„Variante A+ ist möglich“ - BN möchte den Donauausbau ökologisch verbessern
[Deggendorf / 13.12.2014]

Vor allem im Zeichen der ökologischen Optimierung des geplanten Donauausbaus stand der erste Tag des 23. Donaukongresses am 6. Dezember in Niederalteich. Besonders von den Beispielen von der österreichischen Donau zeigten sich die Besucher, die den Großen Saal der Landvolkshochschule in Niederalteich füllten, beeindruckt. Präsentiert wurden hier Beispiele, wie moderner Wasserbau mit und nicht gegen den Fluss arbeitet.

Nach Grußworten (u.a. von Altabt Emmanuel Jungclaussen und der SPD-Bundestagsabgeordneten Rita Hagl-Kehl, neu gewählt als eine der SprecherInnen der „Parlamentarischen Gruppe Frei fließende Flüsse“) und einer Einführung durch den BN-Vorsitzenden Prof. Hubert Weiger erwartete die Besucher im gut gefüllten Großen Saal der Landvolkshochschule über den Tag ein Programm mit 7 Vorträgen.

Ansprüche und Erwartungen: Gemeinde Niederalteich

Im ersten Vortragsblock sollten die „Ansprüche und Erwartungen“ der verschiedenen Akteure an den Fluss vorgestellt werden. Den Anfang machte der Niederalteicher Bürgermeister Albin Dietrich. Er spannte den Bogen von der einmaligen Flusslandschaft, der 2013 schmerzvoll erfahrenen Bedrohung durch Hochwasser hin zum aktuell laufenden Planfeststellungsverfahren für die Verbesserung des Hochwasserschutzes für den Ort – nicht ohne hierbei auch die Forderungen der Gemeinde anzubringen nach vollständiger Sicherung gegen Überflutung durch die Hengersberger Ohe und nach sicherem Management für das Grundwasser bei Überflutungen.

Donau-Schifffahrt

Nicolai von Rimscha vom Bayerischen Wirtschaftsministerium stellte die Anforderungen vor, die die Schifffahrt an die Wasserstraße stellt – wobei es sich zumeist allerdings um langjährig bekannte Positionen handelte („höhere Abladetiefen, größere Zuverlässgkeit“); bemerkenswert in der nachfolgenden Diskussion war die Aussage von Detlef Aster, der in der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt Süd in Würzburg u.a. für Wasserstraßenausbau und Umwelt zuständig ist. Nach seinen Worten steht eindeutig fest, dass auch unterhalb der Isarmündung ausschließlich ein Ausbau nach Variante A erfolgen soll. Ab 2016 soll für diese Teilstrecke das Genehmigungsverfahren starten.

Auch außerhalb der bayerischen Strecke sind überzogene Ausbauziele nicht zu erfüllen

Irene Lucius, Leiterin des WWF-Donau-Karpaten-Programms mit Sitz in Wien, widersprach in ihrem Vortrag vor allem der Aussage von Rimscha's, dass an der Unteren Donau 2,5 m Abladetiefe leicht herzustellen seien. Sie wies außerdem darauf hin, dass in den letzten Jahren die Ausbauempfehlungen für die Donau trotz aller technischer Schwierigkeiten verschärft wurden. „Wo früher die Donaukommission örtlich angepasste Ziele vorgegeben hat, fordert heute etwa die Europäische Verkehrsministerkonferenz, über das gesamte Jahr 2,5 m Abladetiefe vorzuhalten.“ Diese Vorgabe sei jedoch zum einen auf intransparente Weise und ohne jegliche Beteiligung z.B. auch der Umweltverbände zustande gekommen. „Außerdem ist dieses Ziel nicht nur an der bayerischen Donau, sondern auch an der ungarischen, serbischen und kroatischen Donau, in der rumänisch – bulgarischen Grenzstrecke und in der rumänischen Donau nicht umzusetzen, und das aus wirtschaftlichen wie auch aus ökologischen Gründen“, erklärte Lucius. Selbst schon in Österreich gelinge es nicht, mit Unterhaltsbaggerungen ganzjährig 2,5 m Fahrrinnentiefe vorzuhalten [Hinweis: die aktuellen Angaben zu den Furttiefen in Österreich finden Sie hier].

Naturnaher Hochwasserschutz ist im Gesamtsystem wirksam

Dr. Christine Margraf, Auen- und Gewässerexpertin des BN widmete sich in ihrem Vortrag intensiv auch dem Hochwasserschutz – mit einem klaren Plädoyer für den natürlichen Hochwasserschutz, also die Rückverlegung von Deichen, die Renaturierung von Gewässern und dezentrale Maßnahmen im Einzugsgebiet. „Mich ärgert, dass im Vergleich zu Flutpoldern immer behauptet wird, dass ökologischer Hochwasserschutz nichts bringen würde. Das sieht nur dann so aus, wenn man die Einzelmaßnahme und nicht das Gesamtsystem betrachtet.“ Nötig sei daher die Entwicklung eines integrierten Hochwasserschutzkonzeptes.

Ökologische Rehabilitierungen in der Wachau

Anhand von beeindruckenden Beispielen zeigte anschließend Dr. Gerald Zauner, wie eine Reihe von „ökologischen Rehabilitierungen“ an der Donau in der Wachau durchgeführt werden konnten. „Vorteil ist, dass die via donau als österreichische Wasserstraßenverwaltung auch die Förderung der Gewässerökologie als gesetzlichen Auftrag hat“, so Zauner. Illustriert durch Baustellenbilder erklärte Zauner, dass die Wiederanbindung von Altwassern nur mit dem Einsatz von Baggern möglich gewesen sei, weil sich der Fluss als Folge der Staustufen oberhalb bereits erheblich eingetieft habe. „In der Summe konnten wir in den letzten acht Jahren mit etwa 1 Mio Kies aus Baggerungen etwa 8 km Ufer neu gestalten und 8,4 km Altwasser wieder anbinden.“ Luftbilder von der Donau bei Rossatz oder bei Dürnstein zeigten eindrucksvoll, wie in der Donau Kiesinseln und früher vorhandene Altwasserzüge wieder auflebten. Für die Bayerische Donau ergab sich aus der Vortrag immerhin gleich die Verabredung zwischen Georg Stattenberger, dem Vorsitzenden des Fischereivereins Hengersberg und Rolf Diesler, dem Chef des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Regensburg, sich eine Kiesablagerung in der Donau bei Niederalteich noch einmal näher anzusehen. In dem Zuge wies Diesler allerdings darauf hin, dass die deutsche Wasserstraßenverwaltung vergleichbare Maßnahmen wie in Österreich zwar gern durchführen würde, dies jedoch bisher wegen des fehlenden gesetzlichen Auftrags nicht dürfe.

Ökologischer Wasserbau im Nationalpark Hainburg östlich von Wien

Gerhard Klasz, planender Wasserbauingenieur aus Wien, stellte Ausbaumaßnahmen für die Donau östlich von Wien im Nationalpark Hainburg vor – nicht ohne zunächst auch auf die Unterschiede zur bayerischen Donau hinzuweisen. „In der Nationalpark-Strecke besteht das Potenzial, etwa die Hälfte der Uferversteinungen zurückzubauen“, leitete Klasz aus Untersuchungen zur Flussmorphologie ab. Beim sog. Thurnhaufen, bei Bad Deutsch-Altenburg und bei Witzelsdorf wurde dies auch in Einzelstrecken bis zu 2,5 km Länge bereits realisiert, wie Klasz mit beeindruckenden Bildern belegte. „Bei Witzelsdorf hat die Verringerung der Buhnendichte und der Buhnenumbau zwar zu der erwünschten Erhöhung der Morphodynamik geführt, gleichzeitig ist dort wegen der Flussaufweitung auch eine neue Flachstelle in der Fahrrinne entstanden. Daher muss dort heute an einer Stelle intensiv gebaggert werden, wo dies früher nie nötig war.“ Eine wichtige Erkenntnis aus den bisher durchgeführten maßnahmen sei, dass der Fluss sich zum Teil in der Natur anders verhalten würde, als selbst die sorgfältigen Prognosen vorausgesagt hätten.

Ökologische Optimierung der Variante A zur Variante A+

Georg Kestel, der als Landschaftsarchitekt im Auftrag des Bundes Naturschutz die Stellungnahme des Verbandes zur Ausbauplanung zwischen Straubing und Deggendorf bearbeitet hat, erklärte zu Beginn seines Vortrags, dass er gerade von den Beispielen aus Österreich viel gelernt habe.

„Zielrichtung und Leitbild für unsere Überlegungen zur ökologischen Verbesserung der Variante A zu einer Variante A+ ist ein dynamischer Fluss und eine dynamische Aue“, erklärte Kestel. Er zeigte am Beispiel einer geplante „Flussinsel“, einer „Ufervorschüttung“ und der Ausgestaltung neuer Buhnen, wie sich der BUND Naturschutz eine naturnähere Gestaltung der Ausbaumaßnahmen vorstellt. Auch die Ausgleichsmaßnahmen möchte der BN noch optimieren und z.B. an Stelle von kleinteilig geplanten neuen Buchten am Ufer lieber großflächige Rückbauten von Uferversteinungen vornehmen.

22 Quilts „An der Donau“

Am Abend präsentierte schließlich noch die Deggendorfer Patchwork & Quilt AG eine Ausstellung von 22 Mini-Quilts unter dem Titel „An der Donau“ - kleine genähte Kunstwerke, die ursprünglich für die Donaugartenschau entstanden waren. Aus ihnen sei aber, wie Georg Kestel bei der Eröffnung des Abends betonte, zu erkennen, dass „die Donau zu einer Herzensangelegenheit“ geworden ist. Musikalisch umrahmt wurde der Abend durch das neugegründete Hnegersberger Blockflötenensemble unter der Leitung von Heidrun Pontz.

Das Faltblatt zur Veranstaltung mit dem gesamten Programm kann hier [pdf, 325KB] heruntergeladen werden.

