dem CSU-Parteitag erzählt, um von den Delegierten ein Votum für den Stau zu bekommen. Aber wenn Herr Eckl diesen Sachverhalt jetzt auch von seiner Seite aus richtig stellt, ist ja schon mal ein erster Fortschritt in der Diskussion erreicht. Vielleicht kann Herr Eckl dem neuen Verkehrsminister auch gleich noch mitteilen, dass die Stauhöhe der geplanten Staustufe Aicha nicht 1,5 m beträgt (wie von Minister Ramsauer trotz angeblich intensiver Auseinandersetzung mit den Akten behauptet wird), sondern bei Mittelwasser 1,7 und bei Niedrigwasser 2,8 m.
Zu den Fahrrinnentiefen kann jeder die objektiven Daten im Internet einsehen. Unter http://www.elwis.de/gewaesserkunde/Wasserstaende/ sind die Daten für Rhein und Donau zu erfahren. Relevant sind für die bayerische Donau die Pegel Hofkirchen und Pfelling (die Pegelwerte sind allerdings umzurechnen: aktuell bedeutet ein Pegelwert von 207 in Hofkirchen eine Fahrwassertiefe von 2,0 m; Pfelling: 290 cm = 2,0 m). Für den Mittelrhein sind die Pegel Maxau, Kaub, Bingen und Östrich (Pegelwert von 85 entspricht für Östrich einer Fahrwassertiefe von 1,9 m) kennzeichnend.
Für die österreichische Donau finden sich Angaben zu den entscheidenden Furten unter http://www.doris.bmvit.gv.at/pegel/furten/. Aus der letztgenannten Webseite ist ersichtlich, dass aktuell sowohl in der Wachau (Pegel Kienstock) wie östlich von Wien (Pegel Wildungsmauer) die Fahrwassertiefe bei Niedrigwasser bei 1,9 bzw. bei 1,8 m liegt, also bis zu 20 cm niedriger als zwischen Straubing und Vilshofen. Dass es zu zeitlichen Verschiebungen der Niedrigwasserphasen kommt, so dass z.B. die österreichische Donau zeitweise „besser“ dasteht als die bayerische, ist völlig normal. Dieses Phänomen tritt jedoch nicht einseitig zu Lasten der bayerischen Donau auf. In den letzten Wochen waren z.B. die Wasserstände in der Donau zum Teil deutlich besser als am Rhein.
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Die Darstellung der Fahrwassertiefen zwischen Anfang 2007 und Mitte 2009 am Mitelrhein (Pegel Kaub, links) und an der bayerischen Donau (Pegel Hofkirchen, rechts) zeigt: die Bedingungen am Rhein sind nicht besser als an der Donau. Quelle: ZKR, Marktbeobachtung der europäischen Binnenschifffahrt, 01/2009;Ansicht der Grafiken als pdf-Datei |
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Auf den österreichischen Seiten finden sich auch die Links zu den Daten in Osteuropa. Die aufschlussreiche Situation im Trockenjahr 2003, für das die Internationale Donaukommission für die rumänische Donau eine Fahrwassertiefe von 30 cm dokumentiert hat, ist nur in einem gedruckten Bericht verfügbar. Die entsprechenden Seiten des Berichtes der Internationalen Donaukommission können Sie hier als pdf-Datei [1,5 MB] einsehen, eine weitere Datei [pdf, 180 kB] zeigt den Vergleich der Fahrwassertiefen mit der bayerischen Donau im Jahr 2003. In der nebenstehenden Grafik ist der Vergleich der Fahrwassertiefen zwischen Donau und Mittelrhein für das hydraulische Jahr 2009 (von 01.11.2008 bis 31.10.2009) dargestellt.
Weil
es für die Zerstörung der Donau außer dem Profit der Bau- und
Staulobby keine echten Argumente gibt, wird etliches an Un- und
Halbwahrheiten verbreitet. Erst jüngst wurden auf einer
Veranstaltung des Bayerischen Hafenforums Behauptungen aufgestellt,
die in der Sache noch nicht einmal durch Unterlagen der
Rhein-Main-Donau Wasserstraßen GmbH gedeckt sind.
