Umweltpolitischer Aschermittwoch abgesagt !
[Deggendorf / Nürnberg / 09.02.2016]

Ebenso wie die politischen Parteien sagen die Umweltverbände als Reaktion auf das Zugunglück bei Bad Aibling ihren Umweltpolitischen Aschermittwoch ab.

Die gemeinsame Veranstaltung von Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz und Landesfischereiverband Bayern sollte am Mittwoch ab 19 Uhr im Saal des Hotels Gäubodenhof in Straubing stattfinden.



Umfangreiches Veranstaltungsprogramm 2016 erschienen
[Deggendorf / 05.02.2016]

An die 50 Veranstaltungen umfasst das Jahresprogramm der BUND-Naturschutz Kreisgruppe Deggendorf in diesem Jahr. „Wir freuen uns, heuer ein besonders umfangreiches Veranstaltungsprogramm mit einigen Neuerungen präsentieren zu können!“, erklärt der 1. Vorsitzende Georg Kestel. So lädt der Verband gleich zweimal zu mehrtägigen Exkursionen jenseits der Landkreisgrenze ein – in die Nationalparke Berchtesgaden und Bayerischer Wald. Neu im Programm sind auch die Stammtisch-Runden, zu denen der BN jeden dritten Freitag im Monat im Gasthaus „Zur Knödelwerferin“ Mitglieder und Gäste willkommen heißt.

Die meisten Veranstaltungen finden weiterhin „vor der Haustüre“ statt, um der heimischen Bevölkerung genauso wie Besuchern oder frisch Zugezogenen die landschaftlichen Reize, die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt und die ökologischen Besonderheiten unserer Region zu zeigen. So kann man sich unter fachkundiger Führung auf die Spuren von Vögeln, Libellen und Fledermäusen oder auch Pilzen und botanischen Raritäten begeben. Ein Vortrag von Dr. Gertrud Scherf wirft im Herbst einen Blick auf den „Mythos Baum“, Dieter Scherf wird im Oktober „Furten, Fähren und Brücken über die Donau“ und deren kulturgeschichtliche Bedeutung für die Region präsentieren. . Erstmalig sind auch zwei Veranstaltungen zum Thema „Ökolandbau“ im Programm.

Wie immer haben die Donauveranstaltungen ihren festen Platz im Programm: So lädt der BN im Mai wieder zum Donaufest nach Niederalteich ein, zu Beginn der Sommerferien besteht Gelegenheit, bei einer Schifffahrt die Donau auf dem Wasser zu erleben. Im Dezember steht mit dem 25. Internationalen Donaukongress schließlich ein besonderes Jubiläum im Kalender.

Außerdem findet heuer die Landesdelegiertenversammlung des BN in der Stadthalle Deggendorf statt. Am Tag vor der Versammlung richtet der BN-Landesverband den „Bayerischen Naturschutztag“ aus: Am 29. April besteht für die interessierte Öffentlichkeit Gelegenheit, sich zu aktuellen Naturschutzfragen zu informieren und auszutauschen.

Dank einer Förderung durch den Fonds des Bayerischen Umweltministeriums kann der Verband heuer sein Angebot für Kinder und Jugendliche ausweiten. „Das Umweltbildungsschiff „TAKATUKA“ und die „Schatzkiste Donau“ bleiben fester Bestandteil der Umweltbildung. Vor allem für Schulen dürfte die neue Mach-Mit-Ausstellung „Lebendige Donau in Bayern und Europa“ interessant sein, welche die Donau auch in der kalten Jahreszeit und damit rund ums Jahr in die Klassenzimmer bringt.“, beschreibt BN-Mitarbeiterin Irene Weinberger-Dalhof die verbreiterte Angebotspalette. Anmeldungen für alle drei Projekte sind in der BN-Geschäftsstelle unter Tel. 0991-32 555 möglich. Dauerbrenner wie die Biber-Wanderung im Isarmündungsgebiet und die viertägigen Paddeltour auf der Donau runden das Programm für die junge Generation ab.

„Wie in den letzten Jahren auch stellen alle Exkursionsleiter und Referentinnen ihre Kenntnisse und Qualifikationen ehrenamtlich zur Verfügung“, macht Georg Kestel schließlich noch deutlich – „das ist nicht selbstverständlich – und dafür sagen wir auch an dieser Stelle schon mal ein herzliches Dankeschön!“

Wer sich für die Angebote des Bundes Naturschutz im Landkreis Deggendorf interessiert, kann das Programmheft in der BN-Geschäftsstelle, Amanstr. 21, 94469 Deggendorf (Tel. 0991-32555) oder auch bei der Tourist-Information am Oberen Stadtplatz und bei den bekannten Auslegestellen in Deggendorf abholen.

BN-Mitglieder bekommen das Jahresprogramm 2016 wie immer per Post zugesandt, in diesem Jahr mit einer Neuauflage der „Deggendorfer Natur-Notizen“. Nach längerer Pause will die Kreisgruppe wieder zweimal im Jahr mit einem eigenen Informationsblatt in aller Kürze und leicht verständlich über Naturschutzthemen im Landkreis berichten. Ein Thema diesmal ist unter anderem die Diskussion um das neue Tierheim in Stauffendorf bzw. bei Breitfeld.

Das Programm finden Sie hier [pdf, 1,1 MB]

Die aktuelle Ausgabe der „Deggendorfer Natur-Notizen“ finden Sie hier [pdf, 1 MB]

24. Internationalen Donaukongress am 5. und 6. Dezember 2015 in der Land-Volkshochschule Niederalteich:
„Hochwasserschutz an der Donau – Leben an der Donau“
[Deggendorf / 06.12.2015]

Zwei Jahre nach dem Jahrhunderthochwasser im Juni 2013 mit verheerenden Deichbrüchen an der Donau unterhalb von Niederalteich und an der Isar bei Fischerdorf sind in unserer Region etliche Projekte zur Verbesserung des Hochwasserschutzes umgesetzt worden. Viele weitere Vorhaben sind in Planung oder im Genehmigungsverfahren. Entlang der gesamten bayerischen Donau und an einigen Zuflüssen sollen außerdem Flutpolder entstehen - an vielen Standorten sind diese Planungen allerdings umstritten. Neben den Maßnahmen des technischen Hochwasserschutzes werden in jedem Fall, auch nach dem Hochwasserschutzkonzept 2020plus der Bayerischen Staatsregierung, weitere Maßnahmen zur Verbesserung des Rückhalts von Wasser im Einzugsgebiet nötig werden.

Der Vortragstag zum Kongress am Samstag, den 5. Dezember, vermittelte daher nicht nur einen Überblick über das Hochwasserschutzkonzept 2020plus der Bayerischen Staatsregierung. Ein besonderer Fokus lag auf der Vorstellung und Diskussion möglicher Maßnahmen des natürlichen und dezentralen Hochwasserschutzes in der Fläche.

Am Nachmittag wurde der aktuelle Stand der Ausbauplanungen – ebenfalls mit Blick auf die Hochwassersituation – dargestellt und bewertet. Außerdem präsentierten Schülerinnen der Angela-Fraundorfer-Realschule in Aiterhofen das Netzwerk und aktuelle Aktionen der UNESCO-Projektschulen entlang der Donau.

Auch die Diskussion am Sonntag, den 6. Dezember widmete sich dem Thema Hochwasserschutz. Hierzu diskutierten unter der Leitung von Christian Schneider mit Bürgermeisterin Jutta Staudinger (CSU, Stephansposching), MdB Rita Hagl-Kehl (SPD, Deggendorf), MdL Hubert Aiwanger (Freie Wähler, Rottenburg), MdL Rosi Steinberger (Bündnis 90 / Die Grünen, Landshut) und Stefan Hölzl (Die Linke, Straubing) Vertreter der im Bundes- oder Landtag vertretenen Parteien und Hubert Weiger (BUND Naturschutz und BUND).

Das Faltblatt mit dem Programm finden Sie hier zum download.

Der Donaukongress hat eine Resolution beschlossen, die Sie hier ebenso wie in Kürze die Präsentationen zu den Vorträgen herunterladen können:

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Resolution des 24. Int. Donau-Kongresses

Martin Schmid: Hochwasserschutzkonzept 2020plus - Wirkung von Hochwasserschutz-maßnahmen

Dr. Christian Damm: Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes: Aue und Flutpolder im ökologischen Vergleich

Dr. Wolfgang Rieger: Wirkung dezentraler Hochwasserschutz-maßnahmen

Dr. Christine Margraf: Offene Fragen und Aufgaben bei der Verbesserung des Hochwasserschutzes

Georg Kestel: Ausbau der Wasserstraße Donau Straubing - Vilshofen und Verbesserung des Hochwasserschutzes: Bewertungen und Anregungen

Angela-Fraundorfer-Realschule Aiterhofen für die UNESCO-Projektschulen an der Donau: Lokal, regional, global: Junge Menschen erfahren die Donau als ihren Lebensraum in Europa

„Außergewöhnlich reiches Natur- und Kulturerbe an der Donau“ - Informativer Bilder-Streifzug mit Dieter Scherf
[Deggendorf / 18.11.2015]

„Die niederbayerische Donauregion ist ein lebendiges Erbe einer Jahrtausende währenden Kultur, die eindrucksvolle Zeugnisse menschlicher Gestaltungskraft und artenreiche Naturlebensräume hervorgebracht hat“, fasste Dieter Scherf zum Ende seine Vortrages seine Ausführungen zusammen. Scherf präsentierte auf Einladung der Kreisgruppe Deggendorf des Bundes Naturschutz unter dem Titel „Heimat Donau - reiches Natur- und Kulturerbe“ am 12. November einen Lichtbildervortrag in der Geschäftsstelle des Verbandes in der Amanstraße 21.

Der Bayerische Heimattag hatte im Jahr 2005 auf einer Tagung in Straubing angeregt, wegen der reichen Ausstattung die Landschaft an der niederbayerischen Donau zwischen Straubing und Vilshofen bzw. zwischen Regensburg und Passau als Weltkultur- und -Naturerbe von der UNESCO anerkennen zu lassen. „Erst im Lauf der Auseinandersetzung um die Donau-Ausbaupläne haben wir richtig erkannt, welche außergewöhnlichen, oft wenig beachteten Schätze wir in dieser Region haben, und wie hier in der Landwirtschaft eine Kultur weiterlebt, die vor über 7000 Jahren ihren Anfang genommen hat“, erklärte Scherf, der bis zum Jahr 2008 über viele Jahre Vorsitzender der Kreisgruppe Deggendorf des BN war und heute noch im Landesvorstand des Verbandes aktiv ist.

Was für ein gewaltiges Erbe die Region zu bieten hat, zeigte der Referent in einer Vielzahl beeindruckender Bilder. „Einzigartig ist, dass hier eine Fülle menschlicher Spuren aus allen Siedlungsepochen seit der Frühsteinzeit zu finden ist und bestimmte Traditionen und Strukturen bis heute Bestand haben. Die Kultur des Ackerbaus zum Beispiel ist entlang der Donau zu uns gelangt und wird seit den Anfängen ohne Unterbrechung in unserer Region betrieben.“ Selbst im Verlauf der heutigen Straßen spiegelten sich alte Strukturen wieder: „Die heutige B8 verläuft genau dort, wo schon die Römer ihre Hauptstraße gebaut haben - und damit wiederum dem Verlauf einer alten keltischen Wegeverbindung gefolgt sind.“ Auch aus späteren Epochen sei die Region bis heute mit hervorragenden Zeugnissen gesegnet, so mit den Donauklöstern Niederalteich, Metten, Bogen und Oberalteich oder den Stadtgründungen der Wittelsbacher in Straubing, Deggendorf und Vilshofen.

Zusammen mit der Kultur hat sich auch - in gegenseitiger Abhängigkeit - die Landschaft entwickelt. „Entlang der Donau ist heute keine Natur-, sondern vor allem Kultur-Landschaft zu finden - aber mit einer unfassbar reichen Ausstattung.“ Unter anderem die neuesten Untersuchungen zum Donauausbau hätten erneut die enorme Vielfalt und den enormen Wert der Tier- und Pflanzenwelt in der Donau und ihrer Aue gezeigt; diese Feststellung belegte der Referent nicht nur mit Zitaten aus den genannten Untersuchungen, sondern auch mit entsprechenden Bildern, zum Beispiel zur Pflanzenvielfalt der Sammerner Heide, mit Vertretern der Vogelwelt von Brachvogel bis Blaukehlchen und zum Reichtum der Amphibien-, Muschel-, Schnecken- und Fischfauna.

Daran, dass die niederbayerische Donau-Landschaft durchaus die Voraussetzungen besitzt, als Welterbe anerkannt zu werden, bestand für die Zuhörer am Ende kaum mehr ein Zweifel - die Diskussion drehte sich mehr um die Frage, wie es mit dem vor einigen Jahren gestellten Antrag weitergeht (er soll aktualisiert und in der nächsten Bewerbungsrunde wieder eingereicht werden); festgestellt wurde auch, dass „Welterbe“ nicht bedeute, dass Menschen und Landschaft „unter eine Käseglocke“ gesetzt würden. „Wir glauben, dass schon die Bewerbung ein Gewinn für die Region ist, weil das Bewusstsein für unser außergewöhnliches Erbe zunimmt“, erklärte Scherf abschließend und bat die Zuhörer, die Idee als Multiplikator weiter zu verbreiten.

Zum Bild: Im Donautal hat sich eine reichhaltige Kulturlandschaft entwickelt - maßgeblichen Anteil daran hatten auch die Donauklöster wie das im 8. Jahrhundert gegründete Benediktiner-Kloster Niederalteich. Die Donau selbst belegt mit ihrem Abschnitt zwischen Straubing und Vilshofen u.a. in der Fischarten-Vielfalt einen Spitzenplatz in Europa. Bildautor: Georg Kestel

Freunde der Natur gesucht: Der Bund Naturschutz wirbt im Landkreis Deggendorf um neue Mitglieder
[Deggendorf / 19.10.2015]

Unter dem Motto „Die Natur braucht Freunde – auch im Landkreis Deggendorf“ sind ab sofort drei junge Frauen und Männer im Landkreis Deggendorf unterwegs – als Werbeteam in Sachen Natur. Denn der Bund Naturschutz (BN) möchte weitere Unterstützer gewinnen. „Wir wollen auch in Zukunft ein unabhängiger und unbestechlicher Anwalt der Natur sein. Je mehr Menschen hinter uns stehen, desto besser können wir diese Aufgabe wahrnehmen. Wir wollen mit der Werbeaktion potenzielle neue Unterstützer von uns aus ansprechen“, erklärt Georg Kestel, Vorsitzender der Kreisgruppe Deggendorf.