Der Donaukongress hat eine Resolution beschlossen, die Sie hier ebenso wie die Präsentationen zu den Vorträgen herunterladen können:


[PDF, 1,7 MB]

[PDF, 1,1 MB]

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[PDF, 14,9 MB]


Resolution des 23. Int. Donau-Kongresses

Nicolai von Rimscha: Die Donau als Wasserstraße – Potentiale und Problemfelder

Irene Lucius: Die Donau als Teil des Transeuro-päischen Verkehrs-netzes - was bedeutet das für den Fluss?

Dr. Christine Margraf: Überregionale Konzepte zur Verbesserung des Hochwasserschutzes und zur Sicherung der biologischen Vielfalt an der Donau

Dr. Gerald Zauner: Gewässerökologische Rehabilitierung eines Donauabschnittes - aufgezeigt am Beispiel der Wachau

Gerhard Klasz: Ökologischer Wasserbau an der Donau östlich von Wien - ein Überblick

Georg Kestel: Geplanter Wasserstraßen-ausbau Straubing - Deggendorf: Von der Variante A zu einer ökologisch optimierten Variante A+


Informationsfahrt des Bayerischen Heimattags zum Thema „Straubing - reiche Geschichte, wertvolle Natur, lebendige Stadt “ am 14. November 2014
[Straubing / 14.11.2014]

Die niederbayerische Donau zwischen Wörth an der Donau und Passau ist eines der am frühesten besiedelten Gebiete Europas. Schon in der Altsteinzeit finden sich hier Spuren von Menschen. Im Straubinger Raum bezeugen Funde die Anwesenheit von Menschen schon vor 50.000 Jahren. Für das Stadtgebiet von Straubing ist die vorgeschichtliche Siedlungskontinuität ab dem Neolithikum fast lückenlos archäologisch dokumentiert. Als eines der ältesten Siedlungsgebiete, als Grenzraum des römischen Reichs zu Germanien, als ein Zentrum der Christianisierung des östlichen Mitteleuropas, als Stätte bedeutender Entwicklungen des Mittelalters und der Neuzeit, dokumentiert durch die Stadtdenkmalensembles von Straubing oder von Deggendorf, ist dieser Raum ist von größter geschichtlicher und kultureller Bedeutung.

Zwischen Straubing und Vilshofen befindet sich auf etwa 70 km Länge das letzte erhaltene Teilstück einer frei fließenden Donau mit einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt. Einschließlich des Isarmündungsgebiets hat dieser Abschnitt eine ökologische Qualität wie sie sonst in ganz Europa kaum noch zu finden ist. Für viele Vogel-, Fisch- und Muschelarten ist er letzter Rückzugsraum zur Arterhaltung.

Der Verband bayerischer Geschichtsvereine, der Bayerische Landesverein für Heimatpflege und der BUND Naturschutz erklärten auf dem 33. Bayerischen Heimattag 2005 ihre Absicht, alle Schritte zu unternehmen, um die Donaulandschaft zwischen Regensburg und Passau als Weltkultur- und Weltnaturerbe von der UNESCO ausweisen zu lassen.

Nach einem Aufruf des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst hat die Arbeitsgemeinschaft „Der Bayerische Heimattag“ am 24. Februar 2011 den Vorschlag eingereicht, die Region zwischen Regensburg und Passau unter dem Titel „Natur- und Kulturlandschaft niederbayerischen Donau“ in die neue Tentativliste zum UNESCO-Welterbe als Natur- und Kulturerbe (sogenannte mixed site) aufzunehmen. Bisher hat Bayern ausschließlich Kulturerbe-Vorschläge an die Kultusministerkonferenz des Bundes weitergereicht; wie mit Natur- und Kulturerbe zu verfahren ist, ist zwischen den für Kultur und für Umwelt zuständigen Staatsministerien noch nicht abschließend geklärt.

Der Vorschlag der Bewerbung um das UNESCO-Prädikat „Welterbe“ wird in der niederbayerischen Donauregion mehr und mehr unterstützt. Elf Donauanlieger-Kommunen der Landkreise Straubing-Bogen, Deggendorf und Passau haben sich mittlerweile, nach Abstimmung in ihren Stadt- und Gemeinderäten, mit Resolutionen für die Welterbe-Bewerbung an das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst gewandt.

Michael Ritter, der im Landesverein für Heimatpflege den Bayerischen Heimattag organisiert, stellt fest: „Eine Voraussetzung für den angemessenen Schutz von Kulturlandschaften ist der beständige Wille der Bewohner solcher Regionen, für den Wert – oder besser gesagt: den Mehrwert – ihrer natürlichen und kulturellen Umwelt einzutreten und sie zu verteidigen. Ein solches Wertbewusstsein diesen Belangen gegenüber wird besonders dann wahrgenommen und verstärkt, wenn ihre Bedeutung formuliert und anerkannt ist. Eine Eintragung in die Liste des UNESCO-Welterbes ist dabei eine der höchsten Anerkennungen, die einem Natur- und Kulturraum zukommen kann.“

Prof. Dr. Manfred Treml, Vorsitzender des Gesamtvereins der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine e.V.: „Die Region Niederbayerns an der Kulturbrücke Donau ist eng verbunden mit wichtigen historischen Ereignissen, die bis heute die Vorstellung von europäischer Geschichte, Kultur und Religion prägen.“

Prof. Dr. Hubert Weiger, Landesvorsitzender des BUND Naturschutz in Bayern e.V., bekräftigt: „Die im Bayerischen Heimattag zusammenarbeitenden Organisationen werden weiterhin alles daran setzen, dass die niederbayerische Donauregion mit dem UNESCO-Prädikat „Welterbe“ die Ankerkennung erfährt, die ihr entsprechend ihrer kulturellen Bedeutung und ihrem ökologischen Wert zusteht.“ Dieter Scherf, Donauexperte im Landesvorstand des BUND Naturschutz: „Mit Schwerpunktveranstaltungen streben wir an, die Bedeutung der Region stärker in das Bewusstsein ihrer Anwohner zu bringen und über die Region hinaus bekannt zu machen.“

Die Pressefahrt am 14. November 2014 hat das Schwerpunktthema „Straubing - reiche Geschichte, wertvolle Natur, lebendige Stadt“. Das Kirchhof-Ensemble von St. Peter zeugt noch heute von der herausgehobenen Bedeutung Alt-Straubings und ist zugleich ein steinernes Dokument der gesamten Stadtgeschichte. Mit dem Natura2000-Schutzgebiet „Pillmoos“ befindet sich in unmittelbarer Stadtnähe ein vom Fluss geprägtes, naturnahes Auengebiet, ein Refugium vieler bedrohter Tier- und Pflanzenarten. Das historische Zentrum Straubings beweist eindrucksvoll, dass ein betriebsames modernes Stadtleben und ein bewusst gepflegtes, reiches Kulturerbe kein Widerspruch sind.

„Donauausbau kann und muss ökologisch noch weiter verbessert werden“
Umweltverbände nehmen Stellung zum Planfeststellungsverfahren für Wasserstraßenausbau und Hochwasserschutz zwischen Straubing und Deggendorf
[Deggendorf / 10.11.2014]

Nach jahrzehntelangen Untersuchungen und Auseinandersetzungen wird es allmählich ernst mit dem Donauausbau zwischen Straubing und Vilshofen. Am 30. Oktober endete die Frist für Einwendungen zum Planfeststellungsverfahren für den ersten Teilabschnitt zwischen Straubing und Deggendorf. Am Stichtag haben auch die anerkannten Umweltverbände ihre Stellungnahmen zu den 30 Ordnern mit Planunterlagen abgegeben.

Wir sind froh, dass wir uns nach der Entscheidung im Februar 2013 nicht mehr mit Staustufenplänen auseinander setzen müssen. Allerdings ist die jetzt geplante Variante A, die mit flussregulierenden Mitteln auskommt, nicht automatisch frei von Wirkungen auf den Fluss und die Aue“, erklärt Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND Naturschutz (BN) in Bayern e.V.

Auch wenn in den Unterlagen erste Verbesserungen gegenüber früheren Planungen erkennbar seien, sehen die Verbände noch große Potenziale für weitere Optimierungen. Weiger sieht dabei neben der Verwaltung auch die Politik in der Pflicht, allen voran die Bayerische Staatsregierung: „Der frühere Umweltminister Marcel Huber hat bewusst von einer Variante „A+“ gesprochen - die muss jetzt auch umgesetzt werden.“

Das Ausbauvorhaben betrifft einen höchst wertvollen und sensiblen Lebensraum. „Mit einer Vielzahl von Lebensraumtypen und Arten ist der betroffene Abschnitt der Donau eines der bayerischen Natura 2000-Gebiete mit der höchsten Biodiversität. Es muss klare Priorität darauf gelegt werden, dass sich bei Umgestaltung des Flusses und der Auen der Erhaltungszustand der relevanten Arten und Lebensräume nicht verschlechtert“, fordert daher Dr. Norbert Schäffer, Vorsitzender des Landesbundes für Vogelschutz (LBV).