So behauptet Prof. Metzka (FH Deggendorf) nach Zeitungsberichten, dass die Standsicherheit der Basilika Niederalteich aufgrund von Sohlerosion in Folge der Variante A gefährdet sei. Selbst für den schlechtesten Fall (bei laufender Erosion über mehrere Jahrzehnte) zeigen die Unterlagen der RMD für Niederalteich jedoch für die Variante A keine Veränderung der Grundwasserstände. Dagegen würden sich mit einer Staustufe bei Aicha die Grundwasserstände in Niederalteich deutlich (bei Niedrigwasser, örtlich um mehrere Dezimeter) erhöhen. Warum verschweigt Prof. Metzka und das Bayerische Hafenforum dies - ebenso wie die Gefahr, dass die Grundwasseraufhöhungen noch wesentlich deutlicher ausfallen, wenn die geplanten Drainagen nicht so funktionieren wie von der RMD angenommen ?
Aufklärung tut also not. Bereits die zweite Auflage hat das Infoblatt „Dichtung und Wahrheit zum Donauausbau“ erreicht. Die Richtigstellung der gröbsten Unwahrheiten, die zugunsten der Staustufenpläne verbreitet werden wurden redaktionell überarbeitet und aktualisiert. Das Infoblatt erhalten Sie in gedruckter Form (auch zur Weiterverteilung an Freunde und Bekannte) in unserer Geschäftsstelle oder bei unseren Veranstaltungen, auch als als pdf-Datei [420 KB] können Sie das Infoblatt herunterladen.
Mit einem offenen Brief reagiert der Vorsitzende der Kreisgruppe Deggendorf des Bund Naturschutz auf die Vorwürfe von stellvertretendem Landrat Peter Erl (CSU), der BN würde „Lügenmärchen rund um den Donauausbau“ verbreiten. Erl hatte diese Anschuldigung in einem Gespräch mit dem Donau-Anzeiger (s. Deggendorfer Ausgabe vom 21.08.2009) erhoben und behauptet, der BN würde u.a. mit einem „neuen Plakat“ eine „unfaire Diskussion“ führen.
Tatsache ist: es gibt nicht nur kein „neues“ Plakat, wie von Erl behauptet - es gibt überhaupt kein Plakat mit dem von Erl unterstellten Inhalt. Die in der Zeitung verbreitete Darstellung stammt von einem etwa zwei Jahre alten Faltblatt, das für ein Mailing (an einen begrenzten Empfängerkreis) im Auftrag des BN durch ein Grafikbüro erstellt wurde.
In dem offenen Brief stellt der BN den von Erl verbreiteten Unwahrheiten, mit denen die geplante Staustufe bei Aicha verharmlost werden soll, die Tatsachen gegenüber – belegbar sind diese Tatsachen durch offizielle und öffentlich zugängliche Unterlagen wie z.B. durch die von der RMD erstellten Unterlagen zum Raumordnungsverfahren.
Den offenen Brief an Peter Erl können Sie hier in voller Länge [pdf-Datei, 150 kB] nachlesen.
Die im Brief zitierte Studie zur Nicht-Ausgleichbarkeit von Staustufen finden Sie hier in der Kurzfassung [pdf-Datei, 14 S. 1,2 MB] und hier in der Langfassung [pdf-Datei, 86 S. 3,6 MB].
Weitere Anmerkungen zu den von Manfred Weber (CSU Niederbayern) und anderen verbreiteten Unwahrheiten zum Donauausbau finden Sie in dieser Zusammenstellung [pdf, 110 KB]
Wir freuen uns ...... über neue Mitglieder: Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf (Bund Naturschutz in Bayern, Kreisgruppe Deggendorf, Maria-Ward-Platz 5, 94469 Deggendorf, Tel: 0991 – 32555; Fax: 0991 – 342214; e-mail: bund-naturschutz@degnet.de). Online können Sie auf der Webseite des Bund Naturschutz in Bayern Mitglied werden); ... über Spenden zur Unterstützung unserer Arbeit. Spenden an den Bund Naturschutz e.V. als gemeinnützigem Verband sind von der Steuer absetzbar. Bei Beträgen über 100 Euro erhalten Sie eine Spendenquittung von uns, wenn Sie auf dem Überweisungsträger Ihre vollständige Adresse angeben. Kontoverbindungen: Sparkasse Deggendorf, Konto-Nr. 380 015 057, BLZ 741 500 00. |
Offensichtlich werden von den Befürwortern eines Staustufenausbaus der Donau zunehmend zwei Filme (mit dem Titel „Umgehungsgewässer – Das neue Gesicht der Donau“ und „Variante C/C 2,80: Die Stützschwelle bei Aicha“ verteilt und als Argumentation eingesetzt. Diese Filme wurden z.B. bei einer Veranstaltung des Hafenforums am 29.10.2008 in Deggendorf gezeigt.