In den kommenden Wochen sind daher Samira Moqaddem, Hoang Pham und Lorenzo Fontanini zwischen 12 und 20 Uhr in der Stadt Deggendorf und den Gemeinden im Landkreis unterwegs, in den nächsten Tagen kommen noch zwei Werber dazu. Am BN-T-Shirt und entsprechenden Ausweisen sind sie eindeutig erkennbar. Die Werber unter der Leitung von Samira Moqaddem informieren über den Bund Naturschutz und haben entsprechende Beitrittsformulare dabei. Geldspenden dürfen sie grundsätzlich nicht verlangen oder annehmen.

„Wenn Umwelt- und Naturschutz heute als wichtiges gesellschaftliches Ziel anerkannt ist, dann auch dank des politischen Gewichtes und der Arbeit vieler Freiwilliger in den Naturschutzverbänden“, erklärt Kestel. Dies habe zum Beispiel auch in der Entscheidung über Projekte wie den Donauausbau eine Rolle gespielt. „Gerade diese Aufgabe ist aber noch nicht beendet, jetzt geht es darum, die geplanten Flussregulierungen im Detail so naturverträglich wie möglich auszugestalten – da steht noch viel Arbeit vor uns. Außerdem wollen und müssen wir an der Renaturierung von Flüssen und Bächen wie auch von Feuchtgebieten und Mooren dran bleiben. Das hilft nicht nur der Vielfalt von Arten und Biotopen, sondern trägt auch zur Verbesserung des natürlichen Hochwasserschutzes bei“, umreißt Kestel einen Teil der zukünftigen Aufgaben des Verbandes.

Unterstützung leisten mögliche neue „Freunde der Natur“ aber auch zum Beispiel für die Umweltbildung im Landkreis. „Seit der Erfindung des Takatuka-Programms 1999 und der Etablierung der „Schatzkiste Donau“ vor mehreren Jahren hat sich die Umweltbildung zum zweiten Schwerpunkt unserer Tätigkeit entwickelt. Die enorme Nachfrage bestätigt uns – fast 2000 Kinder und Jugendliche lernen jedes Jahr die Naturschätze unserer Heimat hautnah kennen“, erläutert Kestel. „Wir wollen ab dem nächsten Jahr auch noch eine Mitmach-Ausstellung aufbauen, die zusammen mit eigenen Unterrichtseinheiten an Schulen verliehen werden kann“, erklärt der Kreisgruppen-Chef weiter, weist aber gleichzeitig auch darauf hin, dass der BN gerade für diese Aufgaben jedes Jahr mehrere tausend Euro aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen aufwendet.

„Zugute kommen neue Mitglieder außerdem unseren Anliegen vor Ort, etwa wenn es um Baugebietsausweisungen und Verkehrsplanungen oder um die Zukunft der Energieversorgung im Landkreis geht“, meint Kestel. „Sie helfen außerdem der Naturschutzarbeit im Hintergrund, etwa wenn wir ökologisch besonders wertvolle Biotopflächen als Schutzgrundstücke kaufen oder pachten können.“

Die Mitgliederwerbeaktion läuft voraussichtlich bis Mitte November. Weitere Informationen sind in der Geschäftsstelle der Kreisgruppe unter 0991 – 32555 und unter deggendorf@bund-naturschutz.de erhältlich.

Zum Bild: Ab sofort werben Lorenzo Fontanini, Samira Moqaddem und Hoang Pham (im weißen Bund Naturschutz - T-Shirt, v.l.n.r.) um „Freunde der Natur“, die die Arbeit des Bundes Naturschutz im Landkreis Deggendorf als Mitglied unterstützen möchten. Der BN wird im Landkreis von Georg Kestel (rechts) als erstem und Harald Freihoffer als 2. Vorsitzendem (links) vertreten.

Die „Magie der Moore“ im Kino erleben: Der neue Naturfilm von Jan Haft als „künstlerischer Film“ im Schwali in Deggendorf
[Deggendorf / 02.11.2015]

Der Boden gibt unter den Tritten nach, Wasser quillt hervor, man betritt buchstäblich unsicheren Boden; 1842 verfasste die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff die Ballade "Der Knabe im Moor":

O schaurig ist´s, übers Moor zu gehn,
wenn es wimmelt vom Heiderauche,
Sich wie Phantome die Dünste drehn
Und die Ranke häkelt am Strauche,
unter jedem Tritte ein Quellchen springt,
Wenn aus der Spalte es zischt und singt,
O schaurig ist´s, übers Moor zu gehn,
Wenn das Röhricht knistert im Hauchel . . .

Im Gedicht entrinnt das Kind glücklich dem Moor und wird so nicht zur Moorleiche ...

Die beeindruckend schöne Welt der Moore wird am Sonntag, den 08.11. um 18.00 Uhr und am Dienstag, den 10. November 2015 völlig gefahrlos im Kinosessel in Deggendorf erlebbar. Am Dienstag abend ab 17:45 und 19:45 Uhr läuft im Schwali-Kino (Pfleggasse 16) der neue Naturfilm von Jan Haft über diesen Lebensraum. Und weil Moore ganz besondere Naturschätze sind, empfiehlt diesmal auch der Bund Naturschutz (BN) den Kinobesuch ganz besonders. „Einige Hochmoore haben sich auch bei uns im Vorderen Bayerischen Wald als Relikt-Lebensräume der Eiszeit erhalten. Moore spielen außerdem im Wasserhaushalt der Landschaft eine wichtige Rolle, etwa für den Hochwasserschutz“, erklärt Georg Kestel, der Vorsitzende der Kreisgruppe Deggendorf des BN. Er wird am Dienstag in der Begrüßung zum Film auch kurz auf diesen, für Deggendorf durchaus bedeutsamen Zusammenhang eingehen.

Im 19. Jahrhundert und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden die allermeisten Moore durch Torfabbau intensiv genutzt und anschließend als angeblich „wertloses Ödland“ in land- und forstwirtschaftliche Nutzungsflächen umgewandelt. Eine enorme Fläche wurde so bisher zerstört, nur 1 Prozent unserer bayerischen Moore ist heute noch als „natürlich“ zu bezeichnen“. Auch der Klimawandel trifft die Moore hart: vielen Arten, die das kühle und nasse Klima im Moor brauchen, droht es zu warm und zu trocken zu werden.

Heute weiß man, dass die Eiszeitrelikte besonders wertvolle Lebensräume sind. In den Mooren wurde quasi die Klima- und Vegetationsgeschichte der letzten 10.000 Jahre konserviert. Hinzu kommt die einzigartige Bedeutung für den Wasser- und Klimahaushalt und eine einmalige Fauna und Flora.

Auch in der unmittelbaren Umgebung Deggendorfs gibt es mit der Oberbreitenau bei Bischofsmais und der Todtenau an der Grenze zur Gemeinde Kirchberg zwei besonders schöne Hochmoore vor der Haustüre. Sie können teilweise auf Bohlenstegen begangen werden können. Noch eindrucksvoller sind zum Beispiel das Zwieselter Filz und der Latschenfilz im Nationalpark Bayerischer Wald. Das Ganze lässt sich nochmals steigern durch einen Besuch im tschechischen Nationalpark Sumava und dem Besuch zum Beispiel des Säumermoores bei Lenora.

Der Film von Jan Haft entstand in fünf Jahren Drehzeit; dabei kam modernste Kameratechnik zum Einsatz. Der Regisseur ist durch Filme wie „Wildes Deutschland“, „Mythos Wald“ oder „Das Kornfeld“ als herausragender Naturfilmer bekannt. Kürzlich wurde im Bayerischen Fernsehen der mehrfach ausgezeichnete Naturfilm „Wildes Skandinavien“ gezeigt.

Zu den Bildern:

Ein bekanntes und auf einem Holzbohlenweg („Ochsenklavier“) begehbares Hochmoor mit großem Moorsee ist das Latschenfilz im Nationalpark Bayerischer Wald an der Grenze zu Tschechien. (Bildautor: G. Kestel)

Das Hochmoor „Todtenau“ liegt an der Grenze des Stadtgebietes Deggendorf zur Gemeinde Kirchberg. Eine Besonderheit ist das Vorkommen von „Moor-Spirken“, einer besonderen Form der Waldkiefer. (Bildautor: H. Freihoffer)

Der Sonnentau (hier im Zwieselter Filz) ist eine der heimischen fleischfressenden Pflanzen: Insekten kleben an den „Tautropfen“ fest und werden von der Pflanze „verdaut“; der Sonnentau bessert so seine Nährstoffversorgung auf. (Bildautor: G. Kestel)

Mooraugen“ sind kleine Tümpel im Hochmoor, wie hier im Zwieselter Filz in den Hochlagen des Bayerischen Waldes. (Bildautor: G. Kestel)

Vortrag mit Dieter Scherf zur „Schifffahrt auf der Donau“
[Deggendorf / 02.11.2015]

Seit Beginn der Diskussion um den Ausbau der Wasserstraße Donau spielen die Ansprüche der Binnenschifffahrt eine gewichtige Rolle. „Mit der Schifffahrt haben wir uns daher schon länger recht intensiv auseinander gesetzt“ erklärte Dieter Scherf zu Beginn seines Vortrags für den Bund Naturschutz am 29. Oktober. „Über die Frage nach den transportierten Güterarten, den Fahrstrecken und vorherrschenden Schiffstypen kommt man schnell zu der Frage, wie sich die Schifffahrt auf der Donau entwickelt hat – und wie sich dadurch bisher der Fluss und die Landschaft verändert haben.“

Zu dem reich bebilderten Vortrag von Dieter Scherf konnte Georg Kestel, Vorsitzender der Kreisgruppe Deggendorf, mehr als zwanzig Interessierte in der Geschäftsstelle des Bund Naturschutz in Deggendorf begrüßen. Scherf war bis 2008 Vorsitzender des BN Deggendorf und ist heute Mitglied im Landesvorstand des Verbandes; er vertrat den Bund Naturschutz auch in der sogenannten Monitoring-Gruppe, die zu den Untersuchungen zum Donauausbau zwischen 2009 und 2013 eingerichtet wurde.

Der Referent zeichnete zunächst die Entwicklung der Schifffahrt auf der Donau seit den ersten Anfängen nach. „Genutzt wird die Donau vermutlich schon seit Jahrtausenden. Der erste schriftliche Nachweis stammt aus dem 5 Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung, aus einem Bericht von Herodot über den Schiffsverkehr der Griechen von der Mündung bis zu den Stromschnellen am Eisernen Tor in den Karpaten.“ Danach hätten die Römer auch die Schifffahrt auf der Donau übernommen. „Neben Truppen wurden auf dem Fluss unter anderem Baumaterial, Getreide und Wein bewegt. In unserer Region war die Donau von 15 vor bis etwa 400 nach Christus eine entsprechend wichtige Verkehrsachse.“ Auch danach sei mehr oder weniger durchgehend meist reger Schiffsverkehr dokumentiert. Dabei wurden zum Teil enorm viele Schiffe bewegt: „Friedrich Barbarossa soll während seiner Kreuzzüge eine 4000 Schiffe umfassende Flotte befehligt haben.“

Auch in der Vergangenheit seien die zurückgelegten Strecken und die transportierten Güter stets abhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung und der politischen Situation gewesen. „Daran hat sich bis heute kaum etwas geändert“, erklärte der Referent unter Verweis auf die jüngere Geschichte, in der zuerst der eiserne Vorhang und dann die Balkankriege die Schifffahrt beeinflusst beziehungsweise behindert hätten.

Scherf zeichnete die Entwicklung der Schiffstypen nach, von den ersten Flößen über die Zillen und Plätten wie die bekannten „Ulmer Schachteln“ und die „Ordinarischiffe“, bis hin zum Aufkommen der Dampfschifffahrt ab 1812 und die ersten Schiffe mit Dieselmotoren ab etwa 1910. „Schon mit dem Treideln, dem Hochziehen der Schiffe gegen die Strömung zuerst durch Menschen und dann durch Pferde, und erst recht ab der Motorisierung begann die Veränderung des Flusses, mit der Absicht, diesen den Bedürfnissen der Schifffahrt anzupassen“, so Scherf. Letzte massive Veränderung sei der Bau der Staustufenkette in der Donau und die Eröffnung des Main-Donau-Kanals 1992 gewesen. Heute würden hierdurch auch große Rheinschiffe die Donau erreichen.

In den letzten Jahren wurden im Schnitt entlang der Donau etwa 4 Millionen Tonnen an Gütern umgeschlagen. Transportiert werden im wesentlichen Futtermittel, Erze, Eisen und Stahl sowie land- und forstwirtschaftliche Erzeugnisse. Bis etwa 1960 hätten noch nennenswerte regionale Transporte stattgefunden - „das hat sich aber mit dem massiven Ausbau der Straße erledigt“, so der Referent. Schon sehr viel früher habe auch die Entwicklung der Eisenbahn als Konkurrenz der Binnenschifffahrt zugesetzt. Der Ludwigskanal zwischen Main und Donau habe aus diesem Grund nie wirklich Bedeutung erlangt. Verglichen mit dem Rhein sei die Bedeutung der Schifffahrt auf der Donau „eher marginal“. Sichtbar sei dies auch daran, dass noch nie von irgendwelchen Wirtschaftsengpässen zu hören gewesen sei, wenn die Schifffahrt auf der Donau wegen Hoch- oder Niedrigwassers behindert war. Sehr viel stärker habe sich in den letzten zwanzig Jahren dagegen die Personenschifffahrt entwickelt.

Mit dem Ende der geschichtlichen Entwicklung und einem Überblick über die heutige Klassifizierung der Wasserstraße Donau erreichte der Referent auch die heutige Diskussion zum Donauausbau. „Der Anteil der Schifffahrt am Gesamttransportgeschehen nimmt mehr und mehr ab, gleichzeitig aber wird mehr und mehr die Bedeutung naturnaher Flusslandschaften in unserem Land erkannt“, erklärte Scherf hierzu. In diesem Sinne sei auch das neue Bundesprogramm „Blaues Band“ zur Auflassung und Renaturierung von nicht mehr gebrauchten Nebenwasserstraßen zu verstehen. Scherf legte Wert auf die Feststellung, dass die Donau heute Kulturlandschaft und auch die Schifffahrt auf der Donau Teil dieser Kultur sei. „Allerdings muss sich das Bewusstsein für die Bedeutung der Flüsse in unserem Land auch auf die Entwicklung der Binnenschifffahrt auswirken. Mit dem Fluss leben heißt auch, dass der Fluss lebt.“ In der abschließenden Diskussion kamen nicht nur Besonderheiten und Mythen zur früheren Treidelschifffahrt zur Sprache, sondern unter anderem auch Hintergründe für die häufigen Havarien in der Donau, wie z.B. das hohe Alter und unzureichende technische Ausstattung vieler Schiffe.