Die Gruppe der Fische ist dabei durch den direkten Eingriff in ihr „Wohnzimmer“ in besonderem Maße betroffen. Zu den 55 vorkommenden Fischarten zählen Kleinfischarten wie Zingel oder Streber, die nur im Donausystem heimisch sind. „Die Donau im Ausbauabschnitt gehört fischökologisch gesehen zu den bayerischen Kronjuwelen. Diesen Wert gilt es mit allen Mitteln gewissenhaft zu sichern“, so Prof. Dr. Ing. Albert Göttle vom Landesfischereiverband Bayern. Durch die Schifffahrt bereits eingeschleppte „Grundeln“ aus dem Schwarzmeerraum etwa könnten nach dem Ausbau die heimische Fischfauna weit stärker beeinträchtigen als bisher. „Anders als für die heimischen Fischarten bieten Wasserbausteine, die laut den Planunterlagen bisher in große Mengen verbaut werden sollen, optimale Lebensbedingungen für die gefräßigen Neuzuwanderern“, so Johannes Schnell vom LFV Bayern. „Dadurch ist mit einem zunehmenden Konkurrenzdruck der „Fremdlinge“ zu rechnen, schwächere einheimische Arten werden dadurch möglicherweise zurückgedrängt.“

Leitbild für die Naturschützer ist dagegen der dynamische Fluss, in dem die Strömung Sand und Kies umlagern kann und die Auen regelmäßig Hoch- und Niedrigwasser ausgesetzt sind. „Durch die Dynamik der Strömung entstehen die wichtigen Lebensräume für die seltenen Fischarten, die Wechselwasserzonen und die typischen Auwälder“, erklärt Georg Kestel, der als Landschaftsplaner und Donauexperte für den BN die Stellungnahme bearbeitet hat. „Wir schlagen daher unter anderem vor, dass möglichst viele der geplanten Flussbauwerke nicht aus Granit-Wasserbausteinen geschüttet, sondern in Anlehnung an natürliche Donau-Inseln aus flusseigenem Grobkies aufgebaut werden sollen. Damit würden sie natürlichen Strukturen ähneln und die für den Fluss typische Veränderlichkeit behalten. Positive Beispiele hierzu gibt es bereits aus Österreich.“ Auch die vorhandenen Uferversteinungen sollten möglichst großflächig zurückgebaut werden. „Das hätte auch Vorteile für den Hochwasserschutz“, erklärt Kestel.

Die Verbände schlagen vor, die Details der Verbesserungsvorschläge z.B. an einem „Runden Tisch“ parallel zum offiziellen Verfahren weiter zu diskutieren.

Die Wasser- und Schiffahrtsverwaltung betreibt das Genehmigungsverfahren mit besonderem Nachdruck, weil gleichzeitig mit dem Ausbau der Wasserstraße die Verbesserung des Hochwasserschutzes in der Region planfestgestellt werden soll. Auch wenn der Bau von neuen Deichen zum Schutz der Siedlungen unstrittig ist, legen die Naturschutzverbände doch besonderen Wert auf den natürlichen Wasserrückhalt. „Dafür müssen jetzt die ursprünglich für Staustufen und Seitenkanäle mit öffentlichen Geldern gekauften Grundstücke eingesetzt werden“, fordert Weiger. Wo die Chance dafür bestehe, müssten Aueflächen vergrößert werden. „Wir müssen den Flüssen ihre Auen zurückgeben. Nur so können die in den letzten Jahrzehnten erheblich beschleunigten Hochwasserspitzen wieder abgebremst und entzerrt und damit die Hochwassergefahr für Unterlieger wie Passau entschärft werden“, so Weiger.

Mit den Planungen und den Verbesserungsmöglichkeiten beschäftigt sich auch der Internationale Donaukongress, den der BUND Naturschutz am 6. und 7. Dezember in Niederalteich zum 23. Mal veranstaltet.

Die Stellungnahmen können Sie hier herunterladen:

Stellungnahme Bund Naturschutz in Bayern e.V. [pdf, 1,1 MB]

Stellungnahme Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. [pdf, 75 kB]

Stellungnahme Landsfischereiverband Bayern e.V.

Die Planunterlagen stehen hier [externer Link] zum download.

„Außergewöhnlich reiches Natur- und Kulturerbe an der Donau“ - Informativer Bilder-Streifzug durch die Donau-Landschaft mit Dieter Scherf
[Deggendorf / 10.11.2014]

„Wir wollen die Wertschätzung für die eigene Heimat wecken“, umriss Dieter Scherf zu Beginn seines Vortrags in der Geschäftsstelle des Bundes Naturschutz (BN) die Motivation für sein Engagement. Fast zu klein war der „große“ Besprechungsraum im Obergeschoss in der Amanstraße 21 für die rund 30 Zuhörer, die Georg Kestel, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe, am vergangenen Freitag zum Vortrag „Heimat Donau – reiches Natur- und Kulturerbe“ begrüßen konnte.

Entstanden war der reich illustrierte Vortrag, um so die Idee des Bayerischen Heimattags zu unterstützen. Dieser hatte 2005 auf einer Tagung in Straubing angeregt, die Landschaft an der niederbayerischen Donau zwischen Straubing und Vilshofen bzw. zwischen Regensburg und Passau als Weltkultur- und -Naturerbe von der UNESCO anerkennen zu lassen. „Auslöser dafür waren die Pläne zum Ausbau der Wasserstraße; Wir haben aber auch selbst erst im Lauf der Auseinandersetzung um die Ausbaupläne richtig erkannt, welche außergewöhnlichen Schätze wir hier vor Ort haben – und wie wenig diese oft beachtet und geachtet werden“, erklärte Scherf, der bis zum Jahr 2008 über viele Jahre Vorsitzender der Kreisgruppe Deggendorf des BN war und heute noch im Landesvorstand des Verbandes aktiv ist.

Dass die Region tatsächlich ein gewaltiges Erbe zu bieten hat, zeigte der Referent in einer Vielzahl beeindruckender Bilder. „Einzigartig ist, dass hier eine Fülle menschlicher Spuren aus allen Siedlungsepochen seit der Frühsteinzeit zu finden sind und bestimmte Traditionen und Strukturen bis heute Bestand haben. Die Kultur des Ackerbaus zum Beispiel ist entlang der Donau vor rund 7000 Jahren zu uns gelangt und wird seitdem ohne Unterbrechung in unserer Region betrieben.“ Selbst im Verlauf der heutigen Straßen spiegelten sich alte Strukturen wieder: „Die heutige B8 verläuft genau dort, wo schon die Römer ihre Hauptstraße gebaut haben – und damit wiederum dem Verlauf einer alten keltischen Wegeverbindung gefolgt sind.“ Auch aus späteren Epochen sei die Region bis heute mit hervorragenden Zeugnissen gesegnet, so mit den Donauklöstern Niederalteich, Metten, Bogen und Oberalteich oder den Stadtgründungen der Wittelsbacher in Straubing, Deggendorf und Vilshofen.

Zusammen mit der Kultur hat sich auch - in gegenseitiger Abhängigkeit - die Landschaft entwickelt. „Entlang der Donau ist heute keine Natur-, sondern vor allem Kultur-Landschaft zu finden – aber mit einer unfassbar reichen Ausstattung.“ Unter anderem die neuesten Untersuchungen zum Donauausbau hätten erneut die enorme Vielfalt und den enormen Wert der Tier- und Pflanzenwelt in der Donau und ihrer Aue gezeigt; diese Feststellung belegte der Referent nicht nur mit Zitaten aus den genannten Untersuchungen, sondern auch mit entsprechenden Bildern, zum Beispiel zur Pflanzenvielfalt der Sammerner Heide, mit Vertretern der Vogelwelt von Brachvogel bis Blaukehlchen und zum Reichtum der Amphibien-, Muschel-, Schnecken- und Fischfauna.

Daran, dass die niederbayerische Donau-Landschaft durchaus die Voraussetzungen besitzt, als Welterbe anerkannt zu werden, bestand für die Zuhörer am Ende kaum mehr ein Zweifel – die Diskussion drehte sich mehr um die Frage, wie es mit dem vor einigen Jahren gestellten Antrag weitergeht (er soll aktualisiert und in der nächsten Bewerbungsrunde wieder eingereicht werden); festgestellt wurde auch, dass „Welterbe“ nicht bedeute, dass Menschen und Landschaft „unter eine Käseglocke“ gesetzt würden. „Wir glauben, dass schon die Bewerbung ein Gewinn für die Region ist, weil das Bewusstsein für unser außergewöhnliches Erbe zunimmt“, erklärte Scherf abschließend und bat die Zuhörer, die Idee als Multiplikator weiter zu verbreiten.

Am Freitag, den 14. November ab 10 Uhr organisiert der Bayerische Heimattag eine Fahrt zu den Natur- und Kulturschätzen in Straubing, im nächsten Jahr ist unter anderem eine Führung am Bogenberg geplant.

Nähere Informationen zur Fahrt in Straubing finden Sie hier, wenn Sie teilnehmen möchten, ist für die Planung (Sitzplätze im Bus) eine Anmeldung beim Bayerischen Heimattag erforderlich.

Fast 300 Menschen unterschreiben gegen umstrittene Freihandelsabkommen
Erfolgreiche Infostände von ÖDP, Bund Naturschutz und Greenpeace
[Deggendorf / 15.10.2014]

Die umstrittenen Freihandelsabkommen, die derzeit zwischen der EU und den USA bzw. Kanada verhandelt werden, sind auch in Deggendorf ein „richtiger Aufreger“, stellt Georg Kestel für den Bund Naturschutz Deggendorf nach der erfolgreichen Unterschriftensammlung am letzten Wochenende am Stadtplatz fest. „Wir waren völlig überrascht, dass so viele Menschen extra zu uns kamen, um zu unterschreiben.“ Den Infostand zur Unterschriftensammlung hatte die ÖDP angemeldet und aufgebaut, der Bund Naturschutz Deggendorf hat sich diesem Stand angeschlossen, und auch die Deggendorfer Greenpeace-Gruppe sammelte Unterschriften. „Die gemeinsame Aktion spiegelt die europäische Bürgerinitiative, die von über 250 Organisationen getragen wird, ganz gut wider“, meint Kestel.

Über die verschiedenen Listen verteilt haben allein am letzten Samstag fast 300 Bürgerinnen und Bürger unterschrieben. „Wir wollen keine Gentechnik und keinen Verlust von Umwelt- und Sozialstandards durch die Hintertür; wir wollen nicht, dass nach diesen Abkommen Großkonzerne die Bundesrepublik auf Schadenersatz verklagen können, nur weil die Regierung zum Beispiel Gesetze für den Umwelt- oder Klimaschutz erlässt. Wir fordern daher die EU auf, die Verhandlungen mit den USA zu stoppen und das schon ausgehandelte Abkommen mit Kanada nicht zu ratifizieren“, fasst Kestel die Forderungen der Unterzeichner zusammen. „Dafür sollten sich auch unsere örtlichen Europaabgeordneten einsetzen, allen voran der EVP-Vorsitzende Manfred Weber.“ Dem Appell haben sich insgesamt schon mehr als 600.000 Menschen angeschlossen.