Die Filme vermitteln ein verzerrtes Bild der Stauvariante C/C2,80 und der angeblichen Ausgleichbarkeit dieser Variante. Einzelne Aussagen sind schlicht unwahr oder gehen an den wahren Problemen, die mit einer Staustufe verbunden wären, vorbei. Falsch ist – zitiert als ein Beispiel für viele – etwa folgende Aussage: „Auch bei Niedrigwasser fließt die Donau an der Stützschwelle immer noch so schnell, wie etwa im frei fließenden Bereich zwischen Straubing und der Isarmündung.“ Sachlich richtig ist: Auf dem allergrößten Teil der Strecke zwischen Straubing und Isarmündung ist die Fließgeschwindigkeit mindestens doppelt so groß, wie diese an der Staustufe Aicha wäre.
Wir wollen den Filmen naheliegenderweise nicht die Aufmerksamkeit verschaffen, die diese nicht verdienen. Wir bieten jedoch hier anhand der Transkription des gesprochenen Textes und einiger grundlegender Kommentare hierzu die Möglichkeit, zumindest einen kleinen Teil der in den Filmen verbreiteten Falschaussagen und Fehlbewertungen nachzuvollziehen.
Anmerkungen zum Film „Variante C/C 2,80: Die Stützschwelle bei Aicha“ [pdf, 260 kB]
Anmerkungen zum Film „Umgehungsgewässer – Das neue Gesicht der Donau“ [pdf, 400 kB]
Massive Kritik des Bund Naturschutz: Exponenten der Niederbayern-CSU führen mit Falschargumenten Partei und Bürger hinter's Licht
Mit der Erkenntnis, dass die Erhaltung der letzten verbliebenen naturnahen Lebensräume für unser Land und unsere Zukunft wichtiger sind, als der immer weitere Ausbau fragwürdiger Verkehrsträger, stellen immer mehr Bürger, auch Mitglieder und Mandatsträger der CSU, den Sinn einer weiteren Staustufenkanalisierung der Donau in Frage. Das allerdings alarmierte eine kleine Gruppe niederbayerischer CSU-Politiker um den Landtagsabgeordneten und ehemalien CSU-Pateichef Erwin Huber, den Bundestagsabgeordneten Ernst Hinsken und den Europaparlamentarier und niederbayerischen CSU-Chef Manfred Weber, die sich, aus welchen Gründen auch immer, seit Jahren für den Staustufenbau stark machen.
Ihre Kampagne folgt dem Rezept
verharmlose die geplante Staustufe zur „Stützschwelle“,
behaupte, die Eingriffe des Staustufen- und Kanalbaus seien ausgleichbar, ja sogar ein Vorteil für die Ökologie von Fluss und Aue,
behaupte, die Donau sei ohne die Staustufe die Hälfte des Jahres nicht befahrbar,
behaupte, um Druck auf die Bevölkerung auszuüben, erst wenn für den Bau von Staustufe und Schleusenkanal entschieden ist, sei ein wirkungsvoller Hochwasserschutz möglich,
erfinde eine verkehrliche Wirkung und eine wirtschaftliche Bedeutung der Staustufe.
Die Vorsitzenden des Fischereiverbandes, des Landesbund für Vogelschutz und des Bund Naturschutz kritisieren massiv die Falschaussagen der CSU-Abgeordneten und fordern vom CSU-Vorsitzenden und Ministerpräsidenten Horst Seehofer wie auch vom zuständigen Wirtschaftsminister Martin Zeil sich für die Erhaltung der Lebensader Donau einzusetzen.