Zu den Bildern (von oben nach unten):
Schon auf alten Stichen – wie hier im Bild von „Deckendorff“ von Matthäus Merian aus der „Topographia Bavariae“ von 1665 – ist die damals übliche Schifffahrt auf der Donau mit Holzzillen zu erkennen.

Heutige Binnenschifffahrt auf der Donau mit Kurs auf den Bogenberg: ein Gütermotorschiff mit vorgekoppeltem Leichter im sogenannten „Spargelverband“. In den Häfen entlang der Donau werden im Schnitt etwa 4 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. (Bildautor: Dieter Scherf)

Die Binnenschifffahrt ist Teil der Kulturlandschaft an der Donau – die Schifffahrt muss sich aber auch daran anpassen, dass gerade frei fließende Flüsse eine zunehmende Bedeutung für den Naturhaushalt und für die Region haben. (Bildautor: Dieter Scherf)

Dass es beim Übergang von der über tausend Jahre auf der Donau üblichen Ruderschifffahrt auf die motorisierte Schifffahrt auch Probleme gegeben hat, zeigt ein Votivbild aus dem Jahr 1841. Eine Zille kollidiert mit einem Ausflugsschiff der Ersten Donau Dampfschifffahrts-Gesellschaft.

Mähen und Entbuschen für Orchideen: Bund-Naturschutz pflegt Grundstück am Brotjacklriegel für Holunder-Knabenkraut und Arnika
[Deggendorf / 19.10.2015]

Manchem mag es seltsam erscheinen – aber um besonders seltene Pflanzen zu erhalten, schneiden selbst Naturschützer ab und zu Gehölze zurück. „Die bedrohten Arten der mageren Bergwiesen sind auf Nutzung im richtigen Maß angewiesen. Für viele besondere Pflanzen, wie die Orchideen oder zum Beispiel auch die Arnika sind die richtigen Bedingungen heute aber sehr selten geworden. Zu viel Düngung ist genauso schlecht wie fehlende Bewirtschaftung oder Verbuschung“, erklärt Georg Kestel, der Vorsitzende des Bund Naturschutz Deggendorf anlässlich einer Pflegeaktion der Kreisgruppe auf einem Bergwiesen-Grundstück des Verbandes am Brotjacklriegel.

Highlight der dortigen Flora ist das Holunder-Knabenkraut. „Die Vorkommen im Bayerischen Wald gehören zu den europäischen Kernvorkommen. Niederbayern trägt damit eine besondere Verantwortung für diese Art. Die Orchidee zeigt gleichzeitig gelb und rot blühende Pflanzen und ist eine Charakterart der besonders nährstoffarmen, artenreichen Bergwiesen“, erläutert der Chef der Deggendorfer Naturschützer.

Wegen der besonderen Bedeutung wird der Bestand im Bayerischen Wald wie auch auf dem BN-Grundstück durch Spezialisten im Auftrag der Regierung von Niederbayern und des Naturparks betreut. Bei den praktischen Pflegemaßnahmen können die Naturschützer auch auf die Unterstützung der örtlichen Landwirte zählen. „Der allergrößte Teil der Fläche wird von einem Landwirt aus Neufang ganz hervorragend gepflegt. Daher können wir uns auf die Bereiche und Arbeiten konzentrieren, die für Maschinen nicht zugänglich sind, oder für die man vor allem Manpower braucht.“ Der Arbeitseinsatz für die Freiwilligen für dieses Jahr war an zwei Terminen erledigt – neben der Mahd der besonders buckligen und steinigen Stellen war ein Schwerpunkt der Rückschnitt der vom Rand her einwachsenden Büsche.

„Von den Orchideen sieht man im Herbst leider nichts mehr, aber neben einigen anderen Pflanzen waren immerhin Arnika und Silberdistel noch zu finden. Die Entwicklung der Wiese in den letzten Jahren macht einen ganz guten Eindruck, die Brachezeiger wie das Seegras gehen allmählich zurück. Zusammen mit der tollen Aussicht entschädigt das für den Muskelkater, den man sich beim Mähen mit der Sense schnell einhandelt“, freuten sich die Aktiven der Kreisgruppe.

Zu den Bildern:
Oben links: Die Arnika war früher im Bayerischen Wald häufig und wird heute durch die Aufdüngung oder auch die Verbrachung, Verbuschung oder Aufforstung von Wiesen und Weiden verdrängt.
Oben rechts: Das Holunderknabenkraut kommt auf mageren, artenreichen Bergwiesen vor – neben der gelben Form sind auf dem Grundstück des Bund Naturschutz am Brotjacklriegel auch rotblühende Pflanzen zu finden.
Bild rechts: Aktive der Kreisgruppe Deggendorf beim „Mähen für Orchideen“.

BN ruft zur Demo gegen TTIP am 10. Oktober in Berlin auf
Informationsveranstaltung mit LocalGlobal, KEB und Attac am 1. Oktober im Cafe Holler in Deggendorf
[Deggendorf / 28.09.2015]

Wenn Bayern gentechnikfrei und die europäischen Umwelt- und Sozialstandards erhalten bleiben sollen, dürfen die Freihandels-Abkommen mit den USA und Kanada nicht in Kraft treten. Eine Gelegenheit, dies deutlich zu machen, ist die Teilnahme an der Demo gegen TTIP und CETA am 10. Oktober in Berlin“, erklärt Georg Kestel, Vorsitzender der Kreisgruppe Deggendorf des Bund Naturschutz. Der BN ruft zusammen mit einem breiten Bündnis, u.a. mit dem DGB, dem Paritätischen Wohlfahrtsverband, dem Umweltinstitut München, der KAB, Attac und vielen Parteien zu dieser Demo auf. „Wem die Fahrt nach Berlin zu weit ist, den bitten wir, die Europäische Bürgerinitiative zu unterstützen – unterschreiben kann man auch online, wir sind guten Mutes, dass wir bis zum 6. Oktober 3 Millionen Unterstützer erreichen.“

Der Bund Naturschutz fürchtet, dass über die Abkommen Umweltschutzstandards durch die Hintertür beseitigt oder unterlaufen werden sollen. „Auch wenn die EU in Sachen Schiedsgerichte mittlerweile einen neuen Vorschlag vorgelegt hat, um diese aus dem Ruch der privaten Geheimniskrämerei und Kungelei herauszuholen, ändert sich daran nichts“, meint Kestel. „Wenn ein Konzern wie Vattenfall wegen der Stilllegung der Pannen-Atomreaktoren in Krümmel und Brunsbüttel nach Fukushima von der Bundesrepublik Deutschland vor so einem Gericht eine Entschädigung von 4,7 Milliarden Euro einzuklagen versucht, dann zeigt das, wo derartige Regelungen hinführen können.“

Im bereits vorliegenden Vertragstext zum kanadischen Abkommen CETA ist laut den Naturschützern außerdem ein Passus enthalten, nach dem die Genehmigung von „Biotechnologien“ - d.h. auch der Gentechnik in der Landwirtschaft - gefördert werden soll. Kritisch sei auch die sogenannte Ratchett-Klausel, nach der einmal durchgesetzte Privatisierungen nicht wieder rückgängig gemacht werden dürfen. Zudem sollen wichtige Entscheidungen zu neuen, auch umweltrelevanten Industriestandards in einen „regulatorischen Rat“ verlagert werden. Dieser Rat würde von Konzernen dominiert und soll hinter verschlossenen Türen an allen Parlamenten vorbei neue Standards festlegen, warnen die Naturschützer. „Im schlimmsten Fall sitzen dort Vertreter von VW und anderen Autokonzernen und legen die Standards der Abgasreinigung für Dieselfahrzeuge fest“, so Kestel.

Der BN und das Aktionsbündnis gegen TTIP und CETA halten das für unvereinbar mit einer demokratischen Verfassung. „Dazu passt, dass selbst Mandatsträger bisher keinen freien Zugang zu den aktuellen Verhandlungstexten zu TTIP erhalten haben. Wir fordern die Abgeordneten auf, sich schon aus Selbstachtung diesen undemokratischen Unfug nicht mehr länger gefallen zu lassen. In dieser Form und mit diesem Inhalt dürfen die Verhandlungen nicht mehr weitergeführt werden.“

Wer sich zu den Abkommen näher informieren will, hat dazu bei einem Vortrag am 1. Oktober im Cafe Holler in Deggendorf ab 19:30 Uhr Gelegenheit. Hier wird Michael Bothner von Attac Regensburg auf Einladung der Gruppe LocalGlobal und der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) „Risiken und Nebenwirkungen von Freihandelsabkommen“ vorstellen. Ein Faltblatt zu der Veranstaltung finden Sie hier [pdf, 120 KB], bitte geben Sie diese Einlaung auch an Interessierte weiter!

Zur Demo in Berlin fährt ein Sonderzug ab München über Landshut und Regensburg; die genauen Daten sind, ebenso wie weitere Mitfahrgelegenheiten, unter der Webseite ttip-demo.de zu finden. Die Europäische Bürgerinitiative kann man u.a. unter www.bund-naturschutz.de direkt online unterschreiben.

Wir freuen uns immer...

... über neue Mitglieder: Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf (Bund Naturschutz in Bayern, Kreisgruppe Deggendorf, Amanstraße 21, 94469 Deggendorf, Tel: 0991 – 32555; Fax: 0991 – 342214; e-mail: bund-naturschutz@degnet.de). Online können Sie auf der Webseite des Bund Naturschutz in Bayern Mitglied werden). Unsere Geschäftsstelle ist in der Regel Dienstag und Mittwoch zwischen 10:00 und 12:00 Uhr sowie Donnerstags von 12:00 bis 14:00 Uhr telefonisch erreichbar.

... über Spenden zur Unterstützung unserer Arbeit. Spenden an den Bund Naturschutz e.V. als gemeinnützigem Verband sind von der Steuer absetzbar. Bei Beträgen über 100 Euro erhalten Sie eine Spendenquittung von uns, wenn Sie auf dem Überweisungsträger Ihre vollständige Adresse angeben. Kontoverbindungen: Sparkasse Deggendorf, IBAN DE98 7415 0000 0380 0150 57; BIC: BYLADEM1DEG.

„Lebendige Donau in Bayern und Europa“ - die Mitmach-Ausstellung des Bund Naturschutz stellt sich vor!
Einladung zur Fortbildungsveranstaltung für Lehrkräfte aller Schularten
[Deggendorf / 11.09.2015]

Der Bund Naturschutz in Bayern e.V., Kreisgruppe Deggendorf lädt zusammen mit dem Schulamt Straubing ein zur Fortbildung für Lehrkräfte aller Schularten:

Lebendige Donau in Bayern und Europa“ - die Mitmach-Ausstellung des Bund Naturschutz stellt sich vor!“
am Freitag, 9.10.2015, von 14:30 Uhr bis 17:00 Uhr
Leitung: Dr. Verena Eißfeller, Dipl.-Biologin und Irene Weinberger-Dalhof, Dipl.-Ing. FH Landschaftsarchitektur
Ort: Angela-Fraundorfer-Realschule der Franziskanerinnen, Schulgasse 9, 94330 Aiterhofen
Teilnehmerzahl: max. 30 Personen.
Anmeldung und Informationen beim BN Deggendorf, Tel. 0991-32555 oder über das Internetportal FIBS (www.fortbildung.schule.bayern.de), Stichwort „Donauausstellung“

Die Ausstellung „Lebendige Donau in Bayern und Europa“ zeigt auf 15 leicht aufstellbaren Tafeln (Roll-Ups) die wichtigsten Lebensräume mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt und erläutert die ökologischen Zusammenhänge, die zum außergewöhnlichen Reichtum der niederbayerischen Fluss-Landschaft führen. Auch die Geschichte der Planungen zum Donauausbau und die Idee, die Region als Welterbe von der UNESCO anerkennen zu lassen, werden erläutert. Die Ausstellung zeichnet sich durch leicht verständliche Texte, anschauliche Grafiken und wunderschöne Bilder aus.

Um die Ausstellung für die Schüler lebendig zu machen, gibt es ein Begleitprogramm mit Spielen und Aktionen. So erarbeiten sich die Schüler selbst den Verlauf der Donau durch 10 Länder bei einem Bodenpuzzle, die Kraft des strömenden Wassers wird beim Ertasten von Kieselsteinen spürbar und die Artenvielfalt im Wasser beim Angelspiel erlebbar. Für Schüler höherer Jahrgangsstufen gibt es dem Alter und Lehrplan angepasste Aktionen.

Möchten sie die Mitmach-Ausstellung kennen lernen und dabei prüfen, ob sie in Ihre Schule passt und Ihren Unterricht sinnvoll ergänzen kann? Dann sind Sie herzlich eingeladen zu einer Informationsveranstaltung, bei der Sie sich die Ausstellung ansehen können und das Begleitprogramm aus Perspektive der Schüler erleben können. Diplom-Biologin Dr. Verena Eißfeller und Dipl.-Ing. FH Irene Weinberger-Dalhof stellen Ihnen die Mitmach-Ausstellung vor und erläutern Ihnen alles was Sie über Ablauf und Organisation wissen müssen.

Ein Infoblatt zur Fortbildungsveranstaltung finden Sie hier [pdf, 280 KB]. Die Ausstellung können Sie hier als pdf-Datei [14,6 MB] betrachten. Außerdem gibt es die Ausstellung als Broschüre (gedruckt gegen eine Schutzgebühr von 1 € bei uns erhältlich) bzw. mit reduzierter Bildauflösung zum download [pdf-Datei, 9,5 MB].