Die Europäische Bürgerinitiative gegen TTIP können Sie hier unterschreiben [externer Link]

Unterschriftenliste als Download und zum Selber-Ausdrucken [pdf; Rücksendeadresse ist auf der Liste angegeben]

Unterschriftenlisten sind auch in unserer Geschäftsstelle verfügbar – Bitte vorher anrufen oder mailen, da die Geschäftsstelle nicht immer besetzt ist! (Tel.: 0991 – 32555, email: bund-naturschutz@degnet.de)

Informationen zu CETA und TTIP des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland finden Sie hier [externer Link]

Positionspapier des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) [externer Link, pdf]

Von der ARD / Tagesschau veröffentlichter Vertragstext zum Freihandelsabkommen mit Kanada (CETA), der als „Blaupause“ für das TTIP-Abkommen bezeichnet wird [externer Link, pdf]

Weitere Informationen zu den Abkommen finden Sie auch unter www.ttip-unfairhandelbar.de und bei Campact.

„Kein Freihandels- und Investitionsschutzabkommen für Konzerne“ - Unterschriftensammlung gegen TTIP und CETA am 11. Oktober in Deggendorf
[Deggendorf / 07.10.2014]

„Wir rufen dazu auf, am 11. Oktober in Deggendorf gegen die geplanten Freihandels- und Investitionsschutzabkommen zwischen der EU und den USA bzw. mit Kanada zu unterschreiben und die Europäische Bürgerinitiative zu unterstützen“, erklärt Georg Kestel, Vorsitzender des Bundes Naturschutz Deggendorf, und nennt Beispiele, warum der Verband die Abkommen mit den USA (TTIP) und mit Kanada (CETA) ablehnt: „Wir wollen keine geheim ausgehandelten Abkommen, mit denen hart erkämpfte und sinnvolle Umwelt- und Sozialstandards weggeräumt werden. Und wir wollen keine Abkommen, mit denen am Ende einzelne Konzerne die Bundesrepublik Deutschland auf Millionen-Schadenersatz verklagen können, wenn diese sich für Umwelt- oder Klimaschutz einsetzt und z.B. Gasgewinnung mit Fracking in Deutschland nicht zulassen will. Auch kann und darf es nicht sein, dass über die Abkommen letztendlich doch für gentechnische veränderte Lebensmittel der Weg nach Europa geebnet wird.“

Deshalb haben BUND Naturschutz Deggendorf und die ÖDP Deggendorf sich zunächst unabhängig voneinander entschlossen, am Aktionstag am 11. Oktober gegen die geplanten Freihandels- und Investitionsschutzabkommen Unterschriften für eine Europäische Bürgerinitiative zu sammeln. Die beiden Gruppen haben sich jetzt für einen entsprechenden Infostand am Samstag von 9 bis 13 Uhr am Oberen Stadtplatz in Deggendorf (Ecke Pfleggasse, vor Buchhandlung Pustet) zusammengetan.

„Die EU kann ja gern die Farbe von Blinkern an Autos zwischen den USA und Europa harmonisieren. Aber wenn das so endet, dass eine amerikanische Frackingfirma das Land Kanada auf einen Schadenersatz von 250 Millionen Dollar oder der Ölmulti Chevron auf der Basis eines bilateralen Investitionsschutzabkommens das Land Ecuador erfolgreich auf 77 Millionen Schadenersatz verklagen kann, weil sich die Bürger gegen Fracking oder gegen von Chevron verursachte Umweltschäden wehren – dann brauchen und wollen wir das nicht“, macht Kestel für den BN klar. „Es kann auch nicht sein, dass solche Klagen dann nach CETA und TTIP nicht vor einem ordentlichen deutschen Gericht und öffentlich, sondern geheim vor einem privat besetzten Schiedsgericht aus Wirtschaftsanwälten verhandelt werden sollen.

Wir bitten alle Deggendorfer und Deggendorferinnen dringend, der EU-Kommission mit ihrer Unterschrift klar zu machen, dass sie derart gefährlichen Unsinn in unserem Namen nicht verhandeln darf.

Lehrer-Fortbildung: „Das Umweltbildungsschiff TAKATUKA stellt sich vor!“
[Deggendorf / 09.09.2014]

am Freitag, den 26. September 2014 von 14:30 Uhr bis 17:00 Uhr
Treffpunkt:
Anlegestelle Ruderhaus, Edlmairstr. 14, Deggendorf (direkt hinter der Gaststätte „Ruderhaus“).
Leitung: Dipl.-Geograph
Norbert Bieber und Dipl.-Ing. FH Landschaftsarchitektur Irene Weinberger-Dalhof

Möchten sie das Umweltbildungsprojekt TAKATUKA kennen lernen und dabei prüfen, ob es Ihren Unterricht sinnvoll ergänzen kann? Dann sind Sie herzlich eingeladen zu einer Informationsfahrt, bei der Sie das Umweltbildungsprogramm aus der Perspektive der Schüler erleben können. Der TAKATUKA-Kapitän Norbert Biber steht Ihnen Rede und Antwort zu den umweltpädagogischen Aktionen, die BN-Mitarbeiterin Irene Weinberger-Dalhof erläutert Ihnen alles was Sie über Anmeldung und Organisation wissen müssen.

Die frei fließende Donau zwischen Straubing und Vilshofen ist ein Fluss- und Auengebiet von international überragender Bedeutung. Der Bund Naturschutz in Bayern e.V. bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, mit dem Umweltbildungsschiff TAKATUKA die frei fließende Donau hautnah und mit allen Sinnen zu entdecken und erforschen. Von Deggendorf aus startet die TAKATUKA und setzt über zur Fischerdorfer Donauinsel. Unter Anleitung erfahrener Umweltbildner setzen sich dort die Schüler/innen in kleinen Gruppen spielerisch mit den Themen Wasser, Flussökologie und Aue auseinander und lernen die Tier- und Pflanzenwelt der frei fließenden Donau kennen. Um der Abenteuerlust der Kinder Rechnung zu tragen, ist das umweltpädagogische Programm für Kinder bis 12 Jahre als „Ausbildung zum Donaupiraten“ verpackt, die Älteren sind auf „Dschungelexpedition in der grünen Donauwildnis“ unterwegs.

Die Teilnehmerzahl ist auf 22 Personen beschränkt. Bitte melden Sie sich direkt über das Internetportal FIBS (Stichwort „Takatuka“) an. Da die Veranstaltung auch für ehrenamtlich Aktive in der Kinder- und Jugendarbeit offen ist, wird sie außerhalb der üblichen Arbeitszeiten an einem Freitag Nachmittag angeboten.

Die Fortbildungsveranstaltung für Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten wird vom Bund Naturschutz in Bayern e.V., Kreisgruppe Deggendorf gemeinsam mit dem Schulamt Deggendorf angeboten.

Ein Infoblatt zu der Veranstaltung können Sie hier herunterladen [pdf, 125KB]

Donau-Ausstellung zur Donaugartenschau:
Bund Naturschutz Kreisgruppe Deggendorf baut Infostation in einem „lebenden“ Pavillon auf
[Deggendorf / 22.04.2014]

Quasi eine Punktlandung legt die Donau-Ausstellung hin, die der Bund Naturschutz (BN) zur Landesgartenschau präsentiert. Vor Ostern wurden die 8 doppelseitigen Tafeln geliefert und gleich noch montiert. Seit dem Ende des letzten Jahres haben zahlreiche ehrenamtliche Helfer des BN auch den Pavillon für diese Ausstellung auf dem Gelände aufgebaut. „Nachdem die Gartenschau unter dem Titel „Donaugartenschau“ läuft, sehen wir das als gute Gelegenheit, den Besuchern die wichtigsten Besonderheiten dieses Flusses und seiner Landschaft vorzustellen“, so Georg Kestel, Chef der Kreisgruppe Deggendorf des BN.

Die Ausstellung zeigt daher die wichtigsten Lebensräume mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt und erläutert die ökologischen Zusammenhänge, die zum außergewöhnlichen Reichtum der niederbayerischen Fluss-Landschaft führen. Nicht ausgespart bleibt auch die Geschichte der Planungen zum Donauausbau und ein Ausblick z.B. auf die Idee, die Region als Welterbe von der UNESCO anerkennen zu lassen. „Weil uns Fotografen wie Josef Baumgartner und Christian Sedlmeier kostenlos ihre hervorragenden Fotos und Luftbilder zur Verfügung gestellt haben, ist die Ausstellung auch eine echte Augenweide geworden“, freut sich Kestel. Der BN-Beitrag zur Gartenschau ist auf der Ruderhaus-Seite des Bogenbachs zu finden.

Eine Besonderheit ist die Baukonstruktion rund um die Ausstellung. „Wir haben für den Pavillon lebende Silber-Weidenstämme als Stützen verwendet. Das bietet sich an, weil diese Baumart die Charakterbaumart der Weichholzaue ist und somit auch keine Probleme hat, wenn der Pavillon im Deichvorland mal unter Hochwasser gerät“, erklärt der BN-Chef, der gleichzeitig in seiner Profession als Landschaftsarchitekt die Planung entwickelt hat, und freut sich über den frischen Laubaustrieb an den Stützen.

Ein Band aus Donaukies – gestiftet von der Firma Kies-Hacker – markiert den Verlauf des Flusses in Europa; Sitzbänke aus Granit mit Holzrosten sollen zum Verweilen einladen und zeichnen außerdem den Rand des Einzugsgebietes des zweitgrößten europäischen Stroms nach. „Wir haben natürlich darauf geachtet, das Baumaterial soweit wie möglich aus der Region zu beziehen. Für einige Arbeiten haben wir örtliche Fachfirmen engagiert oder auch mal, wie von der Firma Majuntke, Maschinenstunden gespendet bekommen. Der größte Teil des Baus aber ist in einigen hundert Stunden ehrenamtlicher Eigenleistung entstanden“, erklärt Kestel. Auch wenn der Bau so geplant ist, dass er sich leicht wieder abbauen lässt „wäre es fast schon schade, wenn sich keine Nachnutzung finden ließe“, meint Kestel.