Die vollständige Pressemitteilung hierzu finden Sie hier.
Eine Auswahl der von Manfred Weber verbreiteten Unwahrheiten zum Donauausbau finden Sie hier [pdf, 110 KB]
Das neu erworbene
Grundstück im Mühlauer Bogen. V.l.n.r.: G. Kestel, K. Aichinger,
Dr. A. Birnberger, R. Hirschenauer, D. Scherf (Bild: BN)
Im sogenannten „Mühlauer Bogen“ zwischen Winzer und Hofkirchen konnte der Verband zu den bereits erworbenen Flächen kürzlich zwei Flurstücksstreifen mit insgesamt etwa 7000 m² kaufen. An der frei fließenden Donau zwischen Straubing und Vilshofen besitzt der Bund Naturschutz damit 17 Flurstücke mit insgesamt etwa 8 Hektar Land. Finanziert wurden die Käufe ohne staatliche Fördergelder, ausschließlich aus Spenden, die dem BN zumeist spontan als Beitrag gegen die Staustufenkanalisierung angetragen wurden. Ein großer Teil für die Grundstücke im Mühlauer Bogen kam von den „Freundinnen der Donau“, für die Rosa Hirschenauer und Dr. Anita Birnberger zusammen mit Georg Kestel und Dieter Scherf die Grundstücke besuchten und eine entsprechende Plakette anbrachten. „Für uns ist die Donau die Lebensader der Landschaft, die nicht durch eine Staustufe blockiert werden darf“, so Dr. Birnberger für die „Freundinnen“. Der Zuschuss der Gruppe resultiert aus dem Verkauf des beliebten, jährlich neu aufgelegten Donau-Kalenders, der Rest des Kaufpreises stammt aus bayernweit eingehenden Spenden an den BN für die Donau. „Die Bereitschaft der Bevölkerung, Geld für den Erwerb von Grundstücken an der Donau und für unsere Sacharbeit gegen den Ausbau zu geben, ist nach wie vor ungebrochen“ freut sich Kestel.
Die vollständige Pressemitteilung zum Grundstückskauf finden Sie hier.
Spendenkonto des Bund Naturschutz Deggendorf zur Unterstützung des Einsatzes für die frei fließende Donau: Konto-Nr. 380 015 057, Sparkasse Deggendorf, BLZ 741 500 00
Ein von dem grünen Landtagsabgeordneten Eike Hallitzky in Auftrag geegebenes Gutachten zeigt: der Ausbau der Wasserstraße mit der Variante C/C2,80 bringt der Umwelt Nachteile und keine Entlastung für die Straßen. Vor allem auch wegen der größeren Länge der Wasserstraße (u.u. durch Maindreieck und Mainviereck) ist die Schadstoff und CO2-Bilanz eines Wasserstraßentransportes mindestens gegenüber der Bahn erheblich schlechter.
Selbst die unter optimistischen Randbedingungen angenommene Entlastung der Straße durch das Binnenschiff nach einem Ausbau würde zu einer Abnahme des LKW-Verkehrs lediglich im Promillebereich, also an der Grenze der Rechengenauigkeit, führen. Konsequenz muss sein: Für wenige Promille Entlastung der Straße lassen wir uns unser Welt-Kultur- und Natur-Erbe nicht zerstören !
Das Gutachten finden Sie hier [externer Link].
Rodungsfläche an der
Isarmündung; Der Abtrag der Uferrehne (Auflandungen am Ufer der
Isar) hat noch positive Auswirkung auf den Auwald. Die übrigen
geplanten Rodungen sind dagegen hydraulisch unsinnig und völlig
unnötige Eingriffe in ein international bedeutsamens Auengebiet.