Bund Naturschutz freut sich über gelungene Renovierung des Umweltbildungsschiffes „Takatuka“
[Deggendorf / 17.08.2015]

Die „Takatuka“, das Umweltbildungsschiff des Bund Naturschutz, fährt nun schon die 17. Saison und macht nach wie vor mit großem Erfolg aus wasserscheuen „Landratten“ richtige „Donaupiraten“. Über den diesjährigen Saisonstart freut sich Georg Kestel, der Vorsitzende der Deggendorfer BN-Kreisgruppe ganz besonders: „Das Boot wird zwar jährlich im Frühjahr vor dem Einsatz überholt, aber nach all den Jahren stand jetzt eine gründliche Sanierung an. Wir mussten heuer den Schiffsrumpf durch Fachfirmen abstrahlen, Schwachstellen schweißen und einen neuen Schutzanstrich aufbringen lassen.“

Nicht minder erforderlich waren die Arbeiten am oberen Teil des Schiffes. Hier wurden Fahrgastraum und Führerhaus innen und außen abgeschliffen und gestrichen, ferner bekamen Umlauf und Reling frische Farbe und auch der Teppich im Passagierraum wurde ausgewechselt. „Dank der Hilfe von Frau Gotzler vom Freiwilligenzentrum „Mach mit“ des Landkreises Deggendorf konnten wir fünf Helfer finden, die tatkräftig Hand anlegten“, freut sich Projektleiter und Takatuka-Kapitän Norbert Bieber. „Ohne die Hilfe von Hans-Werner Höricke, Karl Heribert Lebrecht, Albert Schlesinger, Dieter Viereder und Rudolf Zierer hätten wir das Boot zum Saisonstart nicht im Wasser gehabt“, ist er sich sicher. „Dabei sind insgesamt fast 200 ehrenamtliche Arbeitsstunden zusammengekommen.“

Auch eine Zuwendung von Seiten der Sparkasse Deggendorf hat die Renovierung sehr erleichtert. „Dank der Vermittlung durch den Deggendorfer Oberbürgermeister, Dr. Moser, haben wir in diesem Jahr eine größere Geldspende erhalten, für die wir uns an dieser Stelle ganz herzlich bedanken“, erklärt Kestel. „Auch der Kreisjugendring unterstützt unser Projekt, ebenso wie unser Landesverband, der jedes Jahr einen erheblichen Teil der Kosten übernimmt.“

Am 20. Juli hieß es bei strahlendem Sonnenschein dann endlich wieder „Schiff ahoi“ für die generalüberholte Takatuka. Als erste Passagiere der Saison genossen die Zweitklässler der Grundschule Stephansposching mit ihren Lehrerinnen Anita Feldmeier und Irmgard Zink die Überfahrt von Deggendorf zur Fischerdorfer Donauinsel. Außer beim Anlagen am Ruderhaussteg hat das Schiff wegen seines geringen Tiefgangs kein Problem mit dem aktuellen Niedrigwasser. Auf der Insel angekommen, verwandelten sich die Kinder zuerst optisch in echte „Seeräuber“: mit Kopftüchern und geschminkten Narben und Totenköpfen konnte die „Ausbildung zum Donaupiraten“ beginnen. Zu Beginn übersetzten die Mädchen und Buben den Schlachtruf „Aue ade, nee!“ ins bayerische - und erfuhren dabei auch gleich einiges über die Bedeutung von Hoch- und Niedrigwasser sowie der ungehinderten Strömung für die Aue. An einem Geländemodell, anschaulich beschickt mit Donau-Wasser aus der Gießkanne, lernten die Kinder spielerisch den Verlauf des Stromes und einige typische Bewohner wie Storch, Moorfrosch und Schrätzer, Streber und Zingel als typische Donaufische kennen.

Beim Schwingen am Schiffstau war Kraft und Geschicklichkeit gefragt und wer vorzeitig losließ, den „hat der Waller g`fressn!“. An der Inselspitze konnten die Kinder mit Ferngläsern Vögel beobachten, im Auwald-Dschungel kraxelten sie auf umgestürzten Bäumen und tasteten sich mit verbundenen Augen durch die Wildnis. Sie lernten, wie flauschig sich das Fell eines Bibers anfühlt und wie man gefahrlos eine Brennnessel berührt. Nur mit Teamgeist konnten die Piraten-Azubis der großen Spinne entkommen, deren Netz sie gemeinsam durchqueren mussten.

Nach der Inselerkundung erfrischten sich die Grundschüler in der Donau, entdeckten dabei einige Wassertiere und marschierten dann am Strand zurück zum Schiff. „Natürlich gibt es zum Abschluss auch eine Schatzsuche! Wer unterwegs gut aufgepasst hat, spürt den Schatz am schnellsten auf!“, erklärt Kapitän Bieber. Auf der Rückfahrt nahmen die Kinder stolz ihre Donaupiraten-Urkunden in Empfang und waren sich einig: „Das war ein super Tag!“

Irene Weinberger-Dalhof, die in der Deggendorfer BN-Geschäftsstelle das Umweltbildungsprojekt managt, freut sich über das große Interesse: „Schulen aus ganz Niederbayern nutzen diese ganzheitliche Umweltbildung, bei der die Kinder mit allen Sinnen die Natur hautnah erleben können. In den Ferien fragen Fußball- oder Gartenbauvereine, der Frauenbund oder kirchliche Gruppen an, um ihren Sportlern, Ministranten oder Ferienkindern ein lehrreiches Abenteuer zu bieten.“

Nach wie vor freut sich der BN aber auch über jede Unterstützung für das Projekt: „Für den Einsatz von qualifizierten Fachfirmen haben wir in diesem Jahr einen höheren vierstelligen Betrag aufwenden müssen, und auch der „normale“ Betrieb verursacht seine Kosten. Die besondere Form der Umweltbildung mit der Takatuka wird letztlich aus Spenden und den Beiträgen unserer Mitglieder möglich gemacht.“

Weitere Informationen zur Takatuka finden Sie hier.

Spenden sind unter dem Stichwort „Takatuka“ auf das Konto der BN-Kreisgruppe Deggendorf (IBAN: DE98 7415 0000 0380 0150 57, BIC: BYLADEM1DEG) möglich.
Online können Sie auf der Webseite des Bund Naturschutz in Bayern Mitglied werden.

Bildautoren:
Norbert Bieber (Generalüberholung vor der Takatuka auf dem „Trockendock“ in Windorf)

Mit dem BUND Naturschutz die Donau erleben: Natur- und Kultur-Erlebnisschifffahrt auf der Donau mit der „MS Johanna“
[Deggendorf / 29.07.2015]

am Sonntag, den 2.8.2015
von Deggendorf nach Vilshofen und zurück
Abfahrt in Deggendorf: 13:00 Uhr
Ankunft in Deggendorf gegen 19:00 Uhr
Abfahrt und Ankunft in Deggendorf an der Personenschifffahrts-Anlegestelle der Firma Wurm + Köck.

Die frei fließende Donau zwischen Deggendorf und Vilshofen erleben!

Entlang der frei fließenden Donau zwischen Straubing und Vilshofen erstreckt sich eine der schönsten und wertvollsten Natur- und Kulturlandschaften Bayerns. Der BUND Naturschutz in Bayern e.V. lädt alle Interessierten ein, diese einmalige Flusslandschaft zwischen Gäuboden und Bayerischem Wald bei einer Erlebnisschifffahrt auf der „MS Johanna“ zu entdecken.

Die Fahrt geht an den Naturschutzgebieten „Isarmündung“, „Staatshaufen“ und „Winzerer Letten“ entlang, durch die Mühlhamer Schleife, an den Donauorten Niederalteich, Winzer, Hofkirchen und Pleinting vorbei bis nach Vilshofen, wo die Donau den weiten Gäuboden verlässt und das enge Tal des Kachlet erreicht.

Auf der Fahrt stromabwärts wird Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes Naturschutz in Bayern e.V. und des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) Fluss, Landschaft und kulturelle Besonderheiten erläutern, sowie besonders auf den Hochwasserschutz und die aktuelle politische Entwicklung eingehen. Während einer Pause in Vilshofen besteht Gelegenheit zu einer kleinen geführten Stadtbesichtigung mit BN-Landesvorstandsmitglied Dieter Scherf.

Die Fahrt stromaufwärts von Vilshofen nach Deggendorf wird zur genussvollen Kultur-Schifffahrt mit Lesung und Musik. Der „Soizweger Zwoagsang“ spielt bayerische Lieder über die Donau. Hinter dem Namen verbergen sich die beiden Vollblut-Musikerinnen Kathrin Gruber und Gabi Schweizer, die mit unverfälschter Volksmusik überzeugen. Im Wechsel zum Zwiegesang gestaltet Kurt Schürzinger aus Schaufling mit einer szenischen Lesung die Rückfahrt. Schürzinger ist v.a. durch seine „Grenzgänger“-Programme in der Region bekannt. In diesen Programmen begibt er sich, meist in freier Natur spielend, auf die Spuren der besonderen geschichtlichen und kulturellen Schätze, die in der Landschaft des Bayerischen Waldes und an der Donau zu finden sind.

Das Bordrestaurant sorgt während der ganzen Fahrt für das leibliche Wohl.

Das Schiff „MS Johanna“ ist mit seinen zwei Innen- und einem Sonnendeck sehr geräumig, wovon besonders die Kinder profitieren, weil es für sie auf dem Tanz-Parkett einen eigenen, großzügigen Spielbereich gibt. Ein Spiel- und Bastelprogramm ergänzt das Angebot für die junge Generation. Außerdem fahren Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren kostenlos mit! Die Erlebnisschifffahrt eignet sich deshalb ganz hervorragend für einen Familienausflug zum Ferienbeginn.

Kartenvorverkauf:

Karten gibt es ab sofort beim Ticketservice in allen Geschäftsstellen der Passauer Neuen Presse, des Donau-Anzeigers und der Deggendorfer Wochenblätter. Vorab-Reservierungen sind hier oder per Telefon in der jeweiligen Zeitungs-Geschäftsstelle vor Ort möglich (die Telefonnummern finden Sie hier).

Wenn Sie außerhalb des Verbreitungsgebietes der beiden Zeitungsgruppen wohnen, können Sie ihre Karten bei der BN-Kreisgruppe Deggendorf unter Tel. 0991 - 320 90 840 oder per email bestellen.

Die Karten kosten 20 Euro, für BN-Mitglieder 18 Euro (jeweils zuzüglich 10% Vorverkaufsgebühr), für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren sind sie kostenlos, müssen aber wegen der begrenzten Platzzahl an Bord trotzdem reserviert werden. Kinderbetreuung an Bord!

Anreise:

Mit dem Zug: Vom Hauptbahnhof Deggendorf zu Fuß zur Personenschifffahrtsanlegestelle (30 min) oder Anrufsammeltaxi bestellen (30 min vor Fahrt unter Tel. 0991-24624). Hinweis für die Anfahrt aus Richtung München: laut Auskunft Bahn fällt am 02.08.2015 der Zug zwischen Landau und Plattling aus; voraussichtlich wird ein Schienenersatzverkehr angeboten. Bitte kalkulieren Sie eine längere Anfahrtszeit ggf. ein!

Mit dem Bus oder Auto: Autobahn München – Deggendorf (A 92), Ausfahrt Deggendorf-Mitte. Beschilderung Personenschifffahrtsanlegestelle folgen bis zum Parkhaus Deichgärten oder dem FH-Parkplatz in der Egingerstraße. Von dort zu Fuß bis zur Schifffahrtsanlegestelle (ca. 5 min). Eine Skizze mit dem Fußweg vom Bahnhof Deggendorf und zur Anfahrt finden Sie hier.

… falls es Sie interessiert:

Die aktuellen Pegelwerte der Donau finden Sie hier: www.elwis.de. Bei einem Pegelwerte von 290 für den Pegel Pfelling und von 207 cm für den Pegel Hofkirchen beträgt die Fahrrinnentiefe genau 200 cm; anhand dieser Werte und des aktuellen Pegelwertes kann die aktuelle Fahrrinnentiefe errechnet werden. Die Tiefgangsangaben zur MS Stadt Linz finden Sie hier, das Schiff braucht zusätzlich zum Tiefgang noch „eine Handbreit Wasser unter dem Kiel“ (also mindestens 20-30 cm).

Ausstellungseröffnung Lebendige Donau in Bayern und Europa am 12. Juni im Infohaus Isarmündung
[Deggendorf / 10.06.2015]

Der Landkreis zeigt ab 12. Juni die von unserer Kreisgruppe für die Landesgartenschau entwickelte Donauausstellung.
Sie stellt in 15 Bildtafeln dar, dass die Donau mit ihrer Auenlandschaft eine zentrale Lebensader für Europa ist.

Vor allem an den frei fließenden Abschnitten des Stromes hat sich ein überwältigender Reichtum an Lebensräumen und Arten erhalten.
Die Ausstellung erklärt die besondere ökologische Qualität der Donaulandschaft. Neben der Naturachse ist auch die Verkehrsachse für den Mensch von großer Bedeutung.
Seit vielen Jahrtausenden lebt der Mensch im Donautal und prägt die Landschaft. In kaum einer anderen Region sind Werte der Kultur und Glanzpunkte der Natur so eng verzahnt.
Kultur und Natur beeinflussen sich gegenseitig. Die Ausstellung am Infohaus ‚Isarmündung‘ ist insbesondere auch für Schulklassen geeignet, die ihre Heimat besser kennenlernen möchten.

Zur Ausstellungseröffnung am 12. Juni ab 19:00 Uhr sind alle interessierten Bürger des Landkreises Deggendorf eingeladen!

Die Ausstellung können Sie hier auch als pdf-Datei [14,6 MB] betrachten.

Außerdem gibt es die Ausstellung als Broschüre (gedruckt gegen eine Schutzgebühr von 1 €) bzw. hier mit reduzierter Bildauflösung zum download [pdf-Datei, 9,5 MB]

Informationsveranstaltung zum geplanten Freihandelsabkommen TTIP am 19.06. in Seebach
[Deggendorf / 10.06.2015]

Das derzeit zwischen der EU und den USA verhandelte Abkommen „TTIP“ (Transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft) soll offiziell vor allem den Handel erleichtern. Es wird aber auch z.B. die Kompetenzen unserer Parlamente, die Umwelt- und Verbraucherschutzstandards und unser Rechtssystem verändern.

Die Verhandlungen laufen seit Juli 2013, kommen aber nur langsam voran. Gegen das geplante Abkommen formiert sich europaweit wie auch in den USA zunehmender Widerstand. Die Gegner wenden sich heute weniger gegen Chlorhühnchen- oder Klonfleischimporte, sondern gegen die Entkernung der Demokratie und der Bürgerrechte unter dem politischen Druck der sogenannten „Liberalisierungsverpflichtungen". Über hundert Städte äußerten bereits ihre Sorge um die kommunale Selbstverwaltung, insbesondere die Daseinsvorsorge. In den vertraglich vorgesehenen „Schiedsgerichten" wird ebenfalls eine Gefahr für die Unabhängigkeit der europäischen Rechtssysteme gesehen; Juristen bezeichnen diese Tribunale als unvereinbar mit dem Grundgesetz und schon aus diesem Grund als nicht hinnehmbar. Was hier im Entstehen begriffen ist, wird bereits unter Begriffen wie „Governance without government", „Recht ohne Staat", „Gesetze ohne Parlamente" öffentlich diskutiert. Ähnlich würden das geplante Dienstleistungsabkommen (TISA) und das bereits verhandelte Abkommen mit Kanada (CETA) wirken. TISA würde z.B. auch Gesundheits- oder Bildungsdienstleistungen betreffen.

Der Vortrag soll über die Verhandlungen informieren und Gelegenheit zur Diskussion bieten. Die Diskussion nach dem Vortrag wird Alexander Putz (Vorsitzender FDP Landshut-Stadt) mit einem kurzen Statement pro TTIP einleiten.