Der Pavillon wird während der Gartenschau auch Startpunkt für einige Exkursionen sein, die der BN „mit ökologischem Blick“ über das Gelände anbietet. Auch Umwelterlebnisaktionen mit der „Schatzkiste Donau“ und dem Umweltbildungsschiff „Takatuka“ sind im Programm enthalten.

Die Ausstellung soll in den nächsten Wochen auch noch als Broschüre aufbereitet und zum Mitnehmen ausgelegt werden. Zur Zeit laufen dazu auch noch Übersetzungen ins Tschechische und ins Englische „Das zum einen natürlich als Service für die internationalen Besucher der Gartenschau gedacht; zum anderen fehlt uns aber eine derartige Broschüre schon lange. Jetzt haben wir die Chance, z.B. für unsere osteuropäischen Donau-Nachbarn die grundlegenden Informationen zur Bayerischen Donau auch auf Englisch anbieten zu können“, freut sich Kestel. Möglich wurde die Ausstellung, der Pavillon und die Broschüre durch den Bayerischen Umweltfonds, der eine Förderung aus Erträgen der GlücksSpirale bewilligt hat.

Naturerlebnis pur mit dem BN – innerhalb und außerhalb der Donaugartenschau
[Deggendorf / 02.02.2014]

Umfangreiches Veranstaltungsprogramm für 2014 erschienen

Die Landesgartenschau 2014 in Deggendorf ist eigentlich eine „Donaugartenschau“ – darauf reagiert auch das Veranstaltungsprogramm der Kreisgruppe Deggendorf des Bundes Naturschutz, das soeben erschienen ist. Unter dem Titel „Lebensader Donau in Deggendorf“ enthält es gleich mehrere Führungen mit ökologischem Blick über das Gartenschaugelände. „Wer will, kann mit uns auch außerhalb des Geländes die Tiere und Pflanzen unserer Heimat entdecken“, erklärt Georg Kestel, Chef der BN-Kreisgruppe – und schließt gleich einen Dank an die Referentinnen und Referenten an: „Wie in den letzten Jahren auch stellen die Exkursionsleiter ihre besonderen Kenntnisse und Qualifikationen ehrenamtlich zur Verfügung.“ So können sich Interessierte unter fachkundiger Führung auf die Spuren von Libellen, Vögeln, Schlangen, Eidechsen, Muscheln und Schnecken, Pilzen und botanischen Raritäten machen.

Mit den Veranstaltungen möchte der BN Jung und Alt gleichermaßen ansprechen. Daher sind die beliebten Umweltbildungsprojekte des Verbandes, die „Schatzkiste Donau“ und das Umweltbildungsschiff „Takatuka“ auch auf der Gartenschau vertreten. „Während die Kinder als mutige Donaupiraten oder unerschrockene Entdeckerinnen die Faszination der frei fließenden Donau mit allen Sinnen erleben, können ihre Eltern in aller Ruhe die Donaugartenschau besuchen“, erklärt Irene Weinberger-Dalhof, Mitarbeiterin der Kreisgruppe Deggendorf und verantwortlich für die Organisation des Jahresprogramms einen Nebeneffekt dieses Angebots. Auch außerhalb der Gartenschau sind noch Termine für Schatzkiste und Takatuka buchbar. Angeboten wird außerdem u.a. ein Bibertag für Kinder und eine viertägige Paddeltour auf der Donau für Jugendliche.

Nach wie vor enthalten sind im Jahresprogramm die „traditionellen“ Donau-Veranstaltungen der Kreisgruppe, wie Umweltaschermittwoch, Donaufest, Erlebnis-Schifffahrt und der Kongress im Dezember. „Bei aller Vorsicht hoffen wir, dass die heftigen Kämpfe endgültig vorbei sind. In Zukunft wollen wir uns daher verstärkt damit beschäftigen, wie unser besonderes Natur- und Kulturerbe sinnvoll und verträglich genutzt und positiv weiter entwickelt werden kann – inklusive sinnvoller Verbesserung des Hochwasserschutzes“, so Kestel . Die „neue“ Ausrichtung der Donauveranstaltungen ist unter anderem beim Donaufest an Christi Himmelfahrt in Niederalteich erkennbar: „Zusammen mit unserem Mitveranstalter, der Spielvereinigung Niederalteich, freuen wir uns sehr, dass der bayerische Umweltminister Marcel Huber als Festredner zugesagt hat“, so Kestel.

Unabhängig ob Mitglied oder nicht, kann jede/r im klassischen Arten- und Biotopschutz aktiv werden. Die Ortsgruppe Bernried-Metten-Offenberg sucht Helferinnen und Helfer für die Mahd einer Streuobstwiese und für das Aufstellen und Betreuen von Amphibienschutz-Zäunen. Die Ortsgruppe lädt außerdem wieder zu ihrer beliebten Orchideenwanderung und zu einer mehrtägigen Exkursion, diesmal in den Steigerwald, ein.

Zwei Lichtbildervorträge runden im Herbst das Jahresprogramm ab: Thomas Schoger-Ohnweiler nimmt die Besucher im Oktober mit auf eine Kanureise von Straubing nach Bratislava und Dieter Scherf stellt im November die Natur- und Kultur-Highlights an der heimischen Donau vor.

Wer sich für die Angebote des Bundes Naturschutz im Landkreis Deggendorf interessiert, kann das Programmheft in der BN-Geschäftsstelle, Amanstr. 21, 94469 Deggendorf (Tel. 0991-32555) oder bei der Tourist-Information am Oberen Stadtplatz in Deggendorf abholen.

Hier können Sie das Programm auch als pdf-Datei [1,2 MB] herunterladen.

„Die Lösung für die Verkehrsprobleme in der Egger Straße liegt am Schulzentrum“
Bund Naturschutz bezieht Stellung gegen Straßenbauprojekt zwischen Berg und Kandelbach
[Deggendorf / 28.02.2014]

„Ein Straßenbauprojekt zwischen Berg und Kandelbach wird die Probleme in der Egger Straße nicht lösen“, ist sich der Bund Naturschutz (BN) in Deggendorf sicher. „Die Probleme werden nämlich weniger durch zunehmenden Verkehr, als vielmehr durch die Fußgängerampel am Schulzentrum verursacht. Vor allem der Übergang führt in der früh bei Schulbeginn regelmäßig zum Rückstau in der Eggerstraße.“ Der BN plädiert dafür, für den Übergang möglichst bald eine andere Lösung zu finden und eine solche spätestens mit dem ersten Abschnitt der Schulsanierung umzusetzen. „Selbst eine aufwändige und anspruchsvoll gestaltete Über- oder Unterführung für Fußgänger kostet nur den Bruchteil eines Straßenneubaus zwischen Berg und Kandelbach und bringt schnell die erhoffte Entlastung für die Anwohner“, erklärt Georg Kestel, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Deggendorf. „Die Sicherheit der Schulkinder sollte uns das sowieso wert sein.“

Im Übrigen dürfte ein großer Teil der morgendlichen Fahrzeugflut ohnehin Zielverkehr für das Schulzentrum sein und daher durch eine neue Straßenanbindung gar nicht erfasst werden. „Mitverantwortlich für den morgendlichen Stau ist auch die ungünstige Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus Richtung Egg, Leiten und Berg. Lange Fahrtzeiten und umwegige Fahrtrouten verleiten viele Eltern dazu, ihre Kinder selber mit dem Auto zur Schule zu bringen“, weiß Kestel. Auch hier seien Ansatzmöglichkeiten für Verbesserungen gegeben.

„Die Politik sollte sich ein Beispiel am Robert-Koch-Gymnasium nehmen, das gerade vor wenigen Tagen den deutschen Klima-Preis mit einem Projekt zur Vermeidung von motorisiertem Verkehr gewonnen hat. Im Vergleich zum Engagement der Schüler und Schülerinnen ist es fast schon beschämend, dass Politikern in Deggendorf immer nur der Bau von Straßen einfällt. Kein Wort dagegen über die eigentlichen Ursachen der Probleme, kein Wort und erst recht kein zusätzliches Geld für den öffentlichen Personenverkehr, und kein Hirnschmalz für Verkehrsvermeidung oder für andere Lösungsansätze. Dabei sollte es sich auch bei uns herumgesprochen haben, dass mit neuen Straßen die Belastung nicht reduziert, sondern lediglich in bisher unbelastete Räume verschoben wird“, merkt Kestel für den BN an.

Der Naturschutzverband wird die Planungen mit Argusaugen weiter beobachten. „Ein Radweg zwischen Berg und Kandelbach in normalen Dimensionen sollte wohl machbar sein, weil dafür auch bestehende Wegeverbindungen gut genutzt oder entsprechend angepasst werden können. Eine neue Straße würde sich dagegen in bekannt unsensibler Weise durch eine schwierige Topografie und durch eine bisher unverbaute Landschaft fräsen und etwa eineinhalb Hektar Fläche neu versiegeln. Dagegen werden wir uns mit Sicherheit wehren“, kündigt Kestel für den Bund Naturschutz schon mal an. „Ich gehe davon aus, dass uns die potenziellen neuen Anlieger einer solchen Strassentrasse in Nieder- und Oberkandelbach dabei unterstützen werden.“

22. Internationalen Donaukongress am 30.11. und 01.12.2013 in Niederalteich:
„Leben mit der Donau - nach dem Hochwasser und nach der Ausbau-Entscheidung“
[Deggendorf / 02.12.2013]

Schwerpunkt des 22. Internationalen Donaukongresses war der Hochwasserschutz zwischen Straubing und Vilshofen. Diskutiert wurden die Möglichkeiten zur Verringerung der Überflutungsrisiken durch Maßnahmen am Hauptfluss, an den Nebenzuflüssen und im Einzugsgebiet. Außerdem befasste sich der Kongress mit den Möglichkeiten, die Donau und ihre Landschaft zu nutzen und weiter zu entwickeln – für die Sicherung der biologischen Vielfalt, die Umweltbildung, aber auch für Verkehr und Güterumschlag in den Häfen.