(Bild: Kestel)
Als „brutalen und unnötigen Eingriff in eines der wertvollsten Schutzgebiete Bayerns und Deutschlands“ werten die bayerischen Naturschutzverbände die geplante Rodung von etwa 40 ha Wald und Weidengebüsch im Isarmündungsgebiet. Der Eingriff soll angeblich notwendig sein, um die früheren Hochwasserpegel wieder herzustellen. In den Genehmigungsunterlagen ist ein hydraulischer Nachweis der Rhein-Main-Donau Wasserstraßen GmbH (RMD) zur Notwendigkeit der Rodungen enthalten. Ein aktuelles Gutachten zur Bewertung der RMD-Berechnungen, das der Bund Naturschutz in Bayern e. V. (BN) bei Prof. Dr. Bernhart (Universität Karlsruhe) in Auftrag gegeben hat, zeigt jedoch, dass die Wälder und Gebüsche an der Isarmündung nicht für die zunehmenden Pegelstände im Hochwasserfall verantwortlich sind. „So wie es von der RMD aufgebaut und berechnet wurde, unterschätzt das Modell systematisch die Effekte des Maisanbaus und überbewertet den Effekt der Gehölze auf den Wasserstand ganz erheblich“, fasst Georg Kestel, Landschaftsarchitekt und Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Deggendorf die Ergebnisse der Bernhart-Studie zusammen. „Dass sich der erhöhte Wasserspiegel vor allem an den früheren Maisanbaufeldern aufbaut, kann man aus dem Verlauf der Wasserspiegelkurven eindeutig ablesen. Die gut durchströmbaren Pappelforste an der Isarmündung haben dagegen nur minimalen Einfluss.“
Weitere Informationen (aktuelle Pressemitteilungen) finden Sie hier.
Das Gutachten von Prof. Bernhart können Sie hier herunterladen [pdf, 10,2 MB]
Die Stellungnahme des BN können Sie hier herunterladen [pdf, 4,3 MB].
Zu den Seiten von Landesbund für Vogelschutz und Landesfischereiverband
„Das nächste Hochwasser kommt bestimmt – aber wann bekommen wir einen vernünftigen Hochwasserschutz?“ Das fragen sich viele Bürger, die nahe der Donau wohnen, besonders in Niederalteich und Umgebung, die seit Jahrzehnten mit dem Hinweis auf die offene Frage des Wasserstraßenausbaus hingehalten werden. Dabei ist die Frage des Donauausbaus mit dem Bundestagsbeschluss von 2002 für den Ausbau ohne Staustufen eigentlich entschieden. Sie wird aber seitdem von der Bayerischen Staatsregierung künstlich offen gehalten, in der Hoffnung, doch noch ein Staustufenprojekt durchsetzen zu können. „Mit dem Ausbau des Hochwasserschutzes gegen ein hundertjährliches Hochwasserereignis hätte längst begonnen werden können – die Kanalisierungslobby treibt ein übles Spiel mit der Sicherheit der Bürger und ihres Besitzes“ stellt dazu Hubert Ammer, Niederalteicher Landschaftsarchitekt und Ortsvorsitzender des Bundes Naturschutz fest, der von einem Jahrhunderthochwasser selbst betroffen wäre.
Mit der Einstufung der frei fließenden Donau als „natürliches Gewässer“ nach der Wasser-Rahmenrichtlinie ist ein Stau kaum mehr durchsetzbar – die frei werdenden Mittel und Grundstücke sollten unmittelbar für die Verbesserung des Hochwasserschutzes verwendet werden.
Weitere Informationen (aktuelle Pressemitteilungen) finden Sie hier.
Webseiten werden aktualisiertDie Kreisgruppe Deggendorf des Bund Naturschutz ist, weil aus früheren Zeiten unerlaubt Stadtpläne auf den Webseiten zu finden waren (aber nur für die, die die exakte Adresse kennen !) kostenpflichtig abgemahnt worden. Dies verdankt sich einer einschlägig bekannten Hamburger Rechtsanwaltskanzlei (Frömming & Partner), die auf dieses Geschäft spezialisiert ist und die selbstverständlich keine Hemmungen hat, auch einen ehrenamtlich und gemeinnützig arbeitenden Verband um mehrere hundert Euro zu erleichtern. Als Konsequenz überprüfen wir gegenwärtig unsere gesamten, doch recht umfangreichen Webseiten – Bilder und Darstellungen, deren Nutzungsrecht aktuell nicht eindeutig und zweifelsfrei festgestellt werden können, wurden und werden entfernt. Wir bitten unseren zum Teil lückigen Internetauftritt zu entschuldigen und bemühen uns im Rahmen unseres Zeitbudgets um eine Neuorganisation des Internetauftrittes. |
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Die Vorgaben für den Ausbau der internationalen Wasserstraße Donau von Deutschland bis zum Schwarzen Meer müssen so bemessen werden, dass die überragende Arten- und Biotopvielfalt der Donau und die Qualität der natürlichen Ressourcen erhalten bleibt. Dies fordern die Naturschutzverbände der Donau-Anrainerländer anlässlich eines Fachsymposiums des österreichischen Verkehrsministeriums in Ybbs an der Donau.