Dr. Fritz R. Glunk ist Gründungsherausgeber des politischen Kulturmagazins DIE GAZETTE. Bis 1976 war er im Goetheinstitut in verschiedenen Ländern (Burma, Frankreich, Marokko) tätig, danach in der Carl Duisberg Gesellschaft (Köln) und als Abteilungsleiter im Max Hueber Verlag (Ismaning). Seit 1986 arbeitet er als Schriftsteller und Publizist. Seit längeren befasst er sich intensiv mit den verschiedenen geplanten Freihandelsabkommen.

Ein Plakat (A3) sowie eine Einladung zu der Veranstaltung (A4) finden Sie hier zum herunterladen:

Plakat [pdf, 145 KB]

Einladung [pdf, 140 KB]

Bitte geben Sie die Einladung an Interessierte weiter!
Nähere Informationen zu TTIP finden Sie auch hier [externer Link]

„Europapolitik gehört in Bürgerhand, nicht ins Hinterzimmer!“ - Unterschriftensammlung am 18.04. gegen die umstrittenen Freihandelsabkommen TTIP und CETA
Fahrt zur Demo in München
[Deggendorf / 10.04.2015]

So wie es aussieht, müssen wir den Druck auf die Politik noch deutlich erhöhen. Die EU und auch die Bundesregierung wollen die umstrittenen Abkommen mit den USA und Kanada so schnell wie möglich und weitgehend unverändert abschließen, obwohl die große Mehrheit der Bevölkerung die Geheimverhandlungen und die geplanten Abkommen ablehnt. Wir rufen deshalb dazu auf, die europäische Bürgerinitiative dagegen weiter zu unterstützen“, erklärt Georg Kestel, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Deggendorf.

Gelegenheit dazu besteht am 18. April zwischen 9 Uhr und 13 Uhr in Deggendorf an der Ecke Stadtplatz / Pfleggasse (bei Bücher Pustet).

Die ÖDP hat einen Infostand angemeldet, Vertreter der Partei werden zusammen mit dem BN Unterschriften sammeln. „Wir wollen europaweit in der nächsten Zeit die Schallmauer von 2 Millionen Unterstützern für die Initiative durchbrechen“, erklärt Kestel. Ziel sei es, damit die Aufweichung von Verbraucher- und Umweltschutzstandards und die Verbreitung von Gentechnik durch die Hintertür zu unterbinden.

„Vor allem aber müssen die völlig intransparenten Klagemöglichkeiten von Konzernen gegen Staaten vor privaten und geheim tagenden Schiedsgerichten verhindert werden“, meint der Vorsitzende der Deggendorfer Naturschützer. Besonders dringlich sei hierbei die Verhinderung des kanadischen Abkommens CETA. „Dieses Abkommen ist fertig verhandelt und soll Mitte des Jahres in Kraft gesetzt werden. Das würde dann zum Beispiel bedeuten, dass Beamte aus der EU-Verwaltung und aus Kanada in Zukunft Gesetze, Richtlinien und Verordnungen zusammen mit Wirtschaftslobbyisten in Hinterzimmern aushandeln – noch bevor die gewählten Parlamentarier einen ersten Gesetzentwurf überhaupt zu Gesicht bekommen. Außerdem würde CETA den europäischen Markt für kanadische Gentech-Produkte öffnen und die Tür für die Privatisierung von Dienstleistungen öffnen, die heute aus gutem Grund öffentlich organisiert sind, wie z.B. die Abfall- und Abwasserentsorgung.“

Vorteile hätten die Abkommen nach Meinung der Naturschützer dagegen keine: „Gerade erst wurde öffentlich, dass die Prognosen der Abkommens-Befürworter zu Wirtschaftswachstum und Arbeitsplätzen um das zehnfache zu hoch angesetzt waren“, erklärt Kestel hierzu.

Ein breites Bündnis aus Parteien, Verbänden und Initiativen lädt außerdem am Nachmittag des 18. April zu einer gemeinsamen Kundgebung nach München unter dem Motto „Bürgerrecht statt Konzerndiktatur“ ein. Auftakt ist um 13:30 Uhr am Karlsplatz / Stachus, Abschlusskundgebung um 15:30 am Odeonsplatz. „Wer Interesse hat mitzufahren, trifft sich um 11:30 Uhr am Bahnhof Deggendorf zur Bildung von Fahrkartengemeinschaften. Abfahrt des Zuges ist dann um 11:45 Uhr“, erklärt der Deggendorfer BN-Chef. Weitere Informationen zur Zugfahrt gibt es bei Bedarf unter 0991 – 4425.

Allgemeine Informationen zu den geplanten Abkommen und eine Möglichkeit, online zu unterschreiben finden Sie hier [externer Link].

Bund Naturschutz Deggendorf wählt neuen Vorstand - Rückblick auf ein arbeitsintensives Jahr
[Deggendorf / 30.03.2015]

Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Nebenraum am Hotel Georgenhof in Fischerdorf bei der Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe Deggendorf des Bund Naturschutz am 26. März. Georg Kestel, Vorsitzender der Kreisgruppe, konnte knapp 40 Mitglieder zum Jahresrückblick und zur turnusgemäß nach vier Jahren notwendigen Neuwahl des Vorstandes begrüßen.

Kreisgruppe beteiligte sich an der Landesgartenschau Deggendorf

Zu Beginn seines Berichtes erinnerte Kestel an die Landesgartenschau, die die Kreisgruppe schließlich im letzten Jahr intensiv beschäftigt habe. Sichtbar wurde dies an den Bildern zum Auf- und Abbau des Pavillons und auch zur Enstehung der Donau-Ausstellung, die der Verband auf der Schau präsentierte. „Die Ausstellung haben wir noch einmal in mobiler Form produziert. Mittlerweile ist auch ein Begleitprogramm entstanden, so dass wir die Ausstellung auch z.B. für Schulen anbieten können“, freut sich Kestel.

Donau bleibt Arbeitsschwerpunkt

Die Donau blieb auch unabhängig von der Gartenschau wie in den letzten Jahren ein Arbeitsschwerpunkt der Kreisgruppe. Neben der Beteiligung der Planungsverfahren zur Verbesserung des Hochwasserschutzes etwa in Winzer und in Niederalteich hatten sich die Naturschützer auch mit dem Genehmigungsverfahren zum Donauausbau zwischen Straubing und Deggendorf intensiv beschäftigt. Zu den 30 Ordnern mit Unterlagen entstand eine knapp 30-seitige Stellungnahme. „Positiv ist, das die Staustufenpläne vom Tisch sind, und auch in der Planung der Flussregulierung hat sich einiges weiterentwickelt“, fasste Kestel zusammen. „Wir sehen aber noch etliche Möglichkeiten, wie die Planung ökologisch weiter optimiert werden kann. Auf Vorschläge hierzu haben wir uns in der Stellungnahme konzentriert.“ Dass dies zum Teil schon mit einfachen Mitteln möglich ist, illustrierte der BN-Chef an Beispielen aus Österreich, aber auch an Bildern von der bayerischen Donau. Im Rückblick nahmen noch weitere Donau-Aktivitäten breiten Raum ein: etwa die Idee, die niederbayerische Donau der UNESCO zur Anerkennung als Welterbe vorzuschlagen, das alljährlich in Niederalteich ausgerichtete Donaufest in Niederalteich, die Donau-Schifffahrt und der Donaukongress im letzten Dezember. Hinzu treten die Umweltbildungsprogramme. „Wir erreichen mit unserer 'Schatzkiste Donau' und mit dem Umweltbildungsschiff 'Takatuka' fast 2000 Kinder und Jugendliche im Jahr“, rechnete Kestel vor. Hinzu kämmen noch einmal mehr als 2000 Menschen, die an Exkursionen, Vorträgen oder anderen Aktionen teilnehmen würden.

Stellungnahmen zu Baugebietsausweisungen und Planungsverfahren

Daneben beschäftigten fast 40 Planungsverfahren den Verband – von Baugebieten bis hin zum Beispiel zum Ersatzfließgewässer zur Staustufe Pielweichs. Kestel machte hierzu deutlich, dass aus Sicht des BN auch nach der Neuplanung des Ersatzfließgewässers ein Ausgleichsdefizit bleiben wird. „Wir tragen bisher die Abwägungen zur Neuplanung mit, wir werden aber eine weitere Reduzierung des Ausgleichs nicht akzeptieren.“ Verärgert zeigte sich der Vorsitzende in diesem Zusammenhang über die Kommunalpolitik. Diese habe die Hintergründe der Neuplanung nie ausreichend dargestellt. „Der Verwaltungsgerichtshof München hat in seinem Urteil ja vor allem die im Planfeststellungsbescheid selbst enthaltenen Mängel aufgegriffen. Schon nach diesem Bescheid besteht ja ein gewaltiges Ausgleichsdefizit, das jetzt endlich behoben werden muss.“

Verkehrsprobleme in der Eggerstraße an der Wurzel lösen

Im Ausblick auf Kommendes sprach Kestel unter anderem die geplante „Ortsumfahrung Deggendorf-Kohlberg“ an. „Die in der Eggerstraße auftretenden Probleme müssen an der Wurzel gelöst werden, also in der früh im Verkehr zum Robert-Koch-Gymnasium und am Fußgängerübergang zum Schulzentrum“, so Kestel. „Das muss jetzt diskutiert, untersucht und geplant werden, schon allein, weil sich damit schnell eine umfassende Lösung erreichen lässt.“ Zusätzlich widmet sich der Verband auch der „klassischen“ Naturschutzarbeit – aktuell dem Amphibienschutz, im Rückblick des Vorsitzenden waren aber auch z.B. Bilder von Biotoppflegemaßnahmen an einer Orchideenwiese der Kreisgruppe zu sehen.

Umfangreicher Haushalt mit positivem Ergebnis

Die Gartenschau und die vielen sonstigen Aktivitäten schlugen sich, wie der Kassenbericht des Schatzmeisters Christian Baumann zeigte, auch im Haushalt der Kreisgruppe nieder. „Wir hatten 2014 als Folge der Schau mit 87.000 € den bisher umfangreichsten Haushalt“, erläuterte der Kassier. Nach einem leichten Defizit im Jahr 2013 – verursacht durch Vorfinanzierungen – weist der Haushalt 2014 ein Plus von fast 7000 Euro auf – Folge des Zuflusses der Förderungen für Gartenschau. „Wir werden heuer wegen der nötigen Generalüberholung der Takatuka aber auch gleich wieder höhere Ausgaben haben“, meinte Kestel. Er bedankte sich in diesem Zusammenhang bei den Mitgliedern und Spendern sowie der Sparkasse Deggendorf für die finanzielle Unterstützung. Außerdem würdigte er die Ehrenamtsaktion „Mach mit“, die mehrere fleißige Helfer für die anspruchsvolle Renovierung vermittelt hatte, sowie Norbert Bieber und Jürgen Gill für die qualifizierte Durchführung der Umweltbildungsaktion sowie Irene Weinberger-Dalhof für ihren Einsatz in der Geschäftsstelle.

Kassenprüfer Reinhard Schwenk bescheinigte eine einwandfreie Kassenführung und die satzungsgemäße Verwendung der Mittel und beantragte die Entlastung des Vorstandes. Diese wurde durch die Versammlung auch einstimmig erteilt.

Neuwahl

Während der Neuwahl des Vorstandes übernahm Günter Schreib, Chef der Kreisgruppe Deggendorf des Landesbundes für Vogelschutz als Wahlvorstand kurz die Regie. Jeweils einstimmig bei einer Enthaltung gewählt wurden Georg Kestel als erster und Harald Freihoffer als stellvertretender Vorsitzender. Die bisherige 2. Vorsitzende, Brigitte Reinhardt, wird als Delegierte weiter dem Vorstand angehören, ebenso wie der wiedergewählte Kassier Christian Baumann (zugleich Ersatzdelegierter). Karnkheitsbedingt in Abwesenheit wurde Sigrid Dürr als Schriftführerin neugewählt, außerdem Monika Knauf-Schöllhorn als Beisitzerin. Weitere Beisitzer sind Walter Hanschitz-Jandl, Max Birkeneder, Hubert Ammer und Raimund Hulke. Außerdem wurde Reinhard Schwenk für zwei weitere Jahre als Kassenprüfer im Amt bestätigt. Georg Kestel dankte seinem bisherigen Vorstand, vor allem auch den ausgeschiedenen Mitgliedern Georg Vogl und Hubert Stelzl: „Erst beim Zusammenstellen des Jahresrückblickes merkt man so richtig, dass wir zusammen jedes Jahr ein Riesenprogramm bewältigen. Das ist nur möglich, weil im Vorstand eine wirklich starke Truppe am Werk war und ist.“

Ehrungen für 40-jährige Mitgliedschaft beim Bund Naturschutz

Bei der Jahreshauptversammlung wurden schließlich Dr. Josef Rehrl, Bärbel und Hubert Ammer sowie Peter Jaksch für ihre vierzigjährige Mitgliedschaft beim Bund Naturschutz geehrt.

Unter „Sonstiges“ kündigte Kestel für den 18. April die nächste Aktion zum Freihandelsabkommen TTIP an. Außerdem konnte sich die neue Vereinsspitze gleich über einen neuen Kreis von Aktiven freuen: nachdem die Verrohrung eines Teils des Mietrachinger Baches angesprochen wurde, fand sich eine Gruppe von Mitgliedern zusammen, die sich in der nächsten Zeit um die Gewässer im Stadtgebiet annehmen will. „Hochwasser in der Donau entsteht auch im Einzugsgebiet und an den kleinen Gewässern. Es wäre sehr schön, wenn wir hier exemplarische Maßnahmen auf den Weg bringen können, gerne auch zusammen zum Beispiel mit einer Schule“, erklärte Kestel.

Natur erleben mit dem BN: Umfangreiches Jahresprogramm mit Veranstaltungen, Exkursionen und Vorträgen erschienen
[Deggendorf / 08.02.2015]

„Die Donau als Natur- und Kulturraum direkt vor der „Haustüre“ bleibt auch 2015 im Zentrum der Aufmerksamkeit der Kreisgrupppe – wir werden dort auch heuer wieder forschen, beobachten, radeln, paddeln und natürlich auch feiern“, erklärt Georg Kestel, Vorsitzender der Kreisgruppe Deggendorf des BN. Prominent platziert sind im Jahresprogramm daher die „traditionellen“ Donau-Veranstaltungen der Kreisgruppe bzw. des BN-Landesverbandes, wie Umweltaschermittwoch, Donaufest, Erlebnis-Schifffahrt und der Kongress im Dezember.

Darüber hinaus lädt das neue Jahresprogramm aber auch ein, sich unter fachkundiger Führung auf die Spuren von Libellen, Vögeln, Pilzen und botanischen Raritäten in unserem Landkreis zu begeben. Wie in den letzten Jahren bietet die Ortsgruppe Bernried-Metten-Offenberg außerdem an, mit einer Mehrtagesexkursionen in die Fränkische Schweiz über den heimischen Tellerrand hinaus zu schauen und zu fahren.