Die Resolution des Kongresses, verabschiedet am 1. Dezember 2013, können Sie hier [pdf, 100 KB] nachlesen.

Die Präsentationen, die am Samstag auf dem Kongress gezeigt wurden, können Sie hier herunterladen:

[PDF 21,7 MB]

[PDF 4,5 MB]

[PDF 11,6 MB]

[PDF 16,5 MB]

Resolution des 22. Int. Donau-Kongresses

Josef Thalhammer: Das Juni-Hochwasser in Niederalteich

Andreas Krug: Eckpunkte für einen vorsorgenden Hochwasserschutz an Deutschlands Flüssen

Georg Kestel: Überblick über die geplanten Hochwasserschutz-maßnahmen zwischen Straubing und Vilshofen

Hans Helmut Bernhart: Ablauf der Hochwasserwellen an Donau und Inn - Folgerungen und nötige Konsequenzen

[PDF, 1,0 MB]

[PDF 5,7 MB]

[PDF 3,5 MB]

[PDF 2,9 MB]

[PDF 6,6 MB]

Programm des 22. Int. Donau-Kongresses

Dr. Florian Ballnus: EU-Donauraum-strategie: Neue Impulse für die Sicherung der biologischen Vielfalt entlang der Donau

Dr. Christine Margraf: Ansätze und Ideen für Biodiversitätsprojekte in Bayern

Irene Weinberger-Dalhof: „Vielfalt ist Reichtum“: Das Umweltbildungsprojekt DonauEinFlüsse

Richard Mergner: Wirtschaftsverkehr im Donauraum - Güteraustausch, Verkehrswege und die Rolle der Wasserstraße

Andreas Löffert: Grüne Chemie im Fluss – eine bayerische Strategie für den Donauraum



Verlust von Überschwemmungsfläche an den Flüssen verschärft die Hochwassergefahr
[Deggendorf / 06.10.2013]

Eine Untersuchung und Auswertungen des Bundesamtes für Naturschutz zeigen: In den letzten Jahrzehnten kam es zu einem massiven Verlust von Auen und damit auch von Überschwemmungsraum („Retentionsraum“) entlang der Flüsse. Die Verluste von Überschwemmungsraum sind in erheblichem Maße mitverantwortlich für die Gefährdung durch Hochwasser. Wo sich früher Hochwasser als „Breitwasser“ ausbreiten konnte, werden die Fluten heute zwischen den eng an den Flüssen entlanggeführten Deichen und Dämmen kanalisiert nach unten abgeführt. Verantwortlich ist die Errichtung von geschlossenen Deichsystemen (meist in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts) und im zweiten Schritt der Bau von Staustufenketten an den großen bayerischen Flüssen. Eine aus den Daten des BfN erstellte Karte für die Donau und ihre Nebenflüsse zeigt anschaulich, dass auf diese Weise 70 – 90 % der früheren Aueflächen verlorengegangen sind.

Der Wegfall von Rückhalteraum verschärft die Hochwassergefahr sowohl direkt (weil die früheren „Zwischenlager“ für die Hochwassermassen verloren gegangen sind), als auch indirekt. Denn die Kanalisierung beschleunigt die Fortbewegung der Hochwasserspitzen nach unten. Dies führt bei ungünstiger Konstellation dazu, dass sich die Hochwasserspitzen von Haupt und Nebengewässer vollständig oder teilweise überlagern. Eine weitgehend vollständige Überlagerung war 2002 und 2013 z.B. für die Donau sowie Naab und Regen bei Regensburg und für die Donau und die Isar bei Deggendorf zu beobachten. Teilweise überlagern sich die Spitze des Inns und die anlaufende Donauwelle in Passau.

Vor allem durch die Überlagerung können sich, wie das Hochwasser 2013 in Deggendorf und in Passau gezeigt hat, besonders große und katastrophal wirkende Hochwasserabflüsse aufbauen. In Passau addierte sich ein Spitzenabfluss von ca. 6500m³/s des Inns und ein Abfluss von ca. 3.500m³/s der Donau zu einem Jahrhunderthochwasser von ca. 10.000 m³/s.

Die Wellengeschwindigkeit an der Donau und ihren Seitengewässern wurde, wie eine Untersuchung des Bayerischen Landesamtes für Wasserwirtschaft schon vor Jahrzehnten zeigte, erheblich beschleunigt. Diese Beschleunigung ging mit der Errichtung der Staustufenketten an Donau, Lech, Inn und Isar einher.

Eine Bremsung der Hochwasserwellen ist durch die Rückgewinnung von Aueflächen (= Deichrückverlegung) möglich, nicht aber durch den (vielfach geplanten) Bau und Betrieb von Flutpoldern. Letztere stellen in erster Linie Einrichtungen des technischen Hochwasserschutzes dar.

Ein kurzgefasstes Infoblatt
zum Hochwasser 2013
und zum Hochwasserschutz an der Donau

können Sie hier [pdf, 205 KB] herunterladen.

Bund Naturschutz weist Verleumdungen und Unterstellungen zum Hochwasserschutz bei Fischerdorf zurück
[Deggendorf / 18.07.2013]

In einem Leserbrief an den Plattlinger Anzeiger vom 17.07.2013 breitet Hubert H. Seitz aus Schiltorn einen Strauß von Unterstellungen und Unwahrheiten aus. Kern der Beschuldigungen ist, dass der Bund Naturschutz Mitverantwortung an der Hochwasserkatastrophe tragen würde, weil er angeblich wesentliche Verbesserungen am Deich verhindert hätte.

In einem eigenen Leserbrief antwortet der Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Deggendorf, Georg Kestel, auf die Anschuldigungen. Da in dem Leserbrief von Herrn Seitz einiges vorgebracht wird, was als Gerücht durch die vom Hochwasser betroffene Region geistert, veröffentlichen wir den Antwortbrief auch an dieser Stelle.

Von den Behauptungen und Unterstellungen, die Herr Seitz vorbringt, entspricht schlicht und einfach nichts der Wahrheit. Anders als behauptet, hat der BN z.B. nie „ein Veto eingelegt“ gegen einen „gefestigten Hinterweg“ am Isardeich; soweit uns bekannt ist, gab es für den Bau eines derartigen Weges nie eine offizielle Planung oder ein offizielles Genehmigungsverfahren; der BN ist zu einem derartigen Vorhaben also noch nicht einmal gefragt oder beteiligt worden.

Herr Seitz behauptet weiter, wir hätten das Einbringen von Spundwänden „genau an diesen dreihundert Metern, wo der Dammriss geschehen ist, untersagt.“ Auch das ist schlichtweg falsch, allein schon deshalb, weil ein Verband wie der Bund Naturschutz Bauprojekte oder auch nur Teile davon gar nicht „untersagen“ kann. Darüber hinaus ist uns auch zu der von Herrn Seitz angesprochenen Spundung weder irgendeine entsprechende Planung noch irgendein Genehmigungsverfahren bekannt. Auch zu einer angeblich geplanten Spundung haben wir also, anders als Herr Seitz behauptet, nie „Nein“ gesagt. Wir würden dies auch nie tun, unter anderem, weil der Sinn einer Innenkerndichtung unmittelbar einsichtig ist und der Einbau in aller Regel einen nur kurzfristigen, vorübergehenden Effekt auf Natur und Umwelt hat.

Den vollständigen Antwortbrief können Sie hier als pdf-Datei [70 kB] herunterladen.

Wir bitten um Verständnis, dass wir an dieser Stelle nicht aktiv den von Herrn Seitz über den Bund Naturschutz verbreiteten Unsinn weiterverbreiten wollen. Einen Scan des Leserbriefes stellen wir daher nur auf Anfrage zur Verfügung.

Offener Brief an CSU-Bezirksvorsitzenden Manfred Weber zum Hochwasserschutz an der Donau: „Menschenschutz und Naturschutz ist kein Widerspruch“
[Deggendorf / 07.07.2013]

Der Bund Naturschutz weist in einem offenen Brief an CSU-Bezirksvorsitzenden Manfred Weber Aussagen im Positionspapier des CSU Bezirksverbands Niederbayern »Schutz für Mensch und Land - Hochwasserschutzmaßnahmen als Priorität für Niederbayern« zurück. Der BN begrüßt, dass sich die Niederbayern-CSU jetzt, nach der Flutkatastrophe, für die schnelle Verwirklichung wirksamer Hochwasserschutzmaßnahmen einsetzt. In Ihrem Positionspapier „Schutz für Mensch und Land - Hochwasserschutzmaßnahmen als Priorität für Niederbayern“ werden besonders unter Punkt 4, „Ausreichend Überflutungsflächen schaffen“ Forderungen aufgegriffen, die wir seit Jahren vertreten.

Unter Punkt 5, „Mensch vor Natur“ werden jedoch Aussagen getroffen, die der Bund Naturschutz im offenen Brief an Manfred Weber in aller Deutlichkeit als unzutreffend, falsch und irreführend zurückweist. In den von der Flut betroffenen Gebieten Niederbayerns gab es nirgends vorgesehene Schutzmaßnahmen, die wegen hoher Hürden des Naturschutzes verzögert wurden. Auch die Forderung zum Schutz der Menschen vor Hochwasser Biber grundsätzlich abzuschießen, lenkt von den wahren Ursachen der Unzuverlässigkeit großer Deichabschnitte ab. Biber waren nicht die Ursache der Deichbrüche. „Der Biber ist nicht schuld daran, dass von den ca. 260 km langen Deichlinien zwischen Straubing und Vilshofen der größte Teil auch nach Jahrzehnten Diskussion und Warnungen immer noch etwa einen Meter zu niedrig und damit nicht ausreichend hoch für ein Jahrhunderthochwasser ist“ schreibt der BN hierzu u.a. in dem offenen Brief an Manfred Weber. Auch die Rechtsgrundlagen des Bibermanagements haben sich im Katastrophenfall als ausreichend erwiesen.