Hier finden Sie die gemeinsame Pressemitteilung von BN, LBV und WWF zu diesem Thema.
Die Zusammenfassung einer aktuellen Studie zum (fehlenden) sozio-ökonomischen Nutzen einer weiteren Vertiefung der Wasserstraße, die vom MAKK (Hungarian Environmental Economics Centre) in Zusammenarbeit mit dem WWF Donau-Karpatenprogramm erstellt wurde, finden Sie hier [pdf-Datei, 225 KB, englischsprachig].
Die genaue Analyse der Förderbedingungen zeigt: die Förderung eines sanften Ausbaus unter Erhalt der frei fließenden Donau ist förderfähig. Ein Förderantrag für den Ausbau der Wasserstraße hat derzeit aber keine Aussicht auf Erfolg, weil Bayern im Raumordnungsverfahren auf die Prüfung der FFH-Verträglichkeit verzichtet hat.
Lesen Sie hier
(Bereich Donau Aktuell, Pressemitteiliungen) mehr zu diesem
Thema.
Weiter Informationen zur Förderfähigkeit der Variante A
können Sie hier
als pdf-Datei [310 KB] herunterladen.
In einer Resolution vom 5. Juni 2005 hat der Bayerische Heimattag (ein Zusammenschluss des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege, des Verbandes Bayerischer Geschichtsvereine und des Bund Naturschutz) die Anerkennung der niederbayerischen Donaulandschaft als UNESCO Weltnatur- und Kulturerbe vorgeschlagen.
Hierzu
haben die Ausschüsse für Hochschule, Forschung und Kultur sowie für
Umwelt und Verbraucherschutz des Bayerischen Landtags am 28.02.2007
eine Anhörung mit dem Thema „Chancen einer Ausweisung der
Donaulandschaft zwischen Straubing und Vilshofen mit dem
Isarmündungsgebiet unter Einbeziehung der Städte Regensburg und
Passau als Weltkultur- und Weltnaturerbe der UNESCO“ durchgeführt.
Aus den Antworten der geladenen Experten (darunter der Vorsitzende des Bund Naturschutz in Bayern, Prof. Hubert Weiger) wurde deutlich, dass das Gebiet zwischen Straubingund Vilshofen gute Chancen besitzt, die strengen Anforderungen der UNESCO zu erfüllen.
Das Protokoll zu der Anhörung (mit den schriftlichen Antworten des BN-Vorsitzenden im Anhang) können sie hier [pdf-Datei, 2,7 MB] nachlesen, eine Übersichtskarte zum möglichen Welterbe-Gebiet [pdf-Datei, 315 kB] zeigt Highlights der Kultur- und Naturausstattung.
Wir freuen uns ...... über neue Mitglieder: Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf (Bund Naturschutz in Bayern, Kreisgruppe Deggendorf, Maria-Ward-Platz 5, 94469 Deggendorf, Tel: 0991 – 32555; Fax: 0991 – 342214; e-mail: bund-naturschutz@degnet.de). Online können Sie auf der Webseite des Bund Naturschutz in Bayern Mitglied werden); ... über Spenden zur Unterstützung unserer Arbeit. Spenden an den Bund Naturschutz e.V. als gemeinnützigem Verband sind von der Steuer absetzbar. Bei Beträgen über 100 Euro erhalten Sie eine Spendenquittung von uns, wenn Sie auf dem Überweisungsträger Ihre vollständige Adresse angeben. Kontoverbindungen: Sparkasse Deggendorf, Konto-Nr. 380 015 057, BLZ 741 500 00. |