Welterbe Niederbayerische Donau

Unter dem Titel „Natur- und Kultur-Welterbe Donau“ will der BN in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Heimattag die Einzigartigkeit und den Wert der Landschaft an der frei fließenden Donau zwischen Straubing und Vilshofen weiter ins Bewusstsein der Bevölkerung rücken. Eine Informationsfahrt lädt ein, Oberalteich und den Bogenberg zu erkunden; ein Vortrag von Frau Dr. Gertrud Scherf beleuchtet am 17. September unter dem Titel „Nixe, Nöck und andere Wassergeiste“ die Kulturgeschichte zu den mythischen Gestalten an der Donau; und Dieter Scherf, Mitglied des BN-Landesvorstands, wird im Oktober „Die Schifffahrt auf der Donau - einst und jetzt“ sowie im November die „Heimat Donau - reiches Erbe der Natur und Kultur“ vorstellen.

Blick auf die eigene Geschichte: 100 Jahre Bund Naturschutz

Interessant wird auch der Blick auf die eigene Geschichte. Am 24.Juli lässt Dr. Kai Frobel, Artenschutzbeauftragter und stellvertretender BN-Landesbeauftragter, in einem Open Air-Lichtbildervortrag „100 Jahre Einsatz für Mensch und Natur in Bayern“ die Umweltschutzarbeit seit 1913 Revue passieren – ein Rückblick auf die durchaus spannende und bewegte Geschichte des größten bayerischen Umweltverbandes.

Reiches Angebot für Kinder und Jugendliche

Die Umweltbildung stellt nach wie vor ein besonders Anliegen beim BN Deggendorf dar. Die bewährten und beliebten Umweltbildungsprojekte, das Umweltbildungsschiff „TAKATUKA“ und die „Schatzkiste Donau“ werden auch 2015 wieder angeboten. „Hier können die Kinder als mutige Donaupiraten oder unerschrockene EntdeckerInnen die Faszination der frei fließenden Donau mit allen Sinnen erleben“, erklärt Irene Weinberger-Dalhof, Mitarbeiterin der Kreisgruppe Deggendorf und verantwortlich für die Organisation der Angebote. Für Schatzkiste und Takatuka sind derzeit noch Plätze buchbar. Außerdem wird u.a. ein Bibertag für Kinder und eine viertägige Paddeltour auf der Donau für Jugendliche angeboten. „Eine Fortbildung für Lehrkräfte aller Schularten soll im Oktober außerdem unsere neue „Mitmach-Ausstellung“ unter dem Titel „Lebendige Donau in Bayern und Europa“ vorstellen“, ergänzt Georg Kestel „Damit soll ein Angebot entstehen, mit dem wir bayernweit zeigen wollen, was wir hier für einen besonderen Schatz vor der Haustüre haben.“

Aktiver Naturschutz

Unabhängig ob Mitglied oder nicht, kann jeder schließlich auch im klassischen Arten- und Biotopschutz aktiv werden. Die Ortsgruppe Bernried-Metten-Offenberg und die Kreisgruppe suchen für Sommer und Herbst immer auch Helferinnen und Helfer für die Mahd einer Streuobst- und einer kreisgruppeneigenen Orchideenwiese sowie im zeitigen Frühling für das Aufstellen und Betreuen von Amphibienschutz-Zäunen.

Danke an alle Referentinnen und Referenten !

„Wie in den letzten Jahren auch stellen die Exkursionsleiter und alle Referentinnen und Referenten ihre besonderen Kenntnisse und Qualifikationen ehrenamtlich zur Verfügung“, macht Georg Kestel schließlich noch deutlich – „das ist nicht selbstverständlich – und dafür sagen wir auch an dieser Stelle schon mal ein herzliches Dankeschön!“

Das Jahresprogramm können Sie hier als Datei [pdf, 3,1 MB] herunterladen. Das Programm erhalten Sie außerdem auch in gedruckter Form in unserer Geschäftsstelle (Amanstr. 21, 94469 Deggendorf – bitte vorher anrufen, die Geschäftsstelle ist nicht immer besetzt: Tel. 0991-32555) oder z.B. bei der Tourist-Information am Oberen Stadtplatz in Deggendorf. Unsere Mitglieder erhalten das Jahresprogramm zusammen mit der Einladung zu unserer Jahreshauptversammlung am 26. März zugeschickt.

„Variante A+ ist möglich“ - BN möchte den Donauausbau ökologisch verbessern
[Deggendorf / 13.12.2014]

Vor allem im Zeichen der ökologischen Optimierung des geplanten Donauausbaus stand der erste Tag des 23. Donaukongresses am 6. Dezember in Niederalteich. Besonders von den Beispielen von der österreichischen Donau zeigten sich die Besucher, die den Großen Saal der Landvolkshochschule in Niederalteich füllten, beeindruckt. Präsentiert wurden hier Beispiele, wie moderner Wasserbau mit und nicht gegen den Fluss arbeitet.

Nach Grußworten (u.a. von Altabt Emmanuel Jungclaussen und der SPD-Bundestagsabgeordneten Rita Hagl-Kehl, neu gewählt als eine der SprecherInnen der „Parlamentarischen Gruppe Frei fließende Flüsse“) und einer Einführung durch den BN-Vorsitzenden Prof. Hubert Weiger erwartete die Besucher im gut gefüllten Großen Saal der Landvolkshochschule über den Tag ein Programm mit 7 Vorträgen.

Ansprüche und Erwartungen: Gemeinde Niederalteich

Im ersten Vortragsblock sollten die „Ansprüche und Erwartungen“ der verschiedenen Akteure an den Fluss vorgestellt werden. Den Anfang machte der Niederalteicher Bürgermeister Albin Dietrich. Er spannte den Bogen von der einmaligen Flusslandschaft, der 2013 schmerzvoll erfahrenen Bedrohung durch Hochwasser hin zum aktuell laufenden Planfeststellungsverfahren für die Verbesserung des Hochwasserschutzes für den Ort – nicht ohne hierbei auch die Forderungen der Gemeinde anzubringen nach vollständiger Sicherung gegen Überflutung durch die Hengersberger Ohe und nach sicherem Management für das Grundwasser bei Überflutungen.

Donau-Schifffahrt

Nicolai von Rimscha vom Bayerischen Wirtschaftsministerium stellte die Anforderungen vor, die die Schifffahrt an die Wasserstraße stellt – wobei es sich zumeist allerdings um langjährig bekannte Positionen handelte („höhere Abladetiefen, größere Zuverlässgkeit“); bemerkenswert in der nachfolgenden Diskussion war die Aussage von Detlef Aster, der in der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt Süd in Würzburg u.a. für Wasserstraßenausbau und Umwelt zuständig ist. Nach seinen Worten steht eindeutig fest, dass auch unterhalb der Isarmündung ausschließlich ein Ausbau nach Variante A erfolgen soll. Ab 2016 soll für diese Teilstrecke das Genehmigungsverfahren starten.

Auch außerhalb der bayerischen Strecke sind überzogene Ausbauziele nicht zu erfüllen

Irene Lucius, Leiterin des WWF-Donau-Karpaten-Programms mit Sitz in Wien, widersprach in ihrem Vortrag vor allem der Aussage von Rimscha's, dass an der Unteren Donau 2,5 m Abladetiefe leicht herzustellen seien. Sie wies außerdem darauf hin, dass in den letzten Jahren die Ausbauempfehlungen für die Donau trotz aller technischer Schwierigkeiten verschärft wurden. „Wo früher die Donaukommission örtlich angepasste Ziele vorgegeben hat, fordert heute etwa die Europäische Verkehrsministerkonferenz, über das gesamte Jahr 2,5 m Abladetiefe vorzuhalten.“ Diese Vorgabe sei jedoch zum einen auf intransparente Weise und ohne jegliche Beteiligung z.B. auch der Umweltverbände zustande gekommen. „Außerdem ist dieses Ziel nicht nur an der bayerischen Donau, sondern auch an der ungarischen, serbischen und kroatischen Donau, in der rumänisch – bulgarischen Grenzstrecke und in der rumänischen Donau nicht umzusetzen, und das aus wirtschaftlichen wie auch aus ökologischen Gründen“, erklärte Lucius. Selbst schon in Österreich gelinge es nicht, mit Unterhaltsbaggerungen ganzjährig 2,5 m Fahrrinnentiefe vorzuhalten [Hinweis: die aktuellen Angaben zu den Furttiefen in Österreich finden Sie hier].

Naturnaher Hochwasserschutz ist im Gesamtsystem wirksam

Dr. Christine Margraf, Auen- und Gewässerexpertin des BN widmete sich in ihrem Vortrag intensiv auch dem Hochwasserschutz – mit einem klaren Plädoyer für den natürlichen Hochwasserschutz, also die Rückverlegung von Deichen, die Renaturierung von Gewässern und dezentrale Maßnahmen im Einzugsgebiet. „Mich ärgert, dass im Vergleich zu Flutpoldern immer behauptet wird, dass ökologischer Hochwasserschutz nichts bringen würde. Das sieht nur dann so aus, wenn man die Einzelmaßnahme und nicht das Gesamtsystem betrachtet.“ Nötig sei daher die Entwicklung eines integrierten Hochwasserschutzkonzeptes.

Ökologische Rehabilitierungen in der Wachau

Anhand von beeindruckenden Beispielen zeigte anschließend Dr. Gerald Zauner, wie eine Reihe von „ökologischen Rehabilitierungen“ an der Donau in der Wachau durchgeführt werden konnten. „Vorteil ist, dass die via donau als österreichische Wasserstraßenverwaltung auch die Förderung der Gewässerökologie als gesetzlichen Auftrag hat“, so Zauner. Illustriert durch Baustellenbilder erklärte Zauner, dass die Wiederanbindung von Altwassern nur mit dem Einsatz von Baggern möglich gewesen sei, weil sich der Fluss als Folge der Staustufen oberhalb bereits erheblich eingetieft habe. „In der Summe konnten wir in den letzten acht Jahren mit etwa 1 Mio Kies aus Baggerungen etwa 8 km Ufer neu gestalten und 8,4 km Altwasser wieder anbinden.“ Luftbilder von der Donau bei Rossatz oder bei Dürnstein zeigten eindrucksvoll, wie in der Donau Kiesinseln und früher vorhandene Altwasserzüge wieder auflebten. Für die Bayerische Donau ergab sich aus der Vortrag immerhin gleich die Verabredung zwischen Georg Stattenberger, dem Vorsitzenden des Fischereivereins Hengersberg und Rolf Diesler, dem Chef des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Regensburg, sich eine Kiesablagerung in der Donau bei Niederalteich noch einmal näher anzusehen. In dem Zuge wies Diesler allerdings darauf hin, dass die deutsche Wasserstraßenverwaltung vergleichbare Maßnahmen wie in Österreich zwar gern durchführen würde, dies jedoch bisher wegen des fehlenden gesetzlichen Auftrags nicht dürfe.

Ökologischer Wasserbau im Nationalpark Hainburg östlich von Wien

Gerhard Klasz, planender Wasserbauingenieur aus Wien, stellte Ausbaumaßnahmen für die Donau östlich von Wien im Nationalpark Hainburg vor – nicht ohne zunächst auch auf die Unterschiede zur bayerischen Donau hinzuweisen. „In der Nationalpark-Strecke besteht das Potenzial, etwa die Hälfte der Uferversteinungen zurückzubauen“, leitete Klasz aus Untersuchungen zur Flussmorphologie ab. Beim sog. Thurnhaufen, bei Bad Deutsch-Altenburg und bei Witzelsdorf wurde dies auch in Einzelstrecken bis zu 2,5 km Länge bereits realisiert, wie Klasz mit beeindruckenden Bildern belegte. „Bei Witzelsdorf hat die Verringerung der Buhnendichte und der Buhnenumbau zwar zu der erwünschten Erhöhung der Morphodynamik geführt, gleichzeitig ist dort wegen der Flussaufweitung auch eine neue Flachstelle in der Fahrrinne entstanden. Daher muss dort heute an einer Stelle intensiv gebaggert werden, wo dies früher nie nötig war.“ Eine wichtige Erkenntnis aus den bisher durchgeführten maßnahmen sei, dass der Fluss sich zum Teil in der Natur anders verhalten würde, als selbst die sorgfältigen Prognosen vorausgesagt hätten.

Ökologische Optimierung der Variante A zur Variante A+

Georg Kestel, der als Landschaftsarchitekt im Auftrag des Bundes Naturschutz die Stellungnahme des Verbandes zur Ausbauplanung zwischen Straubing und Deggendorf bearbeitet hat, erklärte zu Beginn seines Vortrags, dass er gerade von den Beispielen aus Österreich viel gelernt habe.

„Zielrichtung und Leitbild für unsere Überlegungen zur ökologischen Verbesserung der Variante A zu einer Variante A+ ist ein dynamischer Fluss und eine dynamische Aue“, erklärte Kestel. Er zeigte am Beispiel einer geplante „Flussinsel“, einer „Ufervorschüttung“ und der Ausgestaltung neuer Buhnen, wie sich der BUND Naturschutz eine naturnähere Gestaltung der Ausbaumaßnahmen vorstellt. Auch die Ausgleichsmaßnahmen möchte der BN noch optimieren und z.B. an Stelle von kleinteilig geplanten neuen Buchten am Ufer lieber großflächige Rückbauten von Uferversteinungen vornehmen.

22 Quilts „An der Donau“

Am Abend präsentierte schließlich noch die Deggendorfer Patchwork & Quilt AG eine Ausstellung von 22 Mini-Quilts unter dem Titel „An der Donau“ - kleine genähte Kunstwerke, die ursprünglich für die Donaugartenschau entstanden waren. Aus ihnen sei aber, wie Georg Kestel bei der Eröffnung des Abends betonte, zu erkennen, dass „die Donau zu einer Herzensangelegenheit“ geworden ist. Musikalisch umrahmt wurde der Abend durch das neugegründete Hnegersberger Blockflötenensemble unter der Leitung von Heidrun Pontz.

Das Faltblatt zur Veranstaltung mit dem gesamten Programm kann hier [pdf, 325KB] heruntergeladen werden.

Der Donaukongress hat eine Resolution beschlossen, die Sie hier ebenso wie die Präsentationen zu den Vorträgen herunterladen können:


[PDF, 1,7 MB]

[PDF, 1,1 MB]

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[PDF, 14,9 MB]


Resolution des 23. Int. Donau-Kongresses

Nicolai von Rimscha: Die Donau als Wasserstraße – Potentiale und Problemfelder

Irene Lucius: Die Donau als Teil des Transeuro-päischen Verkehrs-netzes - was bedeutet das für den Fluss?