Mit dem Schlagwort „Menschenschutz geht vor Naturschutz“ weist die Niederbayern-CSU Naturschutzgesetzen, Naturschutzmaßnahmen und Naturschützern unterschwellig eine Schuld zu, die von manchen verzweifelten Hochwasser-Betroffenen als Erklärung für ihre Lage angenommen wird. „Mit solchen Aussagen von eigenen, eklatanten Versäumnissen abzulenken und die Hochwasserkatastrophe zum Anlass zu nehmen, Naturschutz pauschal in Frage zu stellen, ist für den BUND Naturschutz in jeder Weise inakzeptabel.“ so der BN-Landesvorsitzende Hubert Weiger.

Im offenen Brief erkennt der Bund Naturschutz die Sinnfälligkeit einer Reihe der im Positionspapier von der Niederbayern-CSU aufgestellten Forderungen an und ergänzt diese mit eigenen Vorschlägen. Im Rahmen der Jahrzehnte dauernden Diskussion um den Donauausbau, insbesondere im Rahmen der jüngsten EU-geförderten Untersuchung, hat sich der BUND Naturschutz intensiv mit der Frage des im Bereich Deggendorf unzureichenden Hochwasserschutzes befasst. Mit dem aufgebauten Fachwissen ist der Bund Naturschutz zur Zusammenarbeit mit allen zuständigen Stellen bereit, insbesondere um die Akzeptanz für die unabdingbaren Maßnahmen bei den Betroffenen zu fördern. Voraussetzung dafür ist aber eine ehrliche Herangehensweise an die Probleme, im offenen Dialog und mit zielstrebigem Einsatz für wirkungsvolle Maßnahmen. „Das ist im Übrigen die Position des BN seit Jahrzehnten und nicht erst nach der Hochwasserkatastrophe,“ so Weiger, „Wäre der Beschluss des deutschen Bundestages von 2002 zügig umgesetzt worden, müssten jetzt nicht Milliarden-Schäden von Betroffenen privat oder vom Staat ausgeglichen werden.“

Falsche Schuldzuweisungen lenken ab und behindern die Umsetzung von Hochwasserschutzmaßnahmen, die unstreitig zügig erfolgen müssen – denn das nächste Hochwasser kommt bestimmt.

Den offenen Brief an den Vorsitzenden der CSU Niederbayern, MdEP Manfred Weber, können Sie hier als pdf-datei herunterladen [pdf, 2,8 MB].

Hochwasser 2013 in Bayern: Ursachen analysieren und die richtigen Konsequenzen ziehen: „Deiche allein schützen nicht“
[Deggendorf / 08.06.2013]

Wir bitten alle Mitglieder und alle Leser und Leserinnen dieser Webseite, sich an den Aufräumarbeiten und Hilfen für die Betroffenen in Fischerdorf, Natternberg, Niederalteich und anderswo zu beteiligen! Für Fischerdorf wird die Hilfe auf folgender Facebook-Seite organisiert und koordiniert: https://www.facebook.com/Deggendorf.Raeumt.Auf

Eine ausführlichere Analyse der Ursachen und der Konsequenzen folgt, sobald die akuten Aufräumarbeiten beendet sind.

Bitter ist allerdings, dass die jahrzehntelange Kopplung von Hochwasserschutz und Donauausbau einen wirksamen Schutz der Menschen verhindert hat und diese Kopplung erst mit dem Umschwenken von Ministerpräsident Horst Seehofer im Februar 2013 beendet wurde. Dass diese Trennung möglich ist, zeigt der entsprechende Beschluss des bayerischen Kabinetts im Februar 2013.

Die Trennung von Hochwasserschutz und Ausbau haben über 15.000 Menschen und die Mehrzahl der Kommunen mit ihrer Einwendung im Rahmen des Raumordnungsverfahrens 2005 (und vielfach an anderer Stelle) gefordert; die vorgezogene und prioritäre Durchführung des Hochwasserschutzes (mit ausreichender Fläche und richtiger Ausgestaltung, so dass durch die Verbesserung des Hochwasserschutzes nicht zu Lasten der Unterlieger – wie der Stadt Passau und der folgenden Donauländer – geht), ist seit Jahren fester Bestandteil unserer Forderungen, etwa in den Resolutionen zum Donauausbau. All diese Stimmen wurden von der Politik bisher ignoriert.

Die Erkenntnisse aus dem Hochwasser 2002 waren und sind die selben wie im Jahr 2013. Unsere Analyse zu 2002 können Sie hier nachlesen: [pdf, 2,4 MB]

Ein konsequentes Umsteuern in Sachen Hochwasserschutz hat der BUND Naturschutz am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz in Passau gefordert. „In Bayern muss es endlich einen klaren Vorrang für den ganzheitlichen, flächendeckenden und ökologischen Hochwasserschutz geben“, so BN-Landesvorsitzender Hubert Weiger. Die derzeitige Hochwasserkatastrophe in vielen bayerischen Regionen und besonders an der niederbayerischen Donau ist für die Betroffenen erschütternd. Die Schäden für Mensch und Umwelt werden riesig sein. Der BUND Naturschutz hat Hochachtung vor der großen Hilfsbereitschaft und Solidarität der Menschen und begrüßt die finanziellen Soforthilfen für die Betroffenen.

Für eine tatsächliche Hochwasservorsorge vor der nächsten Katastrophe fordert der BUND Naturschutz neben einer ehrlichen Ursachenanalyse allerdings ein konsequentes Umsteuern. „Zu einem ganzheitlichen, flächendeckenden und ökologischen Hochwasserschutz gehören eine aktive Klimaschutzpolitik, die Schaffung von natürlichen Überschwemmungsräumen an Gewässern aller Größenordnungen mit Renaturierung ihrer Auen, der Stopp weiterer Flächenversiegelung, die Durchsetzung von Bauverboten auch für Straßen in Überschwemmungsgebieten und eine Agrarförderpolitik, die eine bodenverbessernde und Wasser rückhaltende Land- und Forstwirtschaft wieder ermöglichen“, betonte der BN-Landesvorsitzende Hubert Weiger.

„Für den Wasserrückhalt in der Fläche, für die Wiedergutmachung an begradigten Bächen und Flüssen sowie für den Moorschutz muss der bayerische Landtag in den nächsten zehn Jahren mehr Geld ausgeben als für den Straßenbau“, fordert Weiger. Für alle Landtagsabgeordneten werde das derzeit diskutierte Landesentwicklungsprogramm ein erster Prüfstein dafür sein, ob die Versprechungen, die es auch schon nach den letzten Hochwasserereignissen gegeben habe, endlich in konsequente Ziele zur Hochwasservorsorge umgesetzt würden. Die Landtagsmehrheit hatte sich bislang ebenso wie die kommunalen Spitzenverbände Bayerischer Gemeindetag und Landkreistag für Erleichterungen bei Flächenverbrauch und -versiegelung eingesetzt.

Für einen vorsorgenden Hochwasserschutz müsse zudem die gesamte Bodenbewirtschaftung mittelfristig geändert werden. Die seit Jahren konsequent betriebene „Austreibung des Wassers aus der Landschaft“ müsse hin zu mehr Wasserrückhalt umgepolt werden. Dazu gehörten neben der Verringerung des Abflusses durch die Renaturierung der Gewässer auch der Schutz und die Wiederanlage von Wiesen und Weiden, da diese deutlich mehr Wasser speichern. Auch die Erhöhung der Wasserspeicherfähigkeit von Ackerböden durch die Verringerung humuszehrender landwirtschaftlicher Kulturen wie Mais, muss mit einer anderen Agrarförderpolitik umgesetzt werden.

Der BUND Naturschutz fordert Ministerpräsident Horst Seehofer und Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, bei den derzeit laufenden Verhandlungen in Brüssel die Weichen für eine naturnähere Landwirtschaft zu stellen. Dabei müssen Fördergelder umgeschichtet werden von pauschalen Flächenzahlungen, die auch Monokulturen mit 75 Prozent Maisanbau ermöglichen hin zu Agrarumweltmaßnahmen und für den vorbeugenden Hochwasserschutz. Dazu gehören auch die Förderung von Erosionsschutzstreifen in Ackerkulturen und die Ausweisung von Gewässerrandstreifen. Gerade in kleinen begradigten Gräben und Bächen fließen bei stetigen Regenfällen große Wassermengen ab, die zur Hochwasserbildung beitragen.

„Hochwasserschutz in Bayern wird von der bayerischen Staatsregierung bislang eher durch teure technische Großprojekte definiert. Doch Beton, Polder und noch eine Erhöhung der Deiche allein können die Bevölkerung vor einer erneuten Flut nicht ausreichend schützen und verlagern die Probleme vielfach nur zu den Unterliegern. Der ökologische Hochwasserschutz, beispielsweise die Rückverlegung von Deichen und Reaktivierung natürlicher Hochwasserräume wie der Auen oder Moore muss nun ebenso Priorität bekommen“, forderten die BN-Kreisvorsitzenden Karl Haberzettl von Passau und Georg Kestel von Deggendorf.

Der BUND Naturschutz fordert die bayerische Staatsregierung und auch alle Kommunen auf, in der bayerischen Hochwasserschutz-Politik umzusteuern und den Schwerpunkt auf einen ganzheitlichen ökologisch und ökonomisch dauerhaft tragfähigen Hochwasserschutz zu legen – vor dem nächsten Hochwasser. Der Freistaat Bayern investierte bislang vor allem in höhere Deiche, obwohl diese für Anwohner nur eine trügerische Sicherheit bieten und den Abfluss für die Unterlieger verschärfen. Es fehlt ein Gesamtkonzept für die Flüsse und ihre Zuflüsse mit ihren gesamten Einzugsgebieten. In den bayerischen Alpen wird Bergwald für den Skisport gerodet, obwohl dieser wichtig für den Wasserrückhalt ist und obwohl der „Bergwald-Beschluss“ des Bayerischen Landtages Bergwald-Rodungen eigentlich verbietet.