Dr. Christine Margraf: Überregionale Konzepte zur Verbesserung des Hochwasserschutzes und zur Sicherung der biologischen Vielfalt an der Donau

Dr. Gerald Zauner: Gewässerökologische Rehabilitierung eines Donauabschnittes - aufgezeigt am Beispiel der Wachau

Gerhard Klasz: Ökologischer Wasserbau an der Donau östlich von Wien - ein Überblick

Georg Kestel: Geplanter Wasserstraßen-ausbau Straubing - Deggendorf: Von der Variante A zu einer ökologisch optimierten Variante A+


Informationsfahrt des Bayerischen Heimattags zum Thema „Straubing - reiche Geschichte, wertvolle Natur, lebendige Stadt “ am 14. November 2014
[Straubing / 14.11.2014]

Die niederbayerische Donau zwischen Wörth an der Donau und Passau ist eines der am frühesten besiedelten Gebiete Europas. Schon in der Altsteinzeit finden sich hier Spuren von Menschen. Im Straubinger Raum bezeugen Funde die Anwesenheit von Menschen schon vor 50.000 Jahren. Für das Stadtgebiet von Straubing ist die vorgeschichtliche Siedlungskontinuität ab dem Neolithikum fast lückenlos archäologisch dokumentiert. Als eines der ältesten Siedlungsgebiete, als Grenzraum des römischen Reichs zu Germanien, als ein Zentrum der Christianisierung des östlichen Mitteleuropas, als Stätte bedeutender Entwicklungen des Mittelalters und der Neuzeit, dokumentiert durch die Stadtdenkmalensembles von Straubing oder von Deggendorf, ist dieser Raum ist von größter geschichtlicher und kultureller Bedeutung.

Zwischen Straubing und Vilshofen befindet sich auf etwa 70 km Länge das letzte erhaltene Teilstück einer frei fließenden Donau mit einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt. Einschließlich des Isarmündungsgebiets hat dieser Abschnitt eine ökologische Qualität wie sie sonst in ganz Europa kaum noch zu finden ist. Für viele Vogel-, Fisch- und Muschelarten ist er letzter Rückzugsraum zur Arterhaltung.

Der Verband bayerischer Geschichtsvereine, der Bayerische Landesverein für Heimatpflege und der BUND Naturschutz erklärten auf dem 33. Bayerischen Heimattag 2005 ihre Absicht, alle Schritte zu unternehmen, um die Donaulandschaft zwischen Regensburg und Passau als Weltkultur- und Weltnaturerbe von der UNESCO ausweisen zu lassen.

Nach einem Aufruf des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst hat die Arbeitsgemeinschaft „Der Bayerische Heimattag“ am 24. Februar 2011 den Vorschlag eingereicht, die Region zwischen Regensburg und Passau unter dem Titel „Natur- und Kulturlandschaft niederbayerischen Donau“ in die neue Tentativliste zum UNESCO-Welterbe als Natur- und Kulturerbe (sogenannte mixed site) aufzunehmen. Bisher hat Bayern ausschließlich Kulturerbe-Vorschläge an die Kultusministerkonferenz des Bundes weitergereicht; wie mit Natur- und Kulturerbe zu verfahren ist, ist zwischen den für Kultur und für Umwelt zuständigen Staatsministerien noch nicht abschließend geklärt.

Der Vorschlag der Bewerbung um das UNESCO-Prädikat „Welterbe“ wird in der niederbayerischen Donauregion mehr und mehr unterstützt. Elf Donauanlieger-Kommunen der Landkreise Straubing-Bogen, Deggendorf und Passau haben sich mittlerweile, nach Abstimmung in ihren Stadt- und Gemeinderäten, mit Resolutionen für die Welterbe-Bewerbung an das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst gewandt.

Michael Ritter, der im Landesverein für Heimatpflege den Bayerischen Heimattag organisiert, stellt fest: „Eine Voraussetzung für den angemessenen Schutz von Kulturlandschaften ist der beständige Wille der Bewohner solcher Regionen, für den Wert – oder besser gesagt: den Mehrwert – ihrer natürlichen und kulturellen Umwelt einzutreten und sie zu verteidigen. Ein solches Wertbewusstsein diesen Belangen gegenüber wird besonders dann wahrgenommen und verstärkt, wenn ihre Bedeutung formuliert und anerkannt ist. Eine Eintragung in die Liste des UNESCO-Welterbes ist dabei eine der höchsten Anerkennungen, die einem Natur- und Kulturraum zukommen kann.“

Prof. Dr. Manfred Treml, Vorsitzender des Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine e.V.: „Die Region Niederbayerns an der Kulturbrücke Donau ist eng verbunden mit wichtigen historischen Ereignissen, die bis heute die Vorstellung von europäischer Geschichte, Kultur und Religion prägen.“

Prof. Dr. Hubert Weiger, Landesvorsitzender des BUND Naturschutz in Bayern e.V., bekräftigt: „Die im Bayerischen Heimattag zusammenarbeitenden Organisationen werden weiterhin alles daran setzen, dass die niederbayerische Donauregion mit dem UNESCO-Prädikat „Welterbe“ die Ankerkennung erfährt, die ihr entsprechend ihrer kulturellen Bedeutung und ihrem ökologischen Wert zusteht.“ Dieter Scherf, Donauexperte im Landesvorstand des BUND Naturschutz: „Mit Schwerpunktveranstaltungen streben wir an, die Bedeutung der Region stärker in das Bewusstsein ihrer Anwohner zu bringen und über die Region hinaus bekannt zu machen.“

Die Pressefahrt am 14. November 2014 hat das Schwerpunktthema „Straubing - reiche Geschichte, wertvolle Natur, lebendige Stadt“. Das Kirchhof-Ensemble von St. Peter zeugt noch heute von der herausgehobenen Bedeutung Alt-Straubings und ist zugleich ein steinernes Dokument der gesamten Stadtgeschichte. Mit dem Natura2000-Schutzgebiet „Pillmoos“ befindet sich in unmittelbarer Stadtnähe ein vom Fluss geprägtes, naturnahes Auengebiet, ein Refugium vieler bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Das historische Zentrum Straubings beweist eindrucksvoll, dass ein betriebsames modernes Stadtleben und ein bewusst gepflegtes, reiches Kulturerbe kein Widerspruch sind.

„Donauausbau kann und muss ökologisch noch weiter verbessert werden“
Umweltverbände nehmen Stellung zum Planfeststellungsverfahren für Wasserstraßenausbau und Hochwasserschutz zwischen Straubing und Deggendorf
[Deggendorf / 10.11.2014]

Nach jahrzehntelangen Untersuchungen und Auseinandersetzungen wird es allmählich ernst mit dem Donauausbau zwischen Straubing und Vilshofen. Am 30. Oktober endete die Frist für Einwendungen zum Planfeststellungsverfahren für den ersten Teilabschnitt zwischen Straubing und Deggendorf. Am Stichtag haben auch die anerkannten Umweltverbände ihre Stellungnahmen zu den 30 Ordnern mit Planunterlagen abgegeben.

Wir sind froh, dass wir uns nach der Entscheidung im Februar 2013 nicht mehr mit Staustufenplänen auseinander setzen müssen. Allerdings ist die jetzt geplante Variante A, die mit flussregulierenden Mitteln auskommt, nicht automatisch frei von Wirkungen auf den Fluss und die Aue“, erklärt Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND Naturschutz (BN) in Bayern e.V.

Auch wenn in den Unterlagen erste Verbesserungen gegenüber früheren Planungen erkennbar seien, sehen die Verbände noch große Potenziale für weitere Optimierungen. Weiger sieht dabei neben der Verwaltung auch die Politik in der Pflicht, allen voran die Bayerische Staatsregierung: „Der frühere Umweltminister Marcel Huber hat bewusst von einer Variante „A+“ gesprochen - die muss jetzt auch umgesetzt werden.“

Das Ausbauvorhaben betrifft einen höchst wertvollen und sensiblen Lebensraum. „Mit einer Vielzahl von Lebensraumtypen und Arten ist der betroffene Abschnitt der Donau eines der bayerischen Natura 2000-Gebiete mit der höchsten Biodiversität. Es muss klare Priorität darauf gelegt werden, dass sich bei Umgestaltung des Flusses und der Auen der Erhaltungszustand der relevanten Arten und Lebensräume nicht verschlechtert“, fordert daher Dr. Norbert Schäffer, Vorsitzender des Landesbundes für Vogelschutz (LBV).

Die Gruppe der Fische ist dabei durch den direkten Eingriff in ihr „Wohnzimmer“ in besonderem Maße betroffen. Zu den 55 vorkommenden Fischarten zählen Kleinfischarten wie Zingel oder Streber, die nur im Donausystem heimisch sind. „Die Donau im Ausbauabschnitt gehört fischökologisch gesehen zu den bayerischen Kronjuwelen. Diesen Wert gilt es mit allen Mitteln gewissenhaft zu sichern“, so Prof. Dr. Ing. Albert Göttle vom Landesfischereiverband Bayern. Durch die Schifffahrt bereits eingeschleppte „Grundeln“ aus dem Schwarzmeerraum etwa könnten nach dem Ausbau die heimische Fischfauna weit stärker beeinträchtigen als bisher. „Anders als für die heimischen Fischarten bieten Wasserbausteine, die laut den Planunterlagen bisher in große Mengen verbaut werden sollen, optimale Lebensbedingungen für die gefräßigen Neuzuwanderern“, so Johannes Schnell vom LFV Bayern. „Dadurch ist mit einem zunehmenden Konkurrenzdruck der „Fremdlinge“ zu rechnen, schwächere einheimische Arten werden dadurch möglicherweise zurückgedrängt.“

Leitbild für die Naturschützer ist dagegen der dynamische Fluss, in dem die Strömung Sand und Kies umlagern kann und die Auen regelmäßig Hoch- und Niedrigwasser ausgesetzt sind. „Durch die Dynamik der Strömung entstehen die wichtigen Lebensräume für die seltenen Fischarten, die Wechselwasserzonen und die typischen Auwälder“, erklärt Georg Kestel, der als Landschaftsplaner und Donauexperte für den BN die Stellungnahme bearbeitet hat. „Wir schlagen daher unter anderem vor, dass möglichst viele der geplanten Flussbauwerke nicht aus Granit-Wasserbausteinen geschüttet, sondern in Anlehnung an natürliche Donau-Inseln aus flusseigenem Grobkies aufgebaut werden sollen. Damit würden sie natürlichen Strukturen ähneln und die für den Fluss typische Veränderlichkeit behalten. Positive Beispiele hierzu gibt es bereits aus Österreich.“ Auch die vorhandenen Uferversteinungen sollten möglichst großflächig zurückgebaut werden. „Das hätte auch Vorteile für den Hochwasserschutz“, erklärt Kestel.

Die Verbände schlagen vor, die Details der Verbesserungsvorschläge z.B. an einem „Runden Tisch“ parallel zum offiziellen Verfahren weiter zu diskutieren.

Die Wasser- und Schiffahrtsverwaltung betreibt das Genehmigungsverfahren mit besonderem Nachdruck, weil gleichzeitig mit dem Ausbau der Wasserstraße die Verbesserung des Hochwasserschutzes in der Region planfestgestellt werden soll. Auch wenn der Bau von neuen Deichen zum Schutz der Siedlungen unstrittig ist, legen die Naturschutzverbände doch besonderen Wert auf den natürlichen Wasserrückhalt. „Dafür müssen jetzt die ursprünglich für Staustufen und Seitenkanäle mit öffentlichen Geldern gekauften Grundstücke eingesetzt werden“, fordert Weiger. Wo die Chance dafür bestehe, müssten Aueflächen vergrößert werden. „Wir müssen den Flüssen ihre Auen zurückgeben. Nur so können die in den letzten Jahrzehnten erheblich beschleunigten Hochwasserspitzen wieder abgebremst und entzerrt und damit die Hochwassergefahr für Unterlieger wie Passau entschärft werden“, so Weiger.

Mit den Planungen und den Verbesserungsmöglichkeiten beschäftigt sich auch der Internationale Donaukongress, den der BUND Naturschutz am 6. und 7. Dezember in Niederalteich zum 23. Mal veranstaltet.

Die Stellungnahmen können Sie hier herunterladen:

Stellungnahme Bund Naturschutz in Bayern e.V. [pdf, 1,1 MB]

Stellungnahme Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. [pdf, 75 kB]

Stellungnahme Landsfischereiverband Bayern e.V.

Die Planunterlagen stehen hier [externer Link] zum download.

Fast 300 Menschen unterschreiben gegen umstrittene Freihandelsabkommen
Erfolgreiche Infostände von ÖDP, Bund Naturschutz und Greenpeace
[Deggendorf / 15.10.2014]

Die umstrittenen Freihandelsabkommen, die derzeit zwischen der EU und den USA bzw. Kanada verhandelt werden, sind auch in Deggendorf ein „richtiger Aufreger“, stellt Georg Kestel für den Bund Naturschutz Deggendorf nach der erfolgreichen Unterschriftensammlung am letzten Wochenende am Stadtplatz fest. „Wir waren völlig überrascht, dass so viele Menschen extra zu uns kamen, um zu unterschreiben.“ Den Infostand zur Unterschriftensammlung hatte die ÖDP angemeldet und aufgebaut, der Bund Naturschutz Deggendorf hat sich diesem Stand angeschlossen, und auch die Deggendorfer Greenpeace-Gruppe sammelte Unterschriften. „Die gemeinsame Aktion spiegelt die europäische Bürgerinitiative, die von über 250 Organisationen getragen wird, ganz gut wider“, meint Kestel.

Über die verschiedenen Listen verteilt haben allein am letzten Samstag fast 300 Bürgerinnen und Bürger unterschrieben. „Wir wollen keine Gentechnik und keinen Verlust von Umwelt- und Sozialstandards durch die Hintertür; wir wollen nicht, dass nach diesen Abkommen Großkonzerne die Bundesrepublik auf Schadenersatz verklagen können, nur weil die Regierung zum Beispiel Gesetze für den Umwelt- oder Klimaschutz erlässt. Wir fordern daher die EU auf, die Verhandlungen mit den USA zu stoppen und das schon ausgehandelte Abkommen mit Kanada nicht zu ratifizieren“, fasst Kestel die Forderungen der Unterzeichner zusammen. „Dafür sollten sich auch unsere örtlichen Europaabgeordneten einsetzen, allen voran der EVP-Vorsitzende Manfred Weber.“ Dem Appell haben sich insgesamt schon mehr als 600.000 Menschen angeschlossen.

Die Europäische Bürgerinitiative gegen TTIP können Sie hier unterschreiben [externer Link]

Unterschriftenliste als Download und zum Selber-Ausdrucken [pdf; Rücksendeadresse ist auf der Liste angegeben]

Unterschriftenlisten sind auch in unserer Geschäftsstelle verfügbar – Bitte vorher anrufen oder mailen, da die Geschäftsstelle nicht immer besetzt ist! (Tel.: 0991 – 32555, email: bund-naturschutz@degnet.de)

Informationen zu CETA und TTIP des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland finden Sie hier [externer Link]

Positionspapier des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) [externer Link, pdf]

Von der ARD / Tagesschau veröffentlichter Vertragstext zum Freihandelsabkommen mit Kanada (CETA), der als „Blaupause“ für das TTIP-Abkommen bezeichnet wird [externer Link, pdf]

Weitere Informationen zu den Abkommen finden Sie auch unter www.ttip-unfairhandelbar.de und bei Campact.

„Die Lösung für die Verkehrsprobleme in der Egger Straße liegt am Schulzentrum“
Bund Naturschutz bezieht Stellung gegen Straßenbauprojekt zwischen Berg und Kandelbach
[Deggendorf / 28.02.2014]

„Ein Straßenbauprojekt zwischen Berg und Kandelbach wird die Probleme in der Egger Straße nicht lösen“, ist sich der Bund Naturschutz (BN) in Deggendorf sicher. „Die Probleme werden nämlich weniger durch zunehmenden Verkehr, als vielmehr durch die Fußgängerampel am Schulzentrum verursacht. Vor allem der Übergang führt in der früh bei Schulbeginn regelmäßig zum Rückstau in der Eggerstraße.“ Der BN plädiert dafür, für den Übergang möglichst bald eine andere Lösung zu finden und eine solche spätestens mit dem ersten Abschnitt der Schulsanierung umzusetzen. „Selbst eine aufwändige und anspruchsvoll gestaltete Über- oder Unterführung für Fußgänger kostet nur den Bruchteil eines Straßenneubaus zwischen Berg und Kandelbach und bringt schnell die erhoffte Entlastung für die Anwohner“, erklärt Georg Kestel, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Deggendorf. „Die Sicherheit der Schulkinder sollte uns das sowieso wert sein.“

Im Übrigen dürfte ein großer Teil der morgendlichen Fahrzeugflut ohnehin Zielverkehr für das Schulzentrum sein und daher durch eine neue Straßenanbindung gar nicht erfasst werden. „Mitverantwortlich für den morgendlichen Stau ist auch die ungünstige Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus Richtung Egg, Leiten und Berg. Lange Fahrtzeiten und umwegige Fahrtrouten verleiten viele Eltern dazu, ihre Kinder selber mit dem Auto zur Schule zu bringen“, weiß Kestel. Auch hier seien Ansatzmöglichkeiten für Verbesserungen gegeben.

„Die Politik sollte sich ein Beispiel am Robert-Koch-Gymnasium nehmen, das gerade vor wenigen Tagen den deutschen Klima-Preis mit einem Projekt zur Vermeidung von motorisiertem Verkehr gewonnen hat. Im Vergleich zum Engagement der Schüler und Schülerinnen ist es fast schon beschämend, dass Politikern in Deggendorf immer nur der Bau von Straßen einfällt. Kein Wort dagegen über die eigentlichen Ursachen der Probleme, kein Wort und erst recht kein zusätzliches Geld für den öffentlichen Personenverkehr, und kein Hirnschmalz für Verkehrsvermeidung oder für andere Lösungsansätze. Dabei sollte es sich auch bei uns herumgesprochen haben, dass mit neuen Straßen die Belastung nicht reduziert, sondern lediglich in bisher unbelastete Räume verschoben wird“, merkt Kestel für den BN an.

Der Naturschutzverband wird die Planungen mit Argusaugen weiter beobachten. „Ein Radweg zwischen Berg und Kandelbach in normalen Dimensionen sollte wohl machbar sein, weil dafür auch bestehende Wegeverbindungen gut genutzt oder entsprechend angepasst werden können. Eine neue Straße würde sich dagegen in bekannt unsensibler Weise durch eine schwierige Topografie und durch eine bisher unverbaute Landschaft fräsen und etwa eineinhalb Hektar Fläche neu versiegeln. Dagegen werden wir uns mit Sicherheit wehren“, kündigt Kestel für den Bund Naturschutz schon mal an. „Ich gehe davon aus, dass uns die potenziellen neuen Anlieger einer solchen Strassentrasse in Nieder- und Oberkandelbach dabei unterstützen werden.“

Verlust von Überschwemmungsfläche an den Flüssen verschärft die Hochwassergefahr
[Deggendorf / 06.10.2013]

Eine Untersuchung und Auswertungen des Bundesamtes für Naturschutz zeigen: In den letzten Jahrzehnten kam es zu einem massiven Verlust von Auen und damit auch von Überschwemmungsraum („Retentionsraum“) entlang der Flüsse. Die Verluste von Überschwemmungsraum sind in erheblichem Maße mitverantwortlich für die Gefährdung durch Hochwasser. Wo sich früher Hochwasser als „Breitwasser“ ausbreiten konnte, werden die Fluten heute zwischen den eng an den Flüssen entlanggeführten Deichen und Dämmen kanalisiert nach unten abgeführt. Verantwortlich ist die Errichtung von geschlossenen Deichsystemen (meist in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts) und im zweiten Schritt der Bau von Staustufenketten an den großen bayerischen Flüssen. Eine aus den Daten des BfN erstellte Karte für die Donau und ihre Nebenflüsse zeigt anschaulich, dass auf diese Weise 70 – 90 % der früheren Aueflächen verlorengegangen sind.

Der Wegfall von Rückhalteraum verschärft die Hochwassergefahr sowohl direkt (weil die früheren „Zwischenlager“ für die Hochwassermassen verloren gegangen sind), als auch indirekt. Denn die Kanalisierung beschleunigt die Fortbewegung der Hochwasserspitzen nach unten. Dies führt bei ungünstiger Konstellation dazu, dass sich die Hochwasserspitzen von Haupt und Nebengewässer vollständig oder teilweise überlagern. Eine weitgehend vollständige Überlagerung war 2002 und 2013 z.B. für die Donau sowie Naab und Regen bei Regensburg und für die Donau und die Isar bei Deggendorf zu beobachten. Teilweise überlagern sich die Spitze des Inns und die anlaufende Donauwelle in Passau.

Vor allem durch die Überlagerung können sich, wie das Hochwasser 2013 in Deggendorf und in Passau gezeigt hat, besonders große und katastrophal wirkende Hochwasserabflüsse aufbauen. In Passau addierte sich ein Spitzenabfluss von ca. 6500m³/s des Inns und ein Abfluss von ca. 3.500m³/s der Donau zu einem Jahrhunderthochwasser von ca. 10.000 m³/s.

Die Wellengeschwindigkeit an der Donau und ihren Seitengewässern wurde, wie eine Untersuchung des Bayerischen Landesamtes für Wasserwirtschaft schon vor Jahrzehnten zeigte, erheblich beschleunigt. Diese Beschleunigung ging mit der Errichtung der Staustufenketten an Donau, Lech, Inn und Isar einher.

Eine Bremsung der Hochwasserwellen ist durch die Rückgewinnung von Aueflächen (= Deichrückverlegung) möglich, nicht aber durch den (vielfach geplanten) Bau und Betrieb von Flutpoldern. Letztere stellen in erster Linie Einrichtungen des technischen Hochwasserschutzes dar.

Ein kurzgefasstes Infoblatt
zum Hochwasser 2013
und zum Hochwasserschutz an der Donau

können Sie hier [pdf, 205 KB] herunterladen.

Stellungnahme der Naturschutzverbände zu den Donau-Untersuchungen
[Deggendorf / 19.03.2013]

Drei Jahre lang wurden die Pläne und Gutachten zum Donauausbau („EU-Studie“) bearbeitet, seit Ende 2012 liegt die Endfassung dieser Studie vor. Auf Basis der Studie hat sich die bayerische Staatsregierung unter Ministerpräsident Horst Seehofer am 27.02.2013 wegen der enormen Auswirkungen auf die Umwelt von der Variante C2,80 (mit Staustufe bei Aicha und Durchstichskanal durch die Mühlhamer Schleife) verabschiedet.

Derzeit wird der Abschlussbericht der Monitoring-Gruppe, die die Untersuchungen verfolgt und kommentiert hat (aber de facto nicht beeinflussen konnte), fertig gestellt. Den vorläufigen Monitoring-Bericht, allerdings noch auf Basis auch vorläufiger Untersuchungsergebnisse erstellt, finden Sie hier.

Die Stellungnahme der Umweltverbände zu den Untersuchungen können Sie hier herunterladen:

Anlagen zur Stellungnahme und weitere Berichte:

Die komplette Untersuchungsergebnisse und Gutachten können unter der Webadressen www.donauausbau.wsv.de eingesehen und heruntergeladen werden. Die komplette Studie ist über die Menüauswahlen „Ergebnisse der Untersuchungen“ und „Bericht zum Ist-Zustand“, „Bericht Variante A“ und „Bericht Variante C“ verfügbar. In etwa 2 -3 Wochen soll dort auch der komplette Bericht der Monitoring-Gruppe (incl. Stellungnahme der Wirtschaftsvertreter in der Monitoring-Gruppe und Kommentar des Leiters der Gruppe, Prof. Koch) einsehbar sein.

Unterschriftenliste zur Unterstützung der Initiative, die Natur- und Kulturlandschaft niederbayerische Donau durch die UNESCO als Welterbe anerkennen zu lassen
pdf-Datei [460 KB]

Unterschriftenliste zur Unterstützung der Initiative des Bayerischen Heimattages: Die „Natur- und Kulturlandschaft niederbayerische Donau“ soll UNESCO-Welterbe werden !
[Deggendorf / 13.09.2011]

Eine Unterschriftenliste zur Unterstützung der Initiative des bayerischen Heimattages wird in wenigen Tagen gedruckt vorliegen. Die Liste können Sie hier bereits als pdf-datei herunterladen [460 KB]. Die Liste kann und darf ausdrücklich per e-mail und anderweitig verbreitet werden !

Zur Information über die Initiative wurde außerdem eine neue Webseite freigeschaltet: www.welterbe-niederbayerische-donau.de

Unterstützen Sie die Idee des Bayerischen Heimattages: Die niederbayerische Donau soll von der UNESCO als Weltnatur- und Kulturerbe anerkannt werden!
[Deggendorf / 07.09.2011]

Auf ihrem mehr als 2850 km langen Lauf durchfließt die Donau kaum eine Landschaft, in der sich Natur, Kultur und Geschichte zu einer derart einzigartigen Symbiose vereinigen wie in der Donaulandschaft zwischen Straubing und Vilshofen. Die Donau hat hier ihren, mit 70 km längsten, zusammenhängenden und nicht begradigten Flussabschnitt von Donaueschingen (Deutschland) bis Györ (Ungarn). Dieser Flussabschnitt ist gemeinsam mit dem Isarmündungsgebiet von größter Bedeutung für die Artenvielfalt in Mitteleuropa, da auf einem Bruchteil der Landesfläche eine enorme Zahl von Arten repräsentativ vertreten ist und diese Region das Überleben zahlreicher autochthoner, teilweise nur an frei fließenden Donauabschnitten vorkommender Arten sichert. Durch die Ausweisung von über 9000 ha als Natura 2000-Gebiete der EU wird diese Bedeutung dokumentiert.

Bogenberg: Ein Ort mit nachweisbaren Spuren durchgängiger menschlicher Besiedlung seit der Steinzeit (Bild: Klaus Leidorf)

Herzstück der naturnahen Flusslandschaft: Isarmündungsgebiet (Bild: Hubert Ammer)

Niederbayerische Natur- und Kulturlandschaft: Seilfähre zwischen Mariaposching und Stephansposching (Bild: Georg Kestel)

Dieser Raum ist zudem von größter geschichtlicher und kultureller Bedeutung als eines der ältesten Siedlungsgebiete, als Grenzraum des römischen Reichs zu Germanien, als ein Zentrum der Christianisierung des östlichen Mitteleuropas durch Klöster wie Niederalteich und Metten, als Stätte bedeutender Entwicklungen des Mittelalters und der Neuzeit, dokumentiert durch die Stadtdenkmalensembles von Straubing oder Deggendorf.

Deshalb hat der Bayerische Heimattag am 5. Juni 2005 den Vorschlag gemacht, die Donaulandschaft zwischen Straubing und Vilshofen mit dem Isarmündungsgebiet als Weltkultur- und Naturerbe von der UNESCO anerkennen zu lassen. Anfang des Jahres 2011 hat der Bayerische Heimattag einen entsprechenden Antrag an die Bayerische Staatsregierung gestellt. Bis Ende des Jahres soll über die Weiterleitung dieses Antrages über die Bundesregierung an die UNESCO beraten und entschieden werden. Federführend ist das Bayerische Kultusministerium.

Eine Unterschriftenliste zur Unterstützung der Idee eines UNESCO Weltkultur- und -Naturerbes „Niederbayerische Donau“ können Sie hier herunterladen [pdf, 260 KB]. Animieren Sie auch Freunde, Verwandte und Bekannte zum unterschreiben; auch Unterschriften von außerhalb der Region zählen und sind eine Hilfe. Bitte schicken Sie die Liste zurück an das Sekretariat des Bayerischen Heimattags, Bayerischer Landesverein für Heimatpflege, Ludwigstrasse 23, 80539 München.

Eine Handreichung des Bayerischen Heimattages mit näheren Informationen zur Idee eines UNESCO Weltkultur- und -Naturerbes können Sie hier herunterladen [pdf, 650 KB].

Wir freuen uns ...

... über neue Mitglieder: Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf (Bund Naturschutz in Bayern, Kreisgruppe Deggendorf, Amanstraße 21, 94469 Deggendorf, Tel: 0991 – 32555; Fax: 0991 – 342214; e-mail: bund-naturschutz@degnet.de). Online können Sie auf der Webseite des Bund Naturschutz in Bayern Mitglied werden). Unsere Geschäftsstelle ist Dienstag und Mittwoch zwischen 10:00 und 12:00 Uhr sowie Donnerstags von 12:00 bis 14:00 Uhr telefonisch erreichbar.

... über Spenden zur Unterstützung unserer Arbeit. Spenden an den Bund Naturschutz e.V. als gemeinnützigem Verband sind von der Steuer absetzbar. Bei Beträgen über 100 Euro erhalten Sie eine Spendenquittung von uns, wenn Sie auf dem Überweisungsträger Ihre vollständige Adresse angeben. Kontoverbindungen: Sparkasse Deggendorf, IBAN DE98 7415 0000 0380 0150 57; BIC: BYLADEM1DEG.