Wirklich positive Beispiele eines ganzheitlichen und damit auch ökologischen Hochwasserschutzes sind dagegen rar. Dazu gehört für den BN beispiesweise die Reaktivierung von natürlichen Wasserrückhalteräumen in Auen, in Mooren und in der gesamten Landschaft (Mulden etc.). Beispielhaft sind hierfür die teilweise bereits durchgeführten und weitere geplante Deichrückverlegungen an der mittleren Isar. Der Auwald zwischen München und Freising hatte beim Hochwasser 2005 den Scheitelabfluss um 180 Kubikmeter und damit rund 20 Prozent des Gesamtabflusses verringert und das Hochwasser verzögert.

Der ökologische Hochwasserschutz ist zwar eine der drei Säulen des Bayerischen „Hochwasserschutzkonzeptes 2020“ (vorgestellt im Jahr 2001), „doch diese Säule ist sehr schwach und existiert hauptsächlich in den Reden, nicht jedoch in der Praxis“ kritisiert der BN. Das gleiche Schicksal hat offensichtlich das bayerische Auenprogramm, das ebenfalls hervorragende Grundlagen erarbeitet hat und nun der Umsetzung, d.h. einer aktiven systematischen Förderung neuer Projekte harrt. Auch für die Moorentwicklung haben die bayerischen Behörden mit dem Moorentwicklungskonzept sehr gute Fachgrundlagen geschaffen, doch die Moorrenaturierung wird in Bayern nicht aus Hochwasserschutz-Geldern finanziert.

Wie nötig Deichrückverlegungen und die Rückgewinnung von Retentionsraum sind, zeigen die Zahlen zum Verlust an den deutschen Flüssen: sie haben nur noch rund 20 Prozent ihrer früheren natürlichen Überschwemmungsfläche. Ursachen dafür sind Flussbegradigungen, Deichbauten, Verkehrswege und Staustufen. 90 Prozent der Fließgewässer in Bayern sind verbaut. Mit einer Deichrückverlegung gewinnen der Hochwasserschutz und die Aue, deren Lebensräume weitgehend zerstört und gefährdet sind. Die natürliche Überflutung von Auen entschärft die Hochwassergefahren für die Menschen und belebt die Lebensräume der Aue.

Bisher scheitert der ganzheitliche ökologische Hochwasserschutz, der vor allem darin besteht, den Flüssen den notwendigen Raum zu geben, vielfach an seinem Flächenbedarf. Der BUND Naturschutz fordert deshalb verstärktes finanzielles und personelles Engagement der Staatsregierung beim Flächenerwerb und bei nötiger Entschädigung. Ein weiteres zentrales Defizit sieht der BN nach wie vor in der Bauleitplanung. „Es darf nicht sein, dass weiterhin in Überschwemmungsgebieten neue Schadenspotenziale geschaffen werden, die die Allgemeinheit später bezahlen muss“. Der BN fordert eine Überprüfung aller Flächennutzungspläne auf ihre Vereinbarkeit mit den Überschwemmungsgebieten und den überschwemmungsgefährdeten Gebieten.

Stellungnahme der Naturschutzverbände zu den Donau-Untersuchungen
[Deggendorf / 19.03.2013]

Drei Jahre lang wurden die Pläne und Gutachten zum Donauausbau („EU-Studie“) bearbeitet, seit Ende 2012 liegt die Endfassung dieser Studie vor. Auf Basis der Studie hat sich die bayerische Staatsregierung unter Ministerpräsident Horst Seehofer am 27.02.2013 wegen der enormen Auswirkungen auf die Umwelt von der Variante C2,80 (mit Staustufe bei Aicha und Durchstichskanal durch die Mühlhamer Schleife) verabschiedet.

Derzeit wird der Abschlussbericht der Monitoring-Gruppe, die die Untersuchungen verfolgt und kommentiert hat (aber de facto nicht beeinflussen konnte), fertig gestellt. Den vorläufigen Monitoring-Bericht, allerdings noch auf Basis auch vorläufiger Untersuchungsergebnisse erstellt, finden Sie hier.

Die Stellungnahme der Umweltverbände zu den Untersuchungen können Sie hier herunterladen:

Anlagen zur Stellungnahme und weitere Berichte:

Die komplette Untersuchungsergebnisse und Gutachten können unter der Webadressen www.donauausbau.wsv.de eingesehen und heruntergeladen werden. Die komplette Studie ist über die Menüauswahlen „Ergebnisse der Untersuchungen“ und „Bericht zum Ist-Zustand“, „Bericht Variante A“ und „Bericht Variante C“ verfügbar. In etwa 2 -3 Wochen soll dort auch der komplette Bericht der Monitoring-Gruppe (incl. Stellungnahme der Wirtschaftsvertreter in der Monitoring-Gruppe und Kommentar des Leiters der Gruppe, Prof. Koch) einsehbar sein.

Unterschriftenliste zur Unterstützung der Initiative, die Natur- und Kulturlandschaft niederbayerische Donau durch die UNESCO als Welterbe anerkennen zu lassen
pdf-Datei [460 KB]

Unterschriftenliste zur Unterstützung der Initiative des Bayerischen Heimattages: Die „Natur- und Kulturlandschaft niederbayerische Donau“ soll UNESCO-Welterbe werden !
[Deggendorf / 13.09.2011]

Eine Unterschriftenliste zur Unterstützung der Initiative des bayerischen Heimattages wird in wenigen Tagen gedruckt vorliegen. Die Liste können Sie hier bereits als pdf-datei herunterladen [460 KB]. Die Liste kann und darf ausdrücklich per e-mail und anderweitig verbreitet werden !

Zur Information über die Initiative wurde außerdem eine neue Webseite freigeschaltet: www.welterbe-niederbayerische-donau.de

Unterstützen Sie die Idee des Bayerischen Heimattages: Die niederbayerische Donau soll von der UNESCO als Weltnatur- und Kulturerbe anerkannt werden!
[Deggendorf / 07.09.2011]

Auf ihrem mehr als 2850 km langen Lauf durchfließt die Donau kaum eine Landschaft, in der sich Natur, Kultur und Geschichte zu einer derart einzigartigen Symbiose vereinigen wie in der Donaulandschaft zwischen Straubing und Vilshofen. Die Donau hat hier ihren, mit 70 km längsten, zusammenhängenden und nicht begradigten Flussabschnitt von Donaueschingen (Deutschland) bis Györ (Ungarn). Dieser Flussabschnitt ist gemeinsam mit dem Isarmündungsgebiet von größter Bedeutung für die Artenvielfalt in Mitteleuropa, da auf einem Bruchteil der Landesfläche eine enorme Zahl von Arten repräsentativ vertreten ist und diese Region das Überleben zahlreicher autochthoner, teilweise nur an frei fließenden Donauabschnitten vorkommender Arten sichert. Durch die Ausweisung von über 9000 ha als Natura 2000-Gebiete der EU wird diese Bedeutung dokumentiert.

Bogenberg: Ein Ort mit nachweisbaren Spuren durchgängiger menschlicher Besiedlung seit der Steinzeit (Bild: Klaus Leidorf)

Herzstück der naturnahen Flusslandschaft: Isarmündungsgebiet (Bild: Hubert Ammer)

Niederbayerische Natur- und Kulturlandschaft: Seilfähre zwischen Mariaposching und Stephansposching (Bild: Georg Kestel)

Dieser Raum ist zudem von größter geschichtlicher und kultureller Bedeutung als eines der ältesten Siedlungsgebiete, als Grenzraum des römischen Reichs zu Germanien, als ein Zentrum der Christianisierung des östlichen Mitteleuropas durch Klöster wie Niederalteich und Metten, als Stätte bedeutender Entwicklungen des Mittelalters und der Neuzeit, dokumentiert durch die Stadtdenkmalensembles von Straubing oder Deggendorf.

Deshalb hat der Bayerische Heimattag am 5. Juni 2005 den Vorschlag gemacht, die Donaulandschaft zwischen Straubing und Vilshofen mit dem Isarmündungsgebiet als Weltkultur- und Naturerbe von der UNESCO anerkennen zu lassen. Anfang des Jahres 2011 hat der Bayerische Heimattag einen entsprechenden Antrag an die Bayerische Staatsregierung gestellt. Bis Ende des Jahres soll über die Weiterleitung dieses Antrages über die Bundesregierung an die UNESCO beraten und entschieden werden. Federführend ist das Bayerische Kultusministerium.

Eine Unterschriftenliste zur Unterstützung der Idee eines UNESCO Weltkultur- und -Naturerbes „Niederbayerische Donau“ können Sie hier herunterladen [pdf, 260 KB]. Animieren Sie auch Freunde, Verwandte und Bekannte zum unterschreiben; auch Unterschriften von außerhalb der Region zählen und sind eine Hilfe. Bitte schicken Sie die Liste zurück an das Sekretariat des Bayerischen Heimattags, Bayerischer Landesverein für Heimatpflege, Ludwigstrasse 23, 80539 München.

Eine Handreichung des Bayerischen Heimattages mit näheren Informationen zur Idee eines UNESCO Weltkultur- und -Naturerbes können Sie hier herunterladen [pdf, 650 KB].

Wir freuen uns ...

... über neue Mitglieder: Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf (Bund Naturschutz in Bayern, Kreisgruppe Deggendorf, Amanstraße 21, 94469 Deggendorf, Tel: 0991 – 32555; Fax: 0991 – 342214; e-mail: bund-naturschutz@degnet.de). Online können Sie auf der Webseite des Bund Naturschutz in Bayern Mitglied werden);

... über Spenden zur Unterstützung unserer Arbeit. Spenden an den Bund Naturschutz e.V. als gemeinnützigem Verband sind von der Steuer absetzbar. Bei Beträgen über 100 Euro erhalten Sie eine Spendenquittung von uns, wenn Sie auf dem Überweisungsträger Ihre vollständige Adresse angeben. Kontoverbindungen: Sparkasse Deggendorf, Konto-Nr. 380 015 057, BLZ 741 500 